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Fall Semenya: "Testosteron-Regel" wird später umgesetzt

16.10.2018 16:20
Caster Semenya ist 800-m-Olympiasiegerin
© AFP/SID/SAEED KHAN
Caster Semenya ist 800-m-Olympiasiegerin

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF wird seine neue Regel zum Umgang mit hyperandrogenen Sportlerinnen wie 800-m-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Caster Semenya später als geplant umsetzen.

Die neuen Zulassungsbestimmungen für Frauen sollen demnach erst im März 2019 in Kraft treten und nicht wie zunächst verkündet am 1. November. Das gab die IAAF bekannt und reagierte damit auf eine Klage des südafrikanischen Verbandes vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS.

Die IAAF zeigte sich in einer Stellungnahme aber "weiterhin sehr zuversichtlich hinsichtlich der rechtlichen, wissenschaftlichen und ethischen Grundlagen der Verordnungen" und erwartet daher, dass der CAS die Klage zurückweist. Eine Entscheidung wird bis spätestens zum 26. März erwartet.

Deutlicher Leistungsvorteil soll vermieden werden

Die neue Regel sieht vor, dass Frauen drei Kriterien für die Zulassung in den Disziplinen von 400 m (einschließlich der Hürdenrennen) bis hin zu einer Meile und in kombinierten Events wie Staffeln über diese Strecken erfüllen müssen. Die Regeln sollen für Sportlerinnen gelten, die einen Testosteronwert von fünf oder mehr Nanomol pro Liter (nmol/L) aufweisen.

Leichtathletinnen, die künftig bei internationalen Wettkämpfen antreten oder einen Weltrekord erzielen wollen, müssen vom Gericht als weiblich oder intersexuell (oder äquivalent) anerkannt sein, ihren Blut-Testosteron-Spiegel über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auf unter fünf nmol/L senken (etwa durch Verwendung von hormonellen Kontrazeptiva) und diesen danach kontinuierlich unter dem Richtwert halten - solange sie an internationalen Wettkämpfen teilnehmen wollen.

Die IAAF begründet ihren geplanten Schritt damit, dass hyperandrogene Athletinnen wie Semenya angeblich einen deutlichen Leistungsvorteil haben. Im Juli 2017 hatte die IAAF eine Studie veröffentlicht, die dies belegen soll.

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