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Rödinghausen geht mutig ins "Spiel des Lebens"

29.10.2018 12:23
Die Erstrunden-Partie gegen Dynamo Dresden fand im FRIMO Stadion in Lotte statt
© Noah Wedel
Die Erstrunden-Partie gegen Dynamo Dresden fand im FRIMO Stadion in Lotte statt

Nach dem Auftaktsieg gegen Zweitligist Dynamo Dresden will Regionalligist SV Rödinghausen in der zweiten Runde des DFB-Pokals auch den übermächtigen Rekordsieger Bayern München ärgern.

Daniel Flottmann kann seine Vorfreude nicht verbergen. "Flutlicht, Bremer Brücke, und ich als Osnabrücker Junge, mehr geht nicht", sagt der Kapitän des Regionalligisten SV Rödinghausen vor dem Pokalschlager am Dienstag (20:45 Uhr) gegen das Starensemble von Bayern München in Osnabrück dem "Sport-Informations-Dienst".

Rödinghausen ist die kleinste Gemeinde der verbliebenen Vereine im DFB-Pokal. Die knapp 10.000 Einwohner könnten am Dienstag nicht einmal das für gut 16.000 Zuschauer ausgelegte Stadion in Osnabrück füllen, in das der Viertligist ausweichen muss. Für die Kicker des Teams aus dem Kreis Herford ist es das "Spiel des Lebens".

"Wir müssen ja nicht antreten, wenn wir sagen, wir wollen möglichst niedrig verlieren. Das ist ein Pokalspiel, da gibt es nur rein oder raus. Jeder von uns ist Sportler, will an sein Limit gehen und warum sollten wir nicht versuchen zu gewinnen?", betonte Flottmann.

Für den 34-Jahre alten Innenverteidiger, der das Spiel in vollen Zügen genießen will, ist die Partie gegen den deutschen Rekordmeister das "Nonplusultra".

"Der FC Bayern braucht einen rabenschwarzen Tag"

Die sonst übermächtigen Bayern, die mit sieben Siegen in die Saison gestartet waren, befinden sich nach einer kurzen Durststrecke wieder im Aufwind.

Deshalb macht sich Trainer Enrico Maaßen auch nichts vor: "Wir alle brauchen unser Spiel des Lebens, der FC Bayern braucht einen rabenschwarzen Tag und dann haben wir vielleicht eine klitzekleine Chance. Wir wollen unserer Rolle gerecht werden und versuchen, ein tolles Spiel abzuliefern, große Emotion zeigen und versuchen, die Bayern ein bisschen zu ärgern."

Bei aller Vorfreude, die auch rund um den Verein vor dem großen Spiel herrscht, könnte die Partie für Maximilian Hippe kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen.

Der 20-Jährige, im Umkreis von Rödinghausen aufgewachsen und nach seiner Einwechslung in der ersten Pokalrunde gegen Dynamo Dresden umjubelter Torschütze zum 3:2-Siegtreffer, wird die Partie voraussichtlich aufgrund einer Schambein-Entzündung verpassen. "Das ist natürlich sehr bitter, und es macht mich auch ein bisschen traurig. Natürlich will ich spielen und vor allem bei solche einem Spiel", sagt Hippe.

Rödinghausen-Profis werden zu "kleinen Jungs"

Wie viele seiner Mitspieler hätte der Innenverteidiger in der zweiten Pokalrunde gern noch einen weiteren Zweitligisten gezogen.

"Natürlich ist es Bayern München, das ist die Top-Mannschaft in Deutschland und es ist auch eine riesige Freude, dass man gegen so eine Mannschaft spielen darf, doch die Chancen, dass wir weiterkommen sind eher gering", sagt Hippe.

Für Laurin von Piechowski geht dagegen ein Traum in Erfüllung. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler könnte im direkten Duell auf sein Vorbild Javier Martínez treffen. Nach dem Spiel das Trikot mit dem Spanier zu tauschen, wäre für ihn das Größte. "Da muss man nicht drumherum reden, da freut man sich wie ein kleiner Junge", sagt Piechowski.

A-Jugend des SV Rödinghausen spielt in der Bundesliga

Rödinghausen wird finanziell von einem ortsansässigen Hersteller für Luxusküchen unterstützt. Trotz des Geldgebers und den zusätzlichen Einnahmen aus dem Pokalwettbewerb geben sich die Ostwestfalen zurückhaltend.

"Wir verfolgen klare Pläne, wie wir mit dem Verein weiterkommen möchten, aber wir sind kein Verein, der große Parolen raushaut und sagt, wir wollen in den nächsten zwei drei Jahren aufsteigen", sagt Geschäftsführer Sport Alexander Müller.

Die A-Jugend spielt seit dieser Saison in der Bundesliga gegen Vereine wie Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Bayer Leverkusen. Am Dienstag stehen aber die Herren im Mittelpunkt: In ihrem Spiel des Lebens.

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