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Was machen frühere Bundesligaspieler heute?

Rampenlicht: BVB-Talent in den Niederungen des Fußballs

01.11.2018 15:10
Nizamettin Caliskan bestritt einst zwei Bundesliga-Spiele für den BVB.
© getty, Sandra Behne
Nizamettin Caliskan bestritt einst zwei Bundesliga-Spiele für den BVB.

Viele bekannte Gesichter aus der Fußball-Bundesliga spielen weitgehend unbeachtet von den deutschen Medien im Ausland. Heute im sport.de-Rampenlicht: ein fast vergessenes BVB-Talent, das nun in der Türkei aktiv ist, ein früherer Profi des VfL Wolfsburg, der sein Glück in der Heimat gefunden hat sowie ein Werder-Skandalvogel und seine verrückte Wechselgeschichte.

Der größte Tag im Fußballer-Leben von Nizamettin Caliskan war der 13. Mai 2006: Beim Kracher gegen den FC Bayern München vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena stand der damals 19-Jährige zum ersten Mal in der Startelf von Borussia Dortmund.

In seinem zweiten und auch letzten Bundesliga-Spiel erlebte er an der Seite von Klub-Ikonen wie Dede und Jan Koller ein spektakuläres 3:3. Ganze 70 Minuten durfte Caliskan mitwirken. Dann wurde der Deutsch-Türke von Trainer Bert van Marwijk ausgewechselt.

Nach diesem Highlight wechselte der zentrale Mittelfeldspieler in die Türkei zum damaligen Erstligisten Maniaspor. Ganze sechs Jahre lang ging Caliskan mit dem Klub durch dick und dünn, bis er über Stationen bei Orduspor und Genclerbirligi in der Versenkung verschwand.

Trotz seiner großen Erfahrung war der Ex-Dortmunder ab 2015 ein Jahr lang vereinslos. Erst im Sommer darauf nahm ihn Zweitligist Balikesirspor unter Vertrag.

Dort übernimmt der inzwischen 31 Jahre alte Routinier als Kapitän Verantwortung - und ist mit zwei Treffern sogar der beste Torschütze seiner Mannschaft. Dennoch steckt der frühere BVB-Profi mit dem Klub aus Anatolien mittendrin im Abstiegskampf.

Wolfsburgs Schwede findet sein Glück in der Heimat

Mit dem Abstieg haben Rasmus Jönsson und sein schwedisches Zweitliga-Team Helsingborgs IF derzeit nicht zu tun - im Gegenteil.

Am letztem Wochenende machte das Team nach zweijähriger Abstinenz die Rückkehr in die erste Liga perfekt. Zwei Spieltage vor Schluss der Meisterschaft ist dem Tabellenführer der Aufstiegsplatz nicht mehr zu nehmen.

Und Jönsson hat einen nicht so kleinen Anteil am Erfolg: Mit acht Scorerpunkten in 13 Partien hat sich der 28-Jährige beim zweiten Engagement bei seinem Jugendklub direkt wieder in die Herzen der Fans gespielt.

Von so einer Quote konnte Jönsson beim VfL Wolfsburg unter Trainer Felix Magath nur träumen.

In 17 Bundesliga-Spielen zwischen 2011 und Ende 2012 erzielte der zweifache Nationalspieler Schwedens kein einziges Tor. Dann war das Missverständnis beendet und Jönsson kehrte den Niedersachsen den Rücken.

Über die dänischen Vereine Aalborg und Odense kehrte der Mittelstürmer zu Helsingborgs IF zurück.

Nach dem vorzeitigen Aufstieg ist sein auslaufender Vertrag allerdings noch nicht verlängert worden. Für Jönsson ist es aber kein Grund zur Sorge. "Ich denke nicht, dass es merkwürdig ist, dass wir noch nicht gesprochen haben, aber ich würde sehr gerne bleiben", sagte er zuletzt.

Werder-Skandalnudel im Reich der Mitte

Gerade erst einen neuen Vertrag unterschrieben hat Dusko Tosic. Der Serbe, einst bei Werder Bremen unter Vertrag, soll beim Chinesischen Erstligisten Guangzhou R&F in den kommenden drei Jahren ganze zehn Millionen Euro verdienen.

Damit hätte Tosic sein Salär im Vergleich zu seinem Gastspiel zuvor beim türkischen Spitzenklub Besiktas glatt verdoppelt.

In Istanbul war der 33-Jährige drei Jahre aktiv - eine für seine Verhältnisse lange Zeit. Denn zuvor wechselte der Innenverteidiger die Vereine zumeist im Ein-Jahres-Rhythmus.

Bei Werder hielt es Tosic nach seiner Verpflichtung im Sommer 2007 immerhin zweieinhalb Spielzeiten lang aus. Er sollte die Lösung für die Linksverteidiger-Position bei den Grün-Weißen sein, doch stattdessen sorgte er für viel Ärger.

Im Februar 2010 war eine Leihe zum Zweitligisten MSV Duisburg bereits fast in trockenen Tüchern. Doch Tosic sagte den Zebras im letzten Moment ab, sodass der Wechsel scheiterte - nur eine von mehreren Eskapaden des Profis.

Das Fass lief über, die Werder-Verantwortlichen kündigten den Vertrag des 28-fachen Nationalspielers. Der damalige Geschäftsführer Klaus Allofs war nach eigener Aussage "froh, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist".

Rune Pentzek

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