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13 Jahre WM-Erfahrung: Kim Bui turnt auch in Doha

25.10.2018 12:15
Kim Bui ist eine Konstanz im DTB
© getty, Naomi Baker
Kim Bui ist eine Konstanz im DTB

Fabian Hambüchen war noch nicht einmal Weltmeister, da gehörte Kim Bui bereits zur deutschen WM-Riege. Auch mit fast 30 Jahren hat die "Queen Mum" des deutschen Kunstturnens noch hohe sportliche Ziele.

Ihre bis zu elf Jahre jüngeren Teamkolleginnen blicken fast ehrfurchtsvoll ins weite Rund des heruntergekühlten Aspire Dome, Kim Bui genießt einfach.

"Ich erlebe solche schönen Momente jetzt viel bewusster", sagt die 29-Jährige, die in der Wüstenmetropole Doha zum siebten Mal bei Weltmeisterschaften für den Deutschen Turner-Bund an die Geräte geht.

Andere wie Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer, Sophie Scheder, Olympia-Dritte am Stufenbarren, oder die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz mögen öfter im Blickpunkt stehen. Die in Tübingen geborene Tochter eines Laoten und eine Vietnamesin aber ist die "Queen Mum" des deutschen Kunstturnens.

Fabian Hambüchen war noch kein Reck-Weltmeister, WM-Ersatzturnerin Carina Kröll noch nicht einmal eingeschult, da feierte Bui 2005 in Melbourne bereits ihre WM-Premiere.

Immer wieder vom Pech verfolgt

Die DTB-Aktivensprecherin ist die wichtigste und dauerhafteste Konstante in der Riege von Cheftrainerin Ulla Koch, was auch Buis Selbstverständnis entspricht: "Meine Grundeinstellung ist die Zielstrebigkeit." Anders hätte die neunmalige deutsche Meisterin auch kaum den Leistungssport mit ihrem anspruchsvollen Studium (Technische Biologie) in Einklang bringen können. Bis zum Abschluss fehlt nur noch die Masterarbeit.

Rückschläge? Hat es wahrlich genug gegeben für die Stuttgarterin. Nur Ersatzturnerin bei der Heim-WM 2007 und bei Olympia 2008 in Peking, Kreuzbandrisse 2010 (links) und 2015 (rechts) - Bui hat sich immer wieder aufgerappelt und gestrafft. "Die Freude am Turnen ist immer noch da und wird sogar größer. Das ist meine Motivation, einfach weiterzumachen", meint Bui, die es hasst, "griesgrämig zu sein, das mag ich einfach nicht".

Noch einmal Olympia?

Und die Scharte von 2007 lässt sich sogar auswetzen, denn im kommenden Jahr finden die Welttitelkämpfe erneut in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle statt.

Olympia 2020 in Tokio ist dann auch nicht mehr fern, so weit allerdings mag Bui, 2011 in Berlin EM-Dritte am Stufenbarren, zumindest nach außen hin noch nicht denken: "Ich lasse das alles auf mich zukommen."

Turn-Olympia mit 31 - es wäre auf jeden Fall ein deutscher Rekord. Die Verbesserung ihres eigenen Weltrekordes strebt in Japan Oksana Chusovitina an. Die Usbekin, die auch sechs Jahre für Deutschland turnte, will dafür in Doha erste Qualifikationspunkte sammeln. Wenn's klappt, wäre die Team-Olympiasiegerin von 1992 dann bei ihrem achten Olympiastart 45 Jahre alt. Das wird selbst Kim Bui nicht schaffen.

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