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Auftaktpleite beim Deutschland Cup

Bitter! Deutschland verliert Overtime-Krimi gegen Russland

08.11.2018 21:21
Das DEB-Team musste sich in der Overtime geschlagen geben
Das DEB-Team musste sich in der Overtime geschlagen geben

Noch kein Abschiedsgeschenk für Marco Sturm: Mit neun Olympia-Helden hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beim Start ins letzte Turnier des scheidenden Bundestrainers einen Sieg verpasst.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes unterlag Russland beim Deutschland Cup in Krefeld mit 3:4 (0:1, 3:1, 0:1, 0:1) nach Verlängerung. Erfolgscoach Sturm, der das deutsche Team in Pyeongchang sensationell zu Silber geführt hatte, wechselt in der kommenden Woche als Co-Trainer in die nordamerikanische Profiliga NHL.

Der Nürnberger Leonhard Pföderl (21. und 29.) und der Münchner Frank Mauer (40.) erzielten vor 4180 Zuschauern die Tore für die DEB-Auswahl. Nikolaj Demidov (17.), Dmitri Judin (24.), Andrei Tshibissov (51.) und Artjom Semtshjonok nach 22 Sekunden der Verlängerung verhinderten mit ihren Treffern aber einen Erfolg für Sturm und seine Spieler.

"Es war ein super Kampf, wir haben uns nicht unterkriegen lassen", sagte Verteidiger Konrad Abeltshauser am "Sport1"-Mikrofon und trauerte seiner eigenen Chance zum Siegtor unmittelbar vor Russlands entscheidendem Treffer nur wenig nach: "Wir können schon stolz auf unsere Leistung sein."

Torschütze Mauer versprach Sturm für den weiteren Turnierverlauf weitere Topleistungen für einen ehrenvollen Abgang: "Natürlich wollen wir für Marco noch einmal eine Schippe drauflegen, um ihm diesen Abschied zu versüßen."

Die nächste Chance hat die deutsche Mannschaft am Samstag (13:30 Uhr) gegen Vizeweltmeister Schweiz. Letzter Gegner ist am Sonntag (14:30 Uhr) die Slowakei.

256 Tage nach dem Endspiel von Pyeongchang standen acht Finalisten auf dem Eis - sieben für Deutschland, einer für Olympiasieger Russland. Zwei Silbermedaillengewinner sahen zu: der am Fuß verletzte Verteidiger Moritz Müller und Torwart Danny aus den Birken, der am Wochenende zum Einsatz kommen soll. Ein weiterer warf den Puck zum Eröffnungsbully ein: Fahnenträger Christian Ehrhoff, der im Frühjahr seine Karriere beendet hatte.

Als Sturm-Nachfolger steht der 36-Jährige vorerst nicht zur Verfügung. "Der Trainerjob ist im Moment nichts für mich", sagte er bei "Sport1". Doppeltorschütze Pföderl und der Mannheimer Sinan Akdag hatten im Finale nicht mitgewirkt.

Noch einmal "zusammen mit den Jungs" ein Turnier zu bestreiten, sei für ihn das ideale Abschiedsgeschenk, hatte Sturm gesagt. "Die Zeit war wunderschön, wir haben Wundervolles erreicht. Wir sind zusammengewachsen als Familie. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen", betonte der 40-Jährige, der am Montag in die USA fliegt und seinen neuen Job bei den Los Angeles Kings antritt.

Box-Einlage sorgt für Aufsehen

Der DEB sucht hinter den Kulissen nach einem Nachfolger. Im Gespräch sind neben Ehrhoff unter anderem der frühere Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger sowie die DEL-Coaches Harold Kreis (Düsseldorf) und Pavel Gross (Mannheim).

Für den ersten Aufreger sorgten zwei Olympia-Finalisten: Der Mannheimer David Wolf und Goldmedaillengewinner Nikolai Prochorkin lieferten sich eine Box-Einlage und mussten gemeinsam auf die Strafbank. Ausgerechnet als das DEB-Team in Überzahl war, kassierte es das 0:1. Mauer verlor im Angriffsdrittel den Puck, Demidov schloss den Konter erfolgreich ab.

Im zweiten Powerplay gelang Pföderl der Ausgleich. Nach dem erneuten Rückstand traf der Nürnberger noch einmal in Überzahl. Mauer brachte das Sturm-Team später mit einem Alleingang sogar zwischenzeitlich in Führung.

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