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0:0 reicht zum Einzug in die K.o.-Runde

Ideenloser BVB gähnt sich ins Achtelfinale

28.11.2018 22:54
Dem BVB fehlten gegen Brügge die Ideen
Dem BVB fehlten gegen Brügge die Ideen

Borussia Dortmund hat ohne Glanz sein erstes großes Etappenziel erreicht und ist ins Achtelfinale der Champions League eingezogen. Der BVB holte beim 0:0 gegen den belgischen Meister FC Brügge den nötigen Punkt, um zum achten Mal in die K.o.-Runde der Königsklasse einzuziehen, im Fernduell mit Atlético Madrid um den Gruppensieg ist Dortmund aber nun auf Schützenhilfe angewiesen.

"Es war ein zähes Spiel, kein gutes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei hundertprozentige Chancen, danach wurde es schwieriger, Lücken zu finden. Wir haben es individuell nicht gut gemacht. Primär war aber der Einzug ins Achtelfinale", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Angesprochen auf das Ende des Prozesses im Zuge des Sprengstoffanschlags am 11. April 2017 auf den Dortmunder Mannschaftsbus, fügte Zorc hinzu: "Wir sind froh als Verein, dass mit dem Urteil ein Schlussstrich gezogen wurde." Der Angeklagte Sergej W. war am Dienstag zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

Sportlich war das Spiel gegen Brügge keine Glanzleistung, doch das Weiterkommen stand im Vordergrund. "Natürlich freuen wir uns über das Achtelfinale. Ein Ziel ist erreicht. Es war ein schweres Spiel für uns. Es ist eng, es ist die Champions League. Brügge hat beispielsweise 4:0 in Monaco gewonnen", sagte Dortmunds Trainer Lucien Favre und Verteidiger Manuel Akanji ergänzte: "Die Entschlossenheit hat gefehlt. Letztendlich ist das Weiterkommen das Wichtigste."

Der BVB muss sein letztes Gruppenspiel am 11. Dezember bei der AS Monaco gewinnen und zugleich auf einen Ausrutscher von Atético gegen Brügge hoffen - sonst droht ein vermeintlich schwierigerer Gegner im Achtelfinale.

Trotz des verpassten Sieges gegen Brügge vor 66.099 Zuschauern betrieb Dortmund Wiedergutmachung für die völlig verkorkste Vorsaison in der Champions League, als die Westfalen mit nur mickrigen zwei Punkten in der Gruppenphase ausschieden.

Brügge rührt Beton an

Am Mittwoch waren die Vorzeichen ganz andere. Als souveräner Tabellenführer der Fußball-Bundesliga strotzten die Dortmunder vor Selbstvertrauen, und sie wussten, dass bereits ein Punkt gegen Brügge für den insgesamt achten Einzug in die K.o.-Phase der Königsklasse reichen würde. Entsprechend scheute Dortmund zunächst das große Risiko und war um Kontrolle bemüht.

Der FC Brügge, den BVB-Trainer Lucien Favre im Vorfeld als einen "sehr, sehr schwierigen Gegner" bezeichnet hatte, stand sehr defensiv und lief die Dortmunder erst etwa 35 Meter vor dem eigenen Tor an. Dadurch fehlte dem BVB der nötige Platz, um sein gefürchtetes Kombinationsspiel im höchsten Tempo aufzuziehen.

Dennoch fand Favres Team immer wieder Lücken, wenn es den Ball schnell laufen ließ. Nachdem Christian Pulisic zwei Möglichkeiten (10., 30.) vergeben hatte, tauchte plötzlich Kapitän Marco Reus frei vor dem Tor der Gäste auf, er verfehlt es aber um wenige Zentimeter (32.).

Torjäger Paco Alcácer, der zuletzt als Joker für Furore gesorgt hatte, durfte diesmal von Beginn an ran. Der Spanier ersetzte Mario Götze im Sturmzentrum, hatte aber zunächst kaum Bindung zum Spiel. Gewohnt aktiv war dagegen Verteidiger Lukasz Piszczek, der sein 45. Champions-League-Spiel für Dortmund absolvierte und damit zum alleinigen BVB-Rekordspieler in der Königsklasse avancierte.

Reus glänzt in der BVB-Defensive

Auch im zweiten Durchgang bestimmte Dortmund das Geschehen und schnürte die Gäste teils minutenlang in deren Hälfte ein. Doch es fehlten die Ideen, das Tempo und der in der Bundesliga so oft gezeigte Spielwitz, um die Defensive der Belgier vor ernsthafte Probleme zu stellen. Auch der auffällige Pulisic lief sich bei einem Solo fest.

In dieser Phase leistete sich der BVB nun auch einige leichte Fehler im Aufbau und lud die Belgier so immer wieder zu Kontern ein. Doch sowohl Abdou Diallos missglückter Pass als auch ein Fehler von Dan-Axel Zagadou blieben zunächst unbestraft. Auch, weil Kapitän Reus mehrere Ballverluste mit großem Einsatz noch ausbügelte.

In der Schlussphase brachte BVB-Trainer Favre unter anderem Shootingstar Jadon Sancho (73.) für den glücklosen Europameister Raphael Guerreiro, um den dritten Heimsieg doch noch zu erzwingen.

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