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"Schönreden bringt jetzt nichts mehr"

DFB-Krise: Kimmich spricht Klartext und kontert Hummels

15.10.2018 08:21
Joshua Kimmich (r.) und Mats Hummels Seite an Seite im DFB-Team
© getty, Alexander Hassenstein
Joshua Kimmich (r.) und Mats Hummels Seite an Seite im DFB-Team

Joshua Kimmich ist beim Fußball-Bundesligisten FC Bayern München und im DFB-Team absoluter Stammspieler. Im Interview mit dem "kicker" bezog der 23-Jährige nun Stellung zur Krise der Nationalmannschaft.

"Schönreden bringt jetzt nichts mehr", stellt Kimmich nach der 0:3-Pleite gegen die Niederlande unmissverständlich klar. "Es ist auch nicht so, dass das jetzt irgendwie Zufall ist. Immer Pech ist kein Zufall. Irgendwas steckt dahinter, dass wir hinten immer diese Fehler machen und unsere Chancen nicht nutzen. Das gilt es abzustellen."

Eine erfrischend klare Aussage, mit der Kimmich die Einschätzung seines Bayern-Kollegen Mats Hummels widerlegt. "Wir haben 0:3 verloren, obwohl wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Wir hatten viel Pech", überraschte Hummels nach dem Debakel in Amsterdam.

Hummels glaubt zudem, dass ein Erfolgserlebnis das Blatt ganz schnell wieder wenden könnte. "Es muss einfach mal einer irgendwie reingehen. Das brauchen wir mal", so der DFB-Verteidiger.

Für Kimmich gestaltet sich die Lage hingegen nicht so einfach: "Es ist leicht zu sagen, wenn einer reinrutschen würde, täten wir uns leichter", kontert Kimmich Hummels' Aussage. Das Problem liege jedoch vielmehr darin, dass man konzentrierter agieren und die vermehrt auftretenden Fehler abstellen müsse.

DFB-Krise "eine größere Geschichte"

Die Probleme des DFB seien durchaus "eine größere Geschichte", "schwerwiegend" und ließen sich nicht von "heute auf morgen abstellen". Qualität sei da, "aber wenn man solche Fehler macht, heißt das, dass wir diese Qualität im Moment nicht abrufen können", konkretisiert Kimmich.

Um wieder in die Erfolgsspur zu finden, müsse jeder bei "sich selbst anfangen". Nur so könne man es schaffen, die nötige Mentalität wieder auf den Platz zu bringen.

Für die Zukunft des DFB sieht Kimmich jedoch nicht schwarz: "Wir haben einige sehr gute junge Spieler. 2017 haben wir den Confed-Cup gewonnen, die U21 wurde Europameister. Die Qualität ist da, auch im internationalen Vergleich", stellt der Kicker aus der Jugend des VfB Stuttgart klar. Diese Qualität müsse man nun "wieder auf den Platz bringen und als Einheit mit Leistung überzeugen".

Auch Platz eins in der Nations League hat Kimmich noch nicht gänzlich abgeschrieben: "Der Abstieg droht. Aber wir können auch noch Erster werden. Wir wollen beide Spiele gewinnen und Erster werden. Trotz des 0:3 in Amsterdam und des aktuell letzten Platzes haben wir noch die Möglichkeit, es zu drehen."

 

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