Anzeige

Erfolglosester Formel-1-Pilot

Macht Hülkenberg in Singapur die 150 voll?

14.09.2018 13:17
Hülkenberg fährt seit acht Jahren in der Königsklasse
Hülkenberg fährt seit acht Jahren in der Königsklasse

Nico Hülkenberg startet in Singapur in seinen 150. Grand Prix, noch immer wartet er auf seinen ersten Podestplatz. Dass er trotzdem zu den besten Piloten im Feld gehört, kann er schon bald beweisen - oder krachend scheitern.

Nico Hülkenberg hat auch vor seinem 150. Grand Prix in der Formel 1 noch einen Traum. Und der geht so: Irgendwann, sagt der 31-Jährige grinsend, fährt er doch noch seinen ersten Podestplatz ein, und dann wird gefeiert. "Dann werd' ich auch mal so eine große Flasche leerspritzen. Aber bis zum letzten Tropfen."

Der Renault-Pilot hätte vor seinem Jubiläum am Sonntag (14:10 Uhr MEZ/"RTL") in Singapur viele Geschichten zu erzählen. 150 Rennen, das sind fast acht Jahre in der Königsklasse des Motorsports, das allein ist schon eine Leistung. Aber natürlich dreht sich jetzt fast alles um diesen üblen Rekord: Niemand hat in der Formel 1 jemals so viele Runden gedreht, ohne sich ein einziges Mal mit dem Podest zu belohnen.

Mittlerweile erzählt Hülkenberg mit einiger Routine über seine Gefühlslage. "Natürlich hätte ich gerne mal ein Rennen gewonnen oder auf dem Podium gestanden", sagt er, "aber wir kennen alle die Geschichte. Ich glaube, ich habe mich trotzdem bewiesen, nur deshalb bin ich noch hier."

"Hülk" oft nah dran am Podest

In der Tat steht seine Statistik, die ja ultimative Erfolglosigkeit nahelegt, im krassen Gegensatz zu Hülkenbergs Status im Fahrerlager. Der große Blonde gilt als einer der besten Piloten. In den Mittelfeldteams zeigte er konstant starke Leistungen, nur der Ausreißer nach oben fehlt eben. In einigen Rennen war "Hülk" ganz nah dran am Podest, manchmal verbauten auch Pech oder Fehler den Weg.

Der Sprung zu einem Top-Rennstall scheiterte hier und da knapp, seinen guten Ruf konnte er daher nie im Wettbewerb auf ganz hohem Niveau bestätigen. Doch es tut sich eine neue Chance auf - denn im nächsten Jahr kommt dieser Wettbewerb gewissermaßen zu ihm: Daniel Ricciardo wechselt von Red Bull zu Renault. Ricciardo also, siebenmaliger Rennsieger, zweimal WM-Dritter und im Jahr 2014 klarer Sieger im Teamduell mit dem damaligen Weltmeister Sebastian Vettel.

Die Szene frohlockt bereits. Hülkenberg gegen Ricciardo, das klingt nach einem Vergleich auf ganz hohem Niveau, und endlich wird die Leistung des Deutschen ins Verhältnis gesetzt. Mit Ausnahme seines Rookiejahres hatte er die jeweiligen Teamkollegen stets im Griff, auch die hoch eingeschätzten Carlos Sainz jr. und Sergio Perez. Ricciardo ist aber eine andere Liga.

Weitere 75 Rennen in Planung

"Es ist eine gute Gelegenheit zu zeigen, was ich die Jahre über geleistet habe, auf welchem Niveau ich fahre", sagt Hülkenberg. Der andere mögliche Verlauf klingt allerdings weniger verlockend: Eine klare Niederlage im Teamduell würde Hülkenbergs gesamtes bisheriges Wirken in der Formel 1 in ein anderes Licht stellen.

Diese Gedanken aber will er sich nicht machen. Die Nachricht von Ricciardos Wechsel sei "durchweg positiv. Es gibt dem ganzen Projekt mit Renault ein anderes Gewicht", sagt Hülkenberg: "Es zeigt, wie ernst sie es meinen." Schließlich will das Werksteam bis 2020 wieder ein sieg- und sogar titelfähiges Auto bauen.

Es lohnt also, noch ein bisschen auf das Podest zu warten. Hülkenberg gibt sich Zeit. "Weitere 75 Rennen", sagt er, "fahre ich bestimmt noch."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige