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Müller, Havertz und die jungen Wilden

Erkenntnisse nach dem Sieg der DFB-Elf gegen Russland

16.11.2018 12:23
Die DFB-Elf machte gegen Russland einen Schritt in die richtige Richtung
© getty, Alexander Hassenstein
Die DFB-Elf machte gegen Russland einen Schritt in die richtige Richtung

Der vierte Sieg im zwölften Länderspiel im Horror-Jahr 2018 macht Mut für die Zukunft - allerdings warf er auch neue Fragen auf. Die wichtigsten Lehren aus dem Spiel in Leipzig gegen Russland:

1. Der Jugendstil ist alternativlos

Joachim Löw treibt den Generationenwechsel weiter voran. Sieben Spieler in der Startformation waren 23 Jahre oder jünger. Als ältester Feldspieler im deutschen Team begann der 28-jährige Jonas Hector. Unbekümmert und mit großer Leidenschaft spielten Serge Gnabry, Leroy Sané, Timo Werner, Kai Havertz und Thilo Kehrer auf.

"Das sind ja schon kleine Mopeds da vorne", sagte Niklas Süle über das Sturm-Trio. Löw muss bei seiner Erneuerung auch künftig auf die jungen Wilden setzen, auch wenn die Begegnung in der zweiten Halbzeit verflachte. "Das muss man den jungen Spielern aber zugestehen", sagte Löw.

2. Kai Havertz bewirbt sich für höhere Aufgaben

Seine Pässe in die Tiefe, das Auge für die Mitspieler, die Bewegung in den Räumen - bei seinem Startelf-Debüt in der Nationalmannschaft brillierte Kai Havertz. "Ich hatte ein gutes Gefühl auf dem Platz", sagte der Leverkusener.

Für Teamkollege Joshua Kimmich ist Havertz bereits "einer für die Bayern". Auch Joachim Löw traut dem 19-Jährigen eine große Zukunft zu: "Ich kann mir gut vorstellen, dass er in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle spielen kann."

3. Für Thomas Müller wird es immer schwerer

Wo es Gewinner gibt, da gibt es auch Verlierer. Der formschwache Thomas Müller hat es im Kampf um einen Stammplatz immer schwerer. Der Münchner fügt sich aber in seine Rolle und hilft den aufstrebenden Spielern auch außerhalb des Platzes. In dieser Position kann er für die Nationalmannschaft durchaus weiter wichtig sein.

Am Montag gegen die Niederlande könnte er sein 100. Länderspiel bestreiten. Vermutlich aber nur als Einwechselspieler.

4. Die DFB-Auswahl ist taktisch flexibler geworden

Zweimal in Folge setzte Löw jetzt auf eine Dreierkette. Mit dieser Variante hatte er schon beim Confed-Cup-Sieg 2017 Erfolg. Man habe aber auch mit der Viererkette gute Erfahrungen gemacht, so Löw: "Es ist gut, wenn man beide Formationen spielen kann."

5. Es war nur Russland

Der WM-Viertelfinalist präsentierte sich in schwacher Form. Trainer Stanislav Cherchesov musste auf wichtige Stammkräfte verzichten. Ein echter Gradmesser wird das Nations-League-Duell gegen den Erzrivalen Niederlande am Montag in Gelsenkirchen. Das Hinspiel in Amsterdam ging mit 0:3 verloren. "Wir haben etwas gutzumachen und werden alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen", sagte Löw.

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