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Bill Gates blitzte mit Angebot ab

Deutsche Reiter wegen Millionen-Offerten in der Zwickmühle

19.09.2018 10:18
Laura Klaphake auf Catch me if you can - gehen sie bald getrennte Wege?
Laura Klaphake auf Catch me if you can - gehen sie bald getrennte Wege?

Sie sind jung und wollen hoch hinaus: Laura Klaphake, Simone Blum und Maurice Tebbel gehört die Zukunft im deutschen Springreiten - sofern sie denn ihre Toppferde halten können.

Wenn Laura Klaphake von "Catch me" erzählt, beginnen ihre Augen zu leuchten, und ein Strahlen breitet sich auf ihrem Gesicht aus.

"Sie hat ein riesengroßes Herz und ist unheimlich stark im Kopf", schwärmt die 24 Jahre alte Springreiterin über ihre Stute Catch me if you can, mit der sie bei der WM in Tryon um die Medaillen reiten will: "Für mich ist sie nicht nur ein Sportpartner, sondern ein Freund."

Doch schon nach den Weltreiterspielen könnte das Traumpaar gesprengt werden, denn die geliebte "Catch me" gehört nicht Klaphake, sondern dem viermaligen Europameister und erfolgreichen Pferdehändler Paul Schockemöhle.

Und bei diesem stehen die Interessenten für die zehnjährige Stute Schlange, schließlich zählt Catch me if you can zu den vielversprechendsten Talenten im Parcours - und Weltklassepferde im Springen sind rar gesät.

Bill Gates soll für Pferd geboten haben

"Wir haben eine Vereinbarung, dass das Pferd nicht verkauft wird, bis es elf Jahre alt ist", sagte Schockemöhle dem "SID". Das ist nächstes Jahr der Fall. Nach der WM will der 73 Jahre alte Züchter dann entscheiden, was mit der Stute passiert.

Sicher ist bereits jetzt, dass mit den ganz dicken Schecks gewedelt wird. "Es gab schon viele Angebote. Die waren eigentlich schon so hoch, dass man sie nicht ausschlagen kann", sagte der einstige Weltklasse-Reiter: "Ich habe aber alle abgelehnt." So soll auch Microsoft-Gründer Bill Gates im Sommer mit einem Gebot über acht Millionen Euro abgeblitzt sein.

Klaphake geht gelassen mit der unsicheren Zukunft um. Bereits im Vorjahr verkaufte Schockemöhle ihr anderes Toppferd Silverstone nach Tschechien. "Klar, mich macht das super traurig", gestand sie: "Aber Paul hat einen riesigen Handelsstall, da bleibt das nicht aus."

Auf Alice ist Verlass

Es sind Gedanken, mit denen sich ihre Teamkollegin Simone Blum nicht herumschlagen muss. Auch die 29-Jährige aus Zolling hat in Alice ein Weltklasse-Springpferd unter dem Sattel. Doch anders als bei Klaphake ist die elfjährige Stute im Besitz der Familie - und das bleibt auch so.

"Alice wird nie zum Verkauf stehen. Das ist ein tolles Gefühl, dass ich auf sie bauen kann. Sie wird bei uns alt werden", sagte Blum: "Sie ist wie ein Sechser im Lotto."

Auch Maurice Tebbel, der dritte Jungspund der deutschen WM-Equipe in North Carolina, kann mit seinen Toppferden planen. In der Familie Müter besitzt der 24-Jährige einen Mäzen, der sein WM-Pferd Don Diarado gekauft hat. Auch sein Hengst Chacco's Son ist im Mitbesitz der Müters.

Schockemöhle vertraut Klaphake

"Für uns ist das absolut spitze", sagte Tebbels Vater Rene: "Wir haben die Sicherheit, dass die Pferde bei uns im Stall bleiben, und Maurice kann sich ohne Druck um den Sport kümmern."

Druck macht sich auch Klaphake nicht. "Warten wir erstmal die WM ab", sagte sie entspannt. Und vielleicht kann sie in Tryon ja Pluspunkte für sich und ihre Stute sammeln. "Eine Medaille ist sicherlich ein Argument", sagte Besitzer Schockemöhle: "Aber ich bin mir sicher, dass Laura auch ohne Catch me erfolgreich sein kann."

 

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