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Gute Stimmung trotz Beinahe-Blamage

Weltmeister Frankreich heiß auf Duell mit Deutschland

14.10.2018 13:03
Superstar der Franzosen: Kylian Mbappé
© getty, Alexander Hassenstein
Superstar der Franzosen: Kylian Mbappé

Kylian Mbappé machte ein Gesicht, als ginge es mit ihm zu Ende. Neben ihm im "Tower of Terror", im Turm des Schreckens im Disneyland bei Paris, saßen Paul Pogba, Ousmane Dembélé und Antoine Griezman und amüsierten sich ganz offensichtlich prächtig. In den Achterbahnen am "Big Thunder Mountain" und am "Space Mountain" schien sich auch Mbappé ein wenig sicherer zu fühlen, wie diverse Fotos zeigen.

Auf jeden Fall hatten die Weltmeister zum 90. Geburtstag von Micky Maus und zum Auftakt der "Halloween"-Saison im Park in Marne-le-Vallee mehr Spaß als am Donnerstagabend in Guingamp beim Spiel gegen Island. 0:2 lag Frankreich zurück, dass die Équipe tricolore wenigstens mit einem 2:2 davonkam, verdankte sie einem Eigentor (86.) und einem Handelfmeter (90.), den Wunderknabe Mbappé verwandelte.

Viel hätte also wahrlich nicht gefehlt, und die Grande Nation wäre schön blamiert gewesen. "Wir können das besser, das ist klar", bekannte Nationaltrainer Didier Deschamps. Vor allem in der ersten Stunde, monierte er, habe es an "Schnelligkeit und Bewegung" gefehlt gegen eine Mannschaft, die erwartungsgemäß die Räume eng machte. Allerdings, sagte Deschamps, wolle er das "jetzt auch nicht überbewerten".

Seit dem Sieg im Finale der WM gegen Kroatien (4:2) hat sich der Weltmeister keine entscheidende Blöße gegeben. Ein 0:0 in München gegen Deutschland, danach ein 2:1 in St. Denis gegen die Niederlande - Frankreich geht mit vier Punkten ins Spiel am Dienstag im Stade de France gegen die vom Zerfall bedrohte Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes. Ein Sieg, und der Gruppensieg ist gesichert.

Deschamps sicher: Wenn es drauf ankommt, stimmt die Einstellung

Das Spiel gegen Island ist für Deschamps beinahe ein Muster ohne Wert. "Klar, ich kann nicht zufrieden sein", betonte er, aber in den letzten 30 Minuten des Spiels seine "eine Reaktion gekommen" von seiner Mannschaft, das sei schon mal erfreulich - und der Gegner am Dienstag werde ja auch ein anderer sein. Als er dies sagte, wusste er noch nicht, dass Deutschland in den Niederlanden mit 0:3 verlor.

Was Deschamps signalisieren wollte: Wenn es drauf ankommt, dann wird auch die Einstellung von Beginn an stimmen. Gegen Island rissen sich die Franzosen erst nach dem 0:2 (56.) ein bisschen zusammen, der Beginn der Aufholjagd ging einher mit der Einwechslung von Mbappé, den der Trainer zunächst wegen Muskelbeschwerden geschont hatte. Er könne nun mal ein Spiel entscheidend verändern, sagte Deschamps erfreut.

Für die deutsche Nationalmannschaft sind das keine guten Nachrichten. Im Angesicht von Mbappé könne es ihr ergehen wie dem französischen Angreifer im Turm des Schreckens.

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