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Kovac kritisiert - Müller schlägt Alarm

Glanzlose Bayern mühen sich zum nächsten Arbeitssieg

31.10.2018 08:45
Renato Sanches und der FC Bayern stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals
© getty, Christof Koepsel
Renato Sanches und der FC Bayern stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals

Mit dem zweiten Anzug und einiger Mühe hat Rekordmeister Bayern München das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Ohne ein halbes Dutzend verletzter oder angeschlagener Stars setzte sich das weiter nach seiner Souveränität suchende Team von Trainer Niko Kovac beim Regionalligisten SV Rödinghausen mit 2:1 (2:0) durch.

Sandro Wagner (8.) und Thomas Müller (13., Foulelfmeter) erzielten die Treffer für den Rekordpokalsieger, der sein drittes Pflichtspiel in Folge gewann. Nach dem Seitenwechsel sorgte der Underdog durch Linus Meyer (49.) noch einmal für Spannung.

Renato Sanches war zuvor mit einem Foulelfmeter an der Latte gescheitert (23.), der Portugiese vergab damit die große Chance, die Partie frühzeitig zugunsten des haushohen Favoriten zu entscheiden.

"Wir sind weiter. Aber auf welche Weise wir das geschafft haben, hat jeder gesehen", sagte ein bedienter Thomas Müller in der "ARD": "Jeder Spieler muss sich darüber Gedanken machen. Nach dem verschossenen Elfmeter sind wir eingebrochen, wurden nervös, machten Fehler. Das kann nicht unser Anspruch sein." 

Trainer Niko Kovac monierte: "Wir machen die Chancen im Moment nicht rein, dann ist es immer ein ziemliches Zittern bis zum Schluss. Wir haben allen Grund dazu, unzufrieden zu sein. Bis zum zweiten Elfer haben wir es gut gemacht. Und dann ist es in die andere Richtung gelaufen. Wir sind teilweise in Schönheit gestorben und haben zu viele Fehlpässe gespielt.""

Letztlich blieben die Münchner im Ausweichstadion an der Bremer Brücke in Osnabrück aber im 28. Auswärtsspiel nacheinander im Cup-Wettbewerb erfolgreich und bauten damit ihren Rekord aus. Zudem überwintert der FC Bayern zum zwölften Mal in Folge im DFB-Pokal, das Achtelfinale steigt erst am 5./6. Februar 2019.

In der ersten Runde hatten die Bayern, die am 25. Mai im Berliner Olympiastadion zum 19. Mal den DFB-Pokal in Händen halten wollen, mit 1:0 beim Viertligisten SV Drochtersen/Assel gerade noch eine Blamage verhindert.

"Wir sind sehr, sehr stolz, so eine Leistung gezeigt zu haben. Gerade wenn man so früh 0:2 hinten liegt", sagte Rödinghausens Coach Enrico Maaßen. "Die Jungs haben sich nicht aufgegeben, wir haben um das Ergebnis gekämpft."

Lewy, Kimmich und Gnabry auf der Bank

Auch mit dem Tabellenfünften der Regionalliga West machte der Favorit vier Tage vor dem Ligaspiel gegen den SC Freiburg keinen kurzen Prozess - wohl auch, weil in James (Erkältung), Jerome Boateng (Magen-Darm), Arjen Robben (Rücken-Blockade), Mats Hummels (Adduktoren-Probleme), Corentin Tolisso (Kreuzbandriss) und Kingsley Coman (Syndesmoseriss) wichtige Stützen fehlten.

Zudem ließ Kovac Korsettstangen wie Torjäger Robert Lewandowski und Nationalspieler Joshua Kimmich zunächst auf der Bank, dort nahm auch der zuletzt starke Serge Gnabry Platz. Neben dem illustren Trio saßen die weitgehend unbekannten Nachwuchskräfte Meritan Shabani, Paul Will, Wooyeong Jeong sowie die etatmäßige Nummer drei Christian Früchtl.

Thomas Müller knackt Top 10 der besten Pokaltorschützen

Bei lediglich vier Grad und teils heftigem Regen kamen die Bayern schnell auf Betriebstemperatur. Nach einer schönen Kombination spitzelte Sanches den Ball in die Mitte zu Lewandowski-Ersatz Wagner, der aus wenigen Metern zur Führung einschob.

Nur fünf Minuten darauf drang Sanches mit dem Ball in den Strafraum ein, Schiedsrichter Timo Gerach entschied auf Elfmeter, den Müller sicher verwandelte. Mit seinem Treffer zog der Nationalspieler in die Top 10 der erfolgreichsten Pokal-Torschützen ein.

Kurz darauf wurde der einschussbereite Nationalspieler Leon Goretzka, dessen Einsatz ebenfalls lange infrage stand, zu Fall gebracht. Sanches drosch den Ball an die Latte - und verlieh Rödinghausen damit frischen Elan. In der 25. Minute hatte Simon Engelmann die erste Chance, auf Flanke von Kelvin Lunga belohnte der gedankenschnelle Meyer den SVR kurz nach dem Wiederbeginn.

Der FC Bayern gewann in der Folge wieder die Spielkontrolle, die kompakte Rödinghausener Abwehr machte es dem Favoriten aber weiter schwer, zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen.

 

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