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Drei deutsche Skispringer in den Top 10

Wellinger muss sich Überflieger Kobayashi geschlagen geben

25.11.2018 18:57
Andreas Wellinger feierte den ersten Podestplatz der Saison
© getty, Adam Pretty
Andreas Wellinger feierte den ersten Podestplatz der Saison

Severin Freund gratulierte seinem Kumpel Andreas Wellinger freudestrahlend zum Podestplatz, selbst der so knapp verpasste zweite Durchgang konnte dem Ex-Weltmeister nicht die Freude über die gelungene Rückkehr in den Skisprung-Zirkus verderben.

"Ich nehme viel Gutes von hier mit", sagte Freund nach seinem Comeback im finnischen Kuusamo im "ZDF": "Zu erwarten, dass es nur noch Zackbumm und nur noch vorne reingeht, wäre vermessen."

Platz 29 und zwei Weltcup-Punkte am Samstag, Rang 31 am Sonntag: Keine spektakulären Ergebnisse, dennoch stellten Freunds erste Wettkämpfe nach knapp 700 Tagen und zwei Kreuzbandrissen aus deutscher Sicht beinahe selbst den ganz starken zweiten Platz von Olympiasieger Wellinger beim zweiten Sieg des überragenden Japaners Ryoyu Kobayashi binnen 24 Stunden in den Schatten.

"Wenn man so lange weg war und so lange gekämpft hat, dann ist das schon ein sehr schöner Moment, wieder da oben zu sein", sagte der 30 Jahre alte Anführer des deutschen Teams. 0,2 Punkte oder umgerechnet elf Zentimeter fehlten Freund am Samstag zum zweiten Durchgang.

Dass sein alter Erfolgsgarant erstmals seit dem 1. Januar 2014 (Platz 32 in Garmisch-Partenkirchen) zur Halbzeit scheiterte, nahm aber auch Bundestrainer Werner Schuster gelassen.

"Darauf kann Severin Freund aufbauen"

"Severin kann ganz gut mithalten. Es waren seine ersten Sprünge mit Startnummer nach fast zwei Jahren. Darauf kann er aufbauen", sagte der Österreicher, der generell bester Laune sein durfte - im dritten Springen der Saison sorgte Wellinger bereits für den zweiten deutschen Podestplatz nach Rang zwei für Stephan Leyhe eine Woche zuvor in Wisla.

Wellingers zweiten Platz hinter Überflieger Kobayashi quittierte Schuster hocherfreut. "Das ist ein fantastisches Ergebnis, es war ein Superwettkampf vom Andi", sagte der Bundestrainer, "aber der Japaner springt absolut fantastisch vom Schanzentisch, da ist er der Stärkste. Er wird länger an der Spitze bleiben."

Wellinger sprang von der Rukatunturi-Schanze auf 136,0 und 145,5 m (288,4 Punkte) und hatte schließlich 22 Zähler Rückstand auf den überragenden Kobayashi (310,4/140,0+147,5), der im zweiten Durchgang den Schanzenrekord vor Stefan Kraft (Österreich) einstellte und die Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Dritter wurde der Pole Kamil Stoch (285,4).

Für ein starkes deutsches Gesamtergebnis sorgten Stephan Leyhe als Sechster (268,9) und Karl Geiger auf Rang acht (267,4). Geiger war zuvor am Samstag als Fünfter bestplatzierter DSV-Adler. Richard Freitag (Aue) belegte nach einem starken zweiten Durchgang Platz 14. David Siegel als 22. und Markus Eisenbichlerals 25. kamen immerhin noch in die Punkteränge.

Kobayashi zeigte sich in Kuusamo als derzeit klare Nummer eins. In Wisla hatte nur ein Sturz seinen ersten Saisonsieg verhindert. Am finnischen Polarkreis beherrschte der 22-Jährige nicht nur das chaotische erste Springen, das am Samstag wegen starker Winde nach einem Durchgang abgebrochen wurde, auch am Sonntag zeigte er seine ganze Klasse.

 

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