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Personalsorgen trüben WM-Vorfreude des DHB-Teams

29.10.2018 14:49
Nationalspieler Julius Kühn (l.) hat sich am rechten Knie verletzt
© getty, Martin Rose
Nationalspieler Julius Kühn (l.) hat sich am rechten Knie verletzt

Zwei deutliche Siege, aber auch einige Fragezeichen: Die deutschen Handballer biegen nicht ohne Sorgen auf die Zielgeraden ihrer WM-Vorbereitung ein.

Nein, Feierlaune wollte nicht aufkommen, als die deutschen Handballer in den frühen Morgenstunden mit müden Augen in den Flieger gen Heimat kletterten. Zwar hatten Kapitän Uwe Gensheimer und Co. ihre sportlich perfekte Lehrgangswoche mit einem standesgemäßen 30:14-Erfolg im Kosovo abgeschlossen, doch die Verletzungen der beiden Europameister Julius Kühn und Jannik Kohlbacher trübten nach dem letzten Pflichtspiel vor der Heim-WM das gute Gefühl.

"Beide sind zu Untersuchungen in ihren Vereinen", sagte Bundestrainer Christian Prokop dem "SID". Diagnosen gab es am Montag zunächst keine. Die makellose Bilanz von 4:0-Punkten in der EM-Qualifikation und das frische Selbstvertrauen rückten angesichts der Sorgen um die beiden Leistungsträger aber erst einmal in den Hintergrund.

"Ich hoffe, dass sich Jannik Kohlbacher und Julius Kühn nicht schwerer verletzt haben", sagte Rechtsaußen Tobias Reichmann.

Rückraumspieler Kühn hatte sich bei einem Sprungwurf kurz nach der Pause das rechte Knie lädiert, Kreisläufer Kohlbacher war bei einer Offensivaktion in der ersten Halbzeit unglücklich auf den Rücken gefallen. Für beide war die Partie am Sonntagabend sofort beendet.

"Wir haben noch viel Luft nach oben"

Sorgen bereiten neben Kühn und Kohlbacher auch die Berliner Rückraumspieler Paul Drux und Fabian Wiede, die beide verletzt fehlten und voraussichtlich auch den November über pausieren müssen. Zudem waren bei den Trainingseinheiten und den beiden Spielen mit Steffen Weinhold und Kai Häfner zwei weitere Linkshänder aufgrund leichter Blessuren nicht dabei.

Dennoch zeigte sich Bundestrainer Christian Prokop mit der Lehrgangswoche zufrieden. Das Team habe sich einige Dinge im taktischen Bereich erarbeitet und zudem zwei Erfolge eingefahren. "Mit diesen Siegen haben wir einen nächsten kleinen Schritt in Sachen Vorfreude in Richtung Heim-WM gemacht", sagte der 39-Jährige und hob die Abwehrleistung positiv hervor. "In puncto Chancenverwertung haben wir sicherlich noch Steigerungspotenzial", so Prokop. Auch Reichmann befand selbstkritisch: "Wir haben noch viel Luft nach oben."

DHB-Team mit makelloser Bilanz

Viel Zeit für die Feinjustierung bleibt dem deutschen Team nicht mehr. Schon am 10. Dezember wird Prokop einen vorläufigen 28er-Kader nominieren, der nach den verbleibenden Testspielen gegen Polen (12. Dezember), Tschechien (4. Januar in Hannover) und Argentinien (6. Januar in Kiel) bis zum Anpfiff des WM-Eröffnungsspiels am 10. Januar auf 16 Spieler reduziert werden muss.

Zumindest eine Sorge fällt nach dem erfolgreichen Doppelschlag zum Quali-Start weg: Die Endrunden-Teilnahme bei der EM 2020 dürfte für das deutsche Team im kommenden Jahr nur noch Formsache sein. Denn nach dem Sieg im Kosovo und dem 37:21 vier Tage zuvor gegen Israel liegt die DHB-Auswahl in Gruppe 1 der EM-Qualifikation mit 4:0-Punkten souverän vorn.

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