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Nach Windlotterie in Finnland

DSV-Adler springen am Podest vorbei

24.11.2018 18:50
Kehrt auf die Schanze zurück: Skispringer Severin Freund
© getty, Adam Pretty
Kehrt auf die Schanze zurück: Skispringer Severin Freund

Severin Freund ist zurück - aber noch lange nicht wieder der Alte: Bei seinem Comeback im Skisprung-Weltcup nach 690 Tagen Zwangspause feierte der frühere Weltmeister im finnischen Kuusamo immerhin einen Achtungserfolg und sammelte zwei Weltcup-Punkte.

Im wegen heftiger Winde auf einen Durchgang verkürzten Wettbewerb am Polarkreis kam der 30-Jährige aus Rastbüchl beim ersten Karrieresieg des Japaners Ryoyu Kobayashi auf Platz 29.

"Wenn man so lange weg war und so lange gekämpft hat, dann ist das schon ein sehr schöner Moment, wieder da oben zu sein", sagte Freund, der sich 2017 zwei Kreuzbandrisse zugezogen hatte, im "ZDF": "Der Sprung hätte besser sein können. Morgen gibt es eine neue Chance." Vom Kopf und vom Knie her sei "alles, alles gut. Ich bin extrem zufrieden".

Das war auch Bundestrainer Werner Schuster. "Severin kann ganz gut mithalten. Das war noch nicht der perfekte Sprung, es war aber auch der erste mit Startnummer nach fast zwei Jahren. Darauf kann er aufbauen", sagte der Österreicher.

Kobayashi setzte sich bei schwierigsten Bedingungen mit einem Sprung auf 138,5 m von der Rukatunturi-Schanze sowie 142,0 Punkten vor den Polen Kamil Stoch (139,9) und Piotr Zyla (135,0) durch. Bester Deutscher war Karl Geiger als starker Fünfter mit 135,0 m und 133,5 Punkten.

Olympiasieger Andreas Wellinger kam als Neunter (129,8) ebenfalls unter die besten Zehn. Markus Eisenbichler (121,9) wurde 15., einen Rang dahinter landete Stephan Leyhe (121,7), im ersten Saisonwettkampf in Wisla sechs Tage zuvor noch Zweiter.

Richard Freitag bleibt hinter den Erwartungen zurück

Richard Freitag blieb als 21. (117,9) hinter den Erwartungen zurück, Freund kam mit einem soliden Sprung auf 128,5 m zu 109,5 Zählern. Einziger DSV-Adler außerhalb der Punkte war David Siegel auf Platz 49.

Ryoyu Kobayashi, dessen Bruder Junshiro ebenfalls einen Weltcupsieg auf dem Konto hat (Wisla 2017), übernahm die Führung im Gesamtweltcup von Auftaktsieger Jewgeni Klimow (Russland), der diesmal als 31. leer ausging.

Freund war letztmals am 3. Januar 2017 in der Qualifikation von Innsbruck im Weltcup gestartet. Am nächsten Morgen stieg er wegen eines grippalen Infekts aus der Vierschanzentournee aus. Drei Wochen später erlitt er seinen ersten Kreuzbandriss, im Sommer 2017 folgte ein weiterer.

Die bereits am Freitagabend abgesagte Qualifikation in Kuusamo war am Samstagmorgen erneut gestrichen worden, dafür ging in einem rund 100-minütigen Geduldsspiel zumindest ein Trainingsdurchgang mit Eisenbichler (137,0 m) als bestem Springer über die Bühne - ohne einen solchen darf kein Wettbewerb oder keine Qualifikation ausgetragen werden.

Auch der dritte Quali-Anlauf unmittelbar vor dem geplanten Wettkampfbeginn am Samstagnachmittag und nach dem Kombinations-Springen, das mühsam beendet wurde, brachte keinen Erfolg. Der Wettbewerb wurde schließlich nach zwei weiteren Verschiebungen mit 80 Minuten Verspätung und allen 65 Springern in verkürzter Form gestartet.

Am Sonntag steht ein weiteres Einzelspringen auf dem Programm. Die Qualifikation ist für 15:30 Uhr MEZ angesetzt, der Wettkampf soll um 17:00 Uhr MEZ beginnen.

 

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