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Berlin will Mega-Projekt Special Olympics

12.11.2018 14:55
Alfons Hörmann, Präsident des DOSB
© getty, Sebastian Widmann
Alfons Hörmann, Präsident des DOSB

Am Dienstagabend werden die Special Olympics 2023 vergeben, die Weltspiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Berlin ist in der Endauswahl - und bekäme im Falle des Zuschlags ein Mammut-Ereignis.

7000 Sportler aus 180 Ländern, 40.000 freiwillige Helfer, 88 Millionen Euro Budget: Die Special Olympics sind ein Mega-Projekt, und 2023 sollen sie nach Berlin kommen. Wenn am Dienstagabend (MEZ) in Chicago die Weltspiele der Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung vergeben werden, sind sich Politik und Sport einig wie selten: Dieses Projekt würde Berlin und Deutschland voranbringen, es wäre ein Meilenstein in puncto Inklusion.

"Dieses Projekt verdient unsere vollste Unterstützung. Berlin wäre ein wunderbarer Schauplatz für dieses begeisternde Sportevent", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Auch das politische Berlin sprach sich am vergangenen Donnerstag im Bundestag in seltener Eintracht für die Bewerbung aus, nachdem die FDP einen Antrag auf Unterstützung des Projekts gestellt hatte. Über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg wurde die Kampagne begrüßt. Wenige Stunden später sicherten die Haushälter dem Dachverband Special Olympics Deutschland schon für 2019 eine Anschubhilfe in Höhe von 360.000 Euro zu, sollte Berlin den Zuschlag bekommen. 35 Millionen Euro an Steuergeldern sollen bis zur Ausrichtung in fünf Jahren folgen. Flankierend soll anlässlich der Special Olympics ein Projekt umgesetzt werden, in das deutschlandweit 180 Städte eingebunden sind.

"Die übergreifende Zustimmung und die große Unterstützung zeigen der Welt schon vor der Vergabe, dass Deutschland die Special Olympics Weltspiele als große Chance für Inklusion in der Gesellschaft begreift", sagte Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland. Letzter Gegner Berlins im Bewerberprozess ist Moskau, die Entscheidung trifft das Präsidium von Special Olympics International (SOI).

26 Sportarten auf der Agenda

Die Dachorganisation wurde 1968 von Eunice Shriver, der Schwester von John F. Kennedy, gegründet, deren Schwester Rosemary geistig behindert war. Seit dem Gründungsjahr finden die Weltspiele statt, seit 1975 im Zweijahresabstand in der Sommer- und Winter-Variante. An den vergangenen Ausgaben in Los Angeles 2015 und in Schladming 2017 nahmen 6500 beziehungsweise knapp 3000 Athleten teil. Nach Los Angeles entsandte der SOI Deutschland immerhin 115 Athleten, mehr als 25.000 Sportlerinnen und Sportler sind hierzulande registriert.

Berlin wartet mit einem griffigen Konzept mit kurzen Wegen auf. In 26 Sportarten können sich die Sportler aus aller Welt im Umkreis von nur zehn Kilometern um das Brandenburger Tor messen. Geld für Neubauten ist nicht geplant, sämtliche Sportstätten sind bereits vorhanden.

"Wir wünschen uns, dass mit den Special Olympics in Deutschland Menschen mit geistiger Behinderung mehr Anerkennung bekommen", sagt der Badmintonspieler Marc Solomeyer, Athletensprecher und Vizepräsident von Special Olympics Deutschland: "Wir wünschen uns, dass wir ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind."