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Dresdener Tränen nach 1:8-Demütigung in Köln

11.11.2018 11:59
Die Dresdener ließen sich in Köln abschießen
Die Dresdener ließen sich in Köln abschießen

Die Spieler von Dynamo Dresden waren nach der 1:8-Klatsche von Köln untröstlich. Vor allem Torhüter Markus Schubert litt sichtlich.

Markus Schubert war am Ende eines langen, langen Nachmittags einfach alles zu viel. Hemmungslos gab sich der Torwart von Dynamo Dresden den Tränen hin, dass es selbst dem Gegner in der Seele weh tat. Das 1:8 (0:2) beim Zweitliga-Spitzenteam 1. FC Köln war nicht nur für den erst 20 Jahre alten Schlussmann mehr als eine Lehrstunde, wie sie schon einmal vorkommen kann. Alle Dresdner waren nach dem Desaster in der Domstadt wie vom Blitz getroffen.

"Wenn ich einige Spieler heulen sehe wie die Schlosshunde, weiß ich, dass ich Jungs trainiere, die mit ganz viel Herz und Leidenschaft dabei sind. Leider haben wir das heute nicht auf den Platz gebracht", sagte Dynamo-Trainer Maik Walpurgis. "Gar nicht so viel zu analysieren" habe der Coach nach dem denkwürdigen Auftritt. Bei acht Gegentreffern werden die Defizite ohnehin für so ziemlich jeden ersichtlich. Für Walpurgis geht es in erster Linie nun um Traumabewältigung.

"Unsere Fans feiern uns, als hätten wir 8:1 gewonnen"

"Die Mannschaft ist natürlich tieftraurig und verärgert, wütend über sich selbst", sagte der 45-Jährige. Hier gilt es anzusetzen. Junge Akteure wie Schubert, dem selbst die Kölner Torschützen Simon Terodde (42./46./61.) und Jhon Cordoba (3./51.) nach Abpfiff gut zuredeten, müssen wieder aufgerichtet werden. Das merkten auch die rund 5000 mitgereisten Dresdner Fans, die ihre Mannschaft trotz der Pleite frenetisch feierten.

"Unfassbar, wie wir in der Kurve empfangen wurden. Unsere Fans feiern uns, als hätten wir 8:1 gewonnen", sagte Dynamos Kapitän Marco Hartmann. Auch Dresdens Fußball-Ikone Ulf Kirsten meldete sich per Twitter zu Wort. "8:1 ohne Worte, aber dieser Support sagt mehr als tausend Worte", befand der 52-Jährige. Die zwei Minuten Spielunterbrechung in der zweiten Halbzeit wegen gezündeter Rauchbomben im Dresdner Block stehen derweil auf einem anderen Blatt Papier.

"Es gilt für uns jetzt, das Ganze einmal sacken zu lassen"

Doch in den Köpfen der Spieler wird die große Unterstützung bleiben - und sie hat einen Grund. Nach Walpurgis' Amtsantritt Mitte September lief es eigentlich gut. 15 Punkte aus zehn Spielen und Tabellenplatz neun sind in Ordnung. Doch der Coach muss verhindern, dass das Drama von Köln die Mannschaft aus der Bahn wirft.

"Es gilt für uns jetzt, das Ganze einmal sacken zu lassen, dann zu analysieren und mit der Mannschaft zu sprechen", sagte Walpurgis. Auch mit Schubert wird mit Sicherheit gesprochen werden. Wenn die Tränen getrocknet sind, wird er erkennen, dass er die Niederlage kaum hätte verhindern können. Nur beim Kopfball-Treffer von Jonas Hector (83.) zum Endstand war er völlig unnötig vorbeigesegelt.

Alles andere - den erste Hector-Treffer (56.), das Tor von Louis Straub (78.) und alles, was Terodde und Cordoba gelungen war - hätte der Youngster nicht verhindern können. Als das Spiel schon entschieden war, bewahrte Baris Atik (72.) Dresden zumindest vor der Schmach der Torlosigkeit. Ob es dem angeknacksten Selbstverständnis hilft, ist offen.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Hamburger SVHamburger SVHamburger SV16104222:15734
21. FC Köln1. FC Köln1.FC Köln16103342:192333
31. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin16610025:121328
4FC St. PauliFC St. PauliSt. Pauli1684424:21328
5Holstein KielHolstein KielHolstein Kiel1676330:22827
61. FC Heidenheim 18461. FC Heidenheim 1846Heidenheim1675427:21626
7VfL BochumVfL BochumBochum1666425:19624
8SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther FürthGr. Fürth1665521:29-823
9SC Paderborn 07SC Paderborn 07Paderborn1657433:28522
10Jahn RegensburgJahn RegensburgRegensburg1657427:25222
11Dynamo DresdenDynamo DresdenDresden1664620:23-322
12Erzgebirge AueErzgebirge AueAue1653820:21-118
13SV Darmstadt 98SV Darmstadt 98Darmstadt1653819:25-618
14Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeld1636719:25-615
15MSV DuisburgMSV DuisburgDuisburg1634914:28-1413
161. FC Magdeburg1. FC MagdeburgMagdeburg1618719:28-911
17SV SandhausenSV SandhausenSandhausen1625916:25-911
18FC Ingolstadt 04FC Ingolstadt 04Ingolstadt1616915:32-179
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