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"Schuster-Jungs" bereit zum Höhenflug

15.11.2018 12:36
Die deutschen Skispringer streben viele Medaillen an
© getty, Alexander Hassenstein
Die deutschen Skispringer streben viele Medaillen an

Freund, Freitag, Wellinger: DSV-Bundestrainer Werner Schuster geht mit einem starken Team in die neue Skisprung-Saison. Seine eigene Zukunft ist offen.

Richard Freitag als Trumpf, Andreas Wellinger als Mitfavorit und Severin Freund als Joker in der Hinterhand: Forsch wie lange nicht mehr gehen die deutschen Skispringer am Wochenende in den WM-Winter.

"Wir wollen von Anfang an um das Podest kämpfen. Die Mannschaft ist breiter aufgestellt denn je", so Bundestrainer Werner Schuster vor der Qualifikation im polnischen Wisla, mit der am Freitag der Startschuss der viermonatigen Saison fällt.

Weil auch der WM-Dritte Markus Eisenbichler und "Sommer-König" Karl Geiger für vordere Plätze gut sind, darf Schuster mit Stolz auf sein Team blicken. Zehn Jahre nach seinem Amtsantritt stehen die DSV-Adler an der Weltspitze und sind für die Zukunft gerüstet.

Zukunft von Werner Schuster als Skisprung-Bundestrainer ungewiss

Ob Schuster Teil dieser Zukunft sein wird, ist aber offen. Der Vertrag des Österreichers läuft zum Saisonende aus, eine Verlängerung noch vor dem Winter blieb anders als in der Vergangenheit aus.

"Ich habe das immer spontan entschieden. Viele Dinge in meinem Leben haben sich ergeben. Das Projekt Deutschland, das kann ich schon jetzt sagen, egal wie und wann es endet, ist ein Erfolg", sagte Schuster unlängst dem "ZDF" über seinen Karriereplan.

Droht also der Abschied? Schuster wiegelt ab. "Ich habe immer noch nicht das Gefühl, dass es zu Ende ist", kommentierte der 49-Jährige.

Für den Deutschen Skiverband wäre Schuster kaum zu ersetzen. Wer sollte ihm auch folgen? Martin Schmitt, der das Trainerdiplom in der Tasche, aber noch keine Erfahrung hat? Oder der ehemalige Skiflug-Weltmeister Roar Ljökelsöy aus Norwegen, der zum DSV-Stab gehört? Ronny Hornschuh vielleicht, derzeit Schweizer Nationalcoach und neben Wolfgang Hartmann (Südkorea) einer von nur zwei deutschen Trainern im Weltcup-Zirkus?

Gewinnt ein DSV-Adler die Vierschanzentournee?

Schusters Erfolge sind schon jetzt enorm. Der Team-Olympiasieg 2014, der WM-Titel durch Freund 2015 und Wellingers Olympia-Gold 2018 seien seine "drei Big Points", meinte Schuster. Was fehlt, ist ein Triumph bei der Vierschanzentournee, Ende Dezember startet er einen neuen Versuch. "Ich hoffe, dass es dieser Generation noch gelingt, die Tournee zu gewinnen. Wir werden alles reinhauen, was geht", verspricht Schuster.

Freitag und Wellinger dürften dabei die besten Aussichten haben. Freitag will schon in Wisla den großen Favoriten Kamil Stoch in dessen Heimat ärgern, Wellinger seine Form bis Weihnachten langsam aufbauen. Für Ex-Weltmeister Freund kommt die Tournee dagegen nach seinen zwei Kreuzbandrissen wohl zu früh. In den Weltcup wird er erst eine Woche nach seinen Kollegen einsteigen.

Werner Schuster will Severin Freund zurückführen

Wer das noch fehlende Mosaiksteinchen holt, ist Schuster egal. "Natürlich will jeder den Platz an der Sonne. Ich versuche das schon seit Jahren vorzuleben: Jungs, gemeinsam sind wir stark. Wichtig ist, dass einer von euch oben steht", verriet er. Und vielleicht wird 2018/2019 ja auch der Winter von Karl Geiger, der im Sommer Zweiter der Gesamtwertung wurde. "Karl hat einen richtigen Schub bekommen. Der hat etwas vor", sagt der Bundestrainer.

Das gilt auch für Schuster selbst. Auch wenn sein Vertrag ausläuft, brennt der Erfolgscoach vor seiner elften Saison. "Es gibt wieder neue Ziele, etwa Severin zurückzuführen, dem ich viel zu verdanken habe", sagt Schuster: "Das ist eine reizvolle Aufgabe - und davon gibt es mehrere."

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