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Ferraris Teamchef redet Klartext

Arrivabene: Stallorder in Monza wäre "verrückt" gewesen

14.09.2018 17:04
Maurizio Arrivabene glaubt, dass sein Team nichts falsch gemacht hat
Maurizio Arrivabene glaubt, dass sein Team nichts falsch gemacht hat

Nach Ferraris hausgemachter Niederlage in Monza prasselte heftige Kritik auf die Scuderia nieder. Teamchef Maurizio Arrivabene reagiert nun gereizt, als er gefragt wird, warum man Kimi Räikkönen vor dem Start in Monza nicht anwies, seinem in der WM auf Platz zwei liegenden Teamkollegen Sebastian Vettel Schützenhilfe zu geben.

"Oh mein Gott, nicht schon wieder!", atmet der Italiener tief durch: "Ich stelle das jetzt ein für allemal klar, und frage euch: Wer wäre so verrückt und würde für den Start eine Stallorder geben? Die einzige Teamorder, die man einem Fahrer für die erste Kurve geben kann, ist: 'Ich will, dass beide Autos gut durchkommen!' Alles andere wäre Unsinn und gefährlich."

Dazu kommt, dass nicht Vettel, sondern Räikkönen in Monza auf der Pole-Position stand. "Sebastian war acht Meter hinter ihm. Wie hätte ihn also Kimi sehen sollen?", fragt der Ferrari-Teamchef. "Hätte ich also sagen sollen: 'Kimi, starte bitte ein bisschen langsamer und kümmere dich nicht, wenn dich Hamilton und all die anderen überholen'? Worüber reden wir denn da überhaupt?"

Arrivabene ist stattdessen der Ansicht, dass sein Team nichts falsch gemacht habe: "Wir versuchen, alles so professionell wie möglich zu machen. Vor dem Rennen schauen wir uns das Video des Starts an, und unser Teammanager gibt Instruktionen, welche Linie die beste ist, um dem anderen nachzufahren. Wir hätten in Monza gar keine Teamorder geben können, denn ich Kurve 3 war es bereits erledigt. Das ist die Wahrheit!"

Arrivabene bietet sich als Zielscheibe an

Ist also Vettel der Schuldige? "Niemand war nach Monza glücklich, aber ich werde sicher nicht mit dem Finger auf Sebastian zeigen", sieht er davon ab, seinen geprügelten Starpiloten zusätzlich zu verunsichern. "Was würde denn das für das Team bedeuten? Die Jungs, die für die unterschiedlichen Bereiche verantwortlich sind, würden sich denken, dass sie die nächsten sein könnten, wenn bei ihnen was schiefgeht. Und das will ich nicht."

Daher bietet er sich den Journalisten selbst als Zielscheibe an. "Wenn er einen Schuldigen sucht, hier bin ich! Der einzige Fehler bin ich, denn ich bin verantwortlich für das Team und die Ergebnisse, nicht Sebastian, der Ingenieur oder der Mechaniker." Er könne auch mit Kritik leben, "aber nur wenn sie gut gemeint ist. Bösartige Kritik ist hingegen nicht korrekt. Und ich bin ein korrekter Mensch."

 

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