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Zukunftssorgen statt "All Blacks": WM-Traum geplatzt

18.11.2018 12:43
Deutschland die Qualifikation für die WM verpasst
Deutschland die Qualifikation für die WM verpasst

Deutschlands Traum von der erstmaligen WM-Teilnahme ist nach einer Niederlage gegen Kanada geplatzt. Mannschaft und Verband stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.

Mit hängenden Schultern und gesenkten Köpfen schleppten sich die geschlagenen deutschen Rugby-Kolosse vom Feld. Nachdem der Traum von der erstmaligen WM-Teilnahme durch eine 10:29-Niederlage gegen Kanada endgültig geplatzt war, war die Enttäuschung nicht zu übersehen. Statt 2019 in Japan zu einem WM-Duell mit den legendären "All Blacks" anzutreten, blicken Verband und Mannschaft nun in eine ungewisse Zukunft.

"Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht, das ist etwas enttäuschend zu diesem Zeitpunkt", bilanzierte Trainer Mike Ford. Bis zum Halbzeitstand von 7:10 hatte sein Team dank einer kämpferischen Defensivleistung gut mitgehalten, danach kurz an der Überraschung geschnuppert und war dann doch dem Druck des Gegners erlegen. "Die Kanadier haben auf diesem Level einfach mehr Erfahrung, das hat man gemerkt", sagte Innendreiviertel Carlos Soteras-Merz.

Lücke zur Weltspitze noch immer vorhanden

Eine Chance wie in diesem Jahr - das war schon vor der Partie klar gewesen - wird das deutsche Rugby wohl so schnell nicht mehr erhalten. Nur dank einer Verkettung glücklicher Umstände war Deutschland am grünen Tisch ins Teilnehmerfeld der sogenannten Repechage gerutscht. Der Sieger des Viererturniers in Marseille erhält das letzte WM-Ticket und einen Platz in der Vorrundengruppe von Weltmeister Neuseeland.

Mit ihrem Auftaktsieg gegen Hongkong hatten die "Schwarzen Adler" für Aufsehen gesorgt. Das Duell gegen Topfavorit Kanada, bislang bei jeder Weltmeisterschaft qualifiziert, wurde damit zum wohl wichtigsten Match in der Geschichte des deutschen Rugbys. Gereicht hat es am Ende nicht. Die Lücke zur absoluten Weltspitze ist zwar erheblich kleiner geworden - sie ist allerdings noch vorhanden.

Mit Kampfgeist in die Zukunft

Wie es weiter geht, bleibt nun vorerst unklar. In den vergangenen Jahren hat sich das deutsche Rugby hervorragend entwickelt, vor allem auch dank großzügiger finanzieller Zuwendungen von Mäzen Hans-Peter Wild. Doch der Heidelberger Unternehmer hat sich nach einem Streit mit der Verbandsführung weitgehend aus dem Sponsoring zurückgezogen. Die bislang so kontinuierliche Professionalisierung droht ins Stocken zu geraten.

Für die Spieler war diese Thematik am Samstag jedoch weit weg. Stattdessen richteten sie den Blick prompt voraus, auf das sportlich bedeutungslose letzte Spiel gegen Kenia am Freitag oder auf die übernächste WM 2023 in Frankreich. "Solche Erfahrungen wie heute sind Gold wert", sagte Schlussmann Christopher Hilsenbeck: "Vielleicht sind wir dann in vier Jahren in Kanadas Position."

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