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Elisabeth Seitz hat in Doha "noch nicht fertig"

31.10.2018 14:50
Elisabeth Seitz ist nach ihrer Verletzung zurück
© getty, Minas Panagiotakis
Elisabeth Seitz ist nach ihrer Verletzung zurück

Bei den European Championships im August in Glasgow wurde sie schmerzlich vermisst, bei den Weltmeisterschaften in Doha ist Elisabeth Seitz wieder Teamleaderin, Vorbild und Leistungsträgerin in einer Person.

Die Kolleginnen durften ihre beanspruchten Füße nach Rang acht im Teamfinale ein bisschen hochlegen, für Elisabeth Seitz gehen die Kunstturn-Weltmeisterschaften in Doha jetzt in die Verlängerung. Und die Stuttgarterin freut sich unbändig darauf. "It's time to dance again", verkündete die deutsche Mehrkampf-Meisterin via Facebook und voller Begeisterung.

Dass die Pädagogikstudentin ihren Soloauftritt im Mehrkampffinale am Donnerstag und auch ihren Start in der Medaillenentscheidung am Stufenbarren am Freitag kaum erwarten kann, hat eine unschöne Vorgeschichte. Ein Ödem im Bauchraum zwang die Olympia-Vierte von Rio 2016 am Stufenbarren zu einer mehrmonatigen Pause, die European Championships im August in Glasgow eingeschlossen.

Im Nachhinein allerdings könnte sich diese Zwangspause als Vorteil herausstellen. Seitz: "Weil ich danach endlich einmal eine reibungslose Vorbereitung hatte, bin ich extrem gut drauf und fit. Vielleicht war diese Unterbrechung gut für meinen Körper."

"Eli ist eine echte Wettkampfsau"

Dennoch: "Ich war schon echt traurig, dieses große Event Championships mit so vielen Sportarten zu verpassen", meint Seitz, die ausgesprochen gern über den Tellerrand ihrer eigenen Sportart hinausschaut. Und sie fehlte auch der EM-Riege, die in Schottland zu wenig mannschaftliche Geschlossenheit zeigte und auch deshalb sportlich unter ihren Möglichkeiten blieb.

Auch Bundestrainern Ulla Koch vermisste in Schottland ihre Teamleaderin, die in Katar schon zum neunten Mal bei einer WM turnt: "Eli ist eine echte Wettkampfsau, die auch die anderen während des Wettkampfes mitreißen kann." Was sie im Aspire Dome auch mit Erfolg tat und das deutsche Quintett ins Teamfinale führte.

Nun aber muss und wird die deutsche Mehrkampf-Meisterin in den Solistinnenmodus schalten. In der Mehrkampfentscheidung ginge schon eine Top-Ten-Platzierung als beachtlicher Erfolg durch, am Stufenbarren aber wäre ein Medaillengewinn keine Sensation. Noch fehlt indes eine solche Plakette in der umfangreichen Trophäensammlung von Seitz.

Rückenwind nach EM-Bronze

Mit der drittbesten Vornote in der Qualifikation meldete die zweimalige Weltcup-Gesamtsiegerin ihre Ansprüche schon einmal eindrucksvoll an. Und erst im vergangenen Jahr hatte Seitz ihre Konkurrenzfähigkeit am Doppelreck mit EM-Bronze unterstrichen.

Offen bleibt bis kurz vor Schluss, ob die Medaillenkandidatin ihre Übung um vielleicht entscheidende zwei Zehntelpunkte aufstockt, um das Risiko, aber auch ihre Chance auf Edelmetall zu erhöhen. Der Trend geht zur mutigen Variante zwischen den beiden Holmen: "Auf Kosten des Teams wollte ich das Wagnis nicht eingehen, aber jetzt ist es eigentlich ja mein Ding."

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