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Nur rund zehn PS Rückstand?

Red Bull glaubt 2019 an Honda-Wunder

08.11.2018 14:27
Was Red Bull in Mexiko gelungen ist, soll 2019 wieder der Normalzustand sein
Was Red Bull in Mexiko gelungen ist, soll 2019 wieder der Normalzustand sein

Max Verstappens Mexiko-Sieg führte den Red-Bull-Gegner wieder einmal vor Augen, wie gut der Bolide aus Milton Keynes ist, wenn die Motorleistung keine entscheidende Rolle spielt. Denn in der dünnen Luft auf 2.285 Metern Seehöhe gleicht sich die Motorleistung an. Durch die aktuellen Fortschritte bei Red Bulls zukünftigem Antriebspartner Honda müssen Mercedes und Ferrari aber fürchten, dass sie sich nicht nur vereinzelt, sondern regelmäßig mit Verstappen und Pierre Gasly herumschlagen müssen.

"Wir erwarten, dass Honda nur zehn Kilowatt hinter Ferrari und Mercedes liegt", verweist Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber "auto motor und sport" auf die kommende Saison. Zehn Kilowatt - das sind nur 13,6 PS. "Wir trauen uns zu, dass wir das mit dem guten Chassis ausgleichen können." Eine Ansage, die man ernst nehmen sollte, denn bislang hat Honda laut Red Bull im Gegensatz zu Renault die eigenen Versprechen stets gehalten.

Das weiß man durch die Erfahrungen des B-Teams Toro Rosso in der aktuellen Saison. "Sie sind auf den Geraden um sechs Zehntelsekunden schneller als wir", vergleicht Marko. "Das ist sehr ermutigend für nächstes Jahr. Und wir wissen, dass sie noch mehr im Ärmel haben. Wir freuen uns schon sehr."

Red Bull auch für Wolff Titelanwärter in der Formel 1

Derzeit geht man davon aus, dass Honda rund 50 PS auf die Referenzmotoren von Ferrari und Mercedes fehlen. Es wird keine einfache Aufgabe sein, gegen diese Kapazunder 40 PS zu finden. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff traut das Red Bull und Honda zu: "Wir reden darüber, dass sie die Idioten sind, und dann reden wir darüber, dass sie WM-Anwärter sind. Meine Meinung zu Red Bull hat sich nicht geändert. Sie sind ein starkes Team, und der Honda-Motor hat starkes Potenzial gezeigt. In jedem einzelnen Jahr glaube ich, dass sie ein Anwärter auf die Meisterschaft sind - wie Ferrari und hoffentlich wir."

Auch Teamchef Christian Horner zeigt sich in Anbetracht der bisherigen Erfahrungen mit den Japanern zuversichtlich: "Wir haben ihre Fortschritte seit Mai verfolgt und werden seitdem mit jedem Monat stärker. Die Motoren, die sie jetzt an die Strecke bringen, kommen denen an der Spitze des Feldes immer näher. Auch wenn noch ein bisschen fehlt: Es macht Mut, zu sehen, welche Fortschritte sie machen und wie viel Arbeit sie in Japan investieren."

Das liegt auch daran, dass Honda mit dem Entwicklungszentrum in Sakura laut Marko deutlich besser aufgestellt sei als die Renault-Antriebsabteilung in Viry-Chatillon, die nach wie vor über keinen Prüfstand verfügt, auf dem die Antriebseinheit im vollständigen Boliden getestet werden kann. "Mit Sakura kann überhaupt niemand mithalten", sieht Marko die Japaner gegenüber "ServusTV" auch im Vergleich mit Mercedes im Vorteil.

Horner: Zusammenarbeit mit Renault nie so intensiv

Dazu kommt, dass man endlich in den Genuss von Werksunterstützung kommt. Moment - fungierte man nicht in den Zeiten, als Renault kein Werksteam einsetzte, als Werkstruppe der Franzosen? "Wir sind immer ein Kundenteam von Renault gewesen", dementiert Horner. "Um 2011 herum war die Integration zwischen Chassis und Motor sehr stark, als die angeblasenen Diffusoren auf ihrem Höhepunkt waren. Das hat sich ab 2014/15 abgeschwächt und komplett aufgehört, als sie 2016 ihr eigenes Team an den Start gebracht haben." So intensiv wie mit Honda sei die Zusammenarbeit mit Renault nie gewesen.

Dazu kommt der Vertrauensverlust der vergangenen Jahren: "Da war es eine sehr schwierige und seltsame Beziehung mit Renault. Jetzt haben wir hingegen eine wirkliche technische Partnerschaft, anstatt nur zahlender Kunde zu sein. Es ist zwar noch ein Weilchen hin, aber wir arbeiten in Milton Keynes bereits mit Hochdruck. Im ganzen Team gibt es großen Optimismus."

Hartley sogar dankbar für Grid-Strafen

Derzeit nutzt Red Bull Toro Rosso als Versuchskaninchen, um eventuelle Probleme vorab zu lösen, damit es nicht 2019 wie in Hondas bitteren McLaren-Jahren ein böses Erwachen gibt. Das sorgt dafür, dass Pierre Gasly und Brendon Hartley eine Grid-Strafe nach der anderen kassieren. 

"Das war auch absolut gerechtfertigt, denn sonst hätten wir in Austin keine zwei Punkte geholt", kann Hartley damit überraschenderweise gut leben. "Das Update war entscheidend und der Performance-Sprung sehr groß."

Während in Mexiko das Update wegen der Höhenlage wieder ausgebaut wurde, fiel man damit ausgerechnet beim Honda-Heimrennen in Suzuka nach dem starken Qualifying aus den Punkterängen. Nach leiser Honda-Kritik nach dem Rennen spricht Hartley die Japaner nun frei: "Das war kein Honda-, sondern ein Set-up-Problem."

Marko: Chassis-Daten für 2019 vielversprechend

In der kommenden Saison ist bei Red Bull aber nicht nur eine andere Antriebseinheit an Bord, man muss sich auf ein neues Reglement einstellen. In der Vergangenheit war das stets eine Stärke der Truppe aus Milton Keynes, doch 2014 und 2016 benötigte man eine Weile, um sich perfekt auf die neuen Bedingungen einzustellen.

"Unser Auto scheint aktuell sehr schnell zu sein. Wir haben uns in den letzten Rennen sehr gut entwickelt", bilanziert Marko, der daraus "auf jeden Fall" Hoffnung für 2019 schöpft. "Wir haben auch schon die Werte von den neuen Flügeln. Das macht uns sehr optimistisch." Auch Teamchef Horner ist guter Dinge, dass die mageren Jahre - der letzte WM-Triumph liegt bereits fünf Saisons zurück - nun endlich vorbei sind.

"Es gibt einen Reset in den Regularien. Manche Teams werden es richtig hinbekommen, andere nicht. Aber wir hoffen sehr, dass unsere Probleme, die wir in den vergangenen fünf Jahren hatten, endlich geheilt sein werden. Wenn es uns gelingen sollte, die Lücke richtig zu schließen, dann haben wir als Team sicher die Möglichkeit, mit ihnen auf Augenhöhe zu kämpfen."

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