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Erster Schritt zur Rehabilitierung nach WM-Debakel

Stimmen: "Wollten zeigen, dass ein Herz in uns steckt"

06.09.2018 23:18
Weg zur Rehabilitierung: Thomas Müller wollte den Fans der DFB-Elf einiges beweisen
Weg zur Rehabilitierung: Thomas Müller wollte den Fans der DFB-Elf einiges beweisen

Joachim Löw umarmte Didier Deschamps herzlich, dann gratulierte er seinen etwas frustrierten Spielern zu einem gelungenen Neustart: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat Weltmeister Frankreich zum Auftakt in die neu geschaffene Nations League mit einer couragierten Vorstellung ein 0:0 abgetrotzt, 71 Tage nach der historischen WM-Blamage verbreitete der in Russland krachend gescheiterte Titelverteidiger dabei phasenweise Aufbruchstimmung. Die Stimmen zum Spiel gegen Les Bleus:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Das Spiel stand ja unter besonderen Vorzeichen. Die Art und Weise, wie wir auftreten, war wichtig. Es war wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Und ich glaube, das hat die Mannschaft gut gemacht. Wir hätten gegen den Weltmeister sicher das eine oder andere Tor erzielen können. Wir wussten, dass die Franzosen mit ihren zehn Feldspielern in die eigene Hälfte gehen. Es war wichtig, eine defensive Stabilität herzustellen und uns nicht auskontern zu lassen. Das ist die größte Stärke der Franzosen, und das haben wir heute gut verhindert. Defensiv hat es gestimmt, und das ist ein gutes Fundament. Jeder einzelne Spieler hat heute alles abgerufen und ist an die Grenze gegangen. Es wäre naiv wenn man glaubt, dass mit einem Spiel die WM wettgemacht wird. Das ist ein langer Prozess. Am Ende können wir uns nur beim nächsten Turnier rehabilitieren."

Didier Deschamps (Trainer Frankreich): "Wir hatten nicht viel Zeit für die Vorbereitung. Es gab Phasen, da hätten wir ein Tor erzielen können. Am Ende hat Deutschland Druck gemacht. Da fehlte bei uns ein bisschen die Energie. Es ist gut, auswärts mit einem Unentschieden zu starten."

Toni Kroos: "Es ist ein wenig ärgerlich, dass wir das Tor nicht gemacht haben. Wir wollten aber erst einmal kompakt stehen, das war nach so einem Negativerlebnis klar. Ich glaube, das ist gut gelungen. Wir haben immer wieder versucht schnell umzuschalten. Das hat ein, zweimal gut funktioniert. Trotzdem war es nur ein erster Schritt."

Thomas Müller: "Man hat uns die Situation angemerkt - im positiven wie im negativen Sinne. Wir haben nicht ganz so befreit gespielt wie zu unseren besten Zeiten. Am Ende haben wir noch einmal eine Schlussoffensive gestartet. In der ersten Halbzeit sind wir nicht so viel Risiko gegangen. Wir haben uns dazu entschieden, dass die Null stehen muss. Das erste Zeichen und Signal war positiv. Die Fans haben und super empfangen. Wir haben nicht ganz so überragende Spielzüge drin gehabt, aber man hat gesehen, dass wir zeigen wollten, dass ein Herz ins uns steckt. Ich hoffe, das ist uns gelungen. Wir wollen uns den Kredit, den wir im Sommer verspielt haben, Stück für Stück zurückholen."

Mats Hummels: "Mein erster Eindruck ist gut. Der größere Fokus lag auf defensiver Stabilität mit zwei Außenverteidigern, deren Priorität auf der Abwehr lag, ohne die Offensive komplett zu vernachlässigen. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt. Man kann gegen Frankreich kein Feuerwerk erwarten, aber es waren einige Chancen. Wir hatten eine gute Struktur im Spiel."

Joshua Kimmich: "Gerade in der ersten Halbzeit hat man gemerkt, dass wir gewillt waren, defensiv gut zu stehen. Da waren beide Mannschaften nicht bereit, das letzte Risiko zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir es noch einmal versucht, als den Franzosen die Kräfte ausgingen. Das Unentschieden geht in Ordnung. In den letzten 20 Minuten hätten wir aber ein bisschen mehr Risiko gehen können."

Ilkay Gündogan: "Heute kann ich mit einem Lächeln nach Hause fahren. Es hat mich gefreut, dass es sehr viel Applaus gab. Ich habe zurückapplaudiert und mich ab dem Moment auf das Spiel konzentriert."

 

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