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"Ein dritter Platz manchmal bereits ein Volltreffer"

Flavio Briatore geht mit Sebastian Vettel ins Gericht

11.10.2018 08:54
Laut Briatore hätte Vettel in Monza gegen Hamilton nie einen Crash riskieren dürfen
Laut Briatore hätte Vettel in Monza gegen Hamilton nie einen Crash riskieren dürfen

Ex-Teamchef Flavio Briatore geht mit Sebastian Vettel ins Gericht: Der Italiener ist der Ansicht, dass der Ferrari-Pilot im Titelkampf gegen Lewis Hamilton auf die falsche Herangehensweise gesetzt hat und deswegen 67 WM-Punkte zurückliegt.

"Vettel konzentriert sich nicht auf den Titelgewinn, sondern auf Rennsiege, aber so funktioniert das nicht", sagt der Ex-Boss von Michael Schumacher bei Benetton und Fernando Alonso bei Renault in Nico Rosbergs Podcast "Beyond Victory".

"Wenn man den Titel gewinnen will, dann ist ein dritter Platz manchmal bereits ein Volltreffer, und es ist vor allem wichtig, auf der Strecke zu bleiben", wirft er Vettel vor, zu wenig mit Köpfchen zu fahren. "Man muss ihm erklären, dass das Rennen 53 Runden und nicht nur eine Runde lang dauert. Ich erinnere mich, dass wir mit Fernando die gleiche Erfahrung gemacht haben", offenbart er, dass auch Alonso in den WM-Jahren 2005 und 2006 bei Renault anfangs zu kompromisslos war.

Vor allem Vettels Dreher nach der Kollision mit Hamilton in der ersten Runde in Monza hält Briatore im Nachhinein für "völlig sinnlos. Wenn man weiß, dass man das bessere Auto hat, dann bremst man und bleibt hinten - finito! Man hat immer noch 50 Runden, um das wettzumachen. Wenn man aber ausfällt, sind es null Runden."

Briatore: Crash im WM-Kampf ein No-Go

Vettel konnte das Rennen am Ende des Feldes wieder aufnehmen und wurde dank einer starken Aufholjagd immerhin Vierter. "Aber wenn man den Titel gewinnen will, dann muss man so etwas anders meistern und Zweiter oder Dritter werden. Das Ziel muss es sein, die Punkte mitzunehmen. Man muss nicht jedes Rennen gewinnen, denn es geht nicht um die Rennsiege, sondern am Ende entscheiden die Punkte."

Allein die Tatsache, dass Vettel eine Kollision mit Hamilton riskierte, sorgt bei Briatore für Verwunderung, zumal der Ferrari-Pilot in der WM zurücklag und laut Ansicht des Italieners im besseren Auto saß. "Wenn man ein konkurrenzfähiges Auto hat, dann kann man überholen. Wenn man aber mit dem Kerl kollidiert, der mehr Punkte hat als du, dann geht der Punkt an den Rivalen. Und wenn man drei oder vier Mal in solchen Situationen den Kürzeren zieht, dann schmeißt man jedes Mal 25 Punkte weg, und es wird aus mentaler Sicht sehr schwierig."

Briatores Titelrezept

Briatore ist aber bewusst, dass die Anspannung im Titelkampf enorm ist und Vettel sich in einer schwierigen Situation befand. "Wenn man mit diesem Stress klarkommt und seine Arbeit macht, ohne auszufallen, dann wird man am Ende gewinnen", nennt er sein Titelrezept. "Ein Ausfall ist hingegen der absolute Worst Case."

Das musste Vettel ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Hockenheim erkennen, als er im Regen in Führung liegend ins Kiesbett rutschte und somit Hamilton den Sieg überließ. Dabei handelte es sich allerdings um das einzige Rennen, bei dem der WM-Zweite punktelos blieb und nicht das Ziel erreichte.

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