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Im "totalen Einklang" mit dem Ferrari

Vettel: "Der beste Ferrari, den ich je gefahren bin"

27.08.2018 14:14
Der König von Spa mit seiner Königin: Sebastian Vettel mit Loria
Der König von Spa mit seiner Königin: Sebastian Vettel mit Loria

Sebastian Vettel hat in Spa wohl noch viel mehr gewonnen als nur ein Rennen. Er hat sich selbst und Ferrari in eine Position gebracht, in der auf einmal wieder alles möglich, fast sogar wahrscheinlich erscheint. Das zeigt auch der Blick auf den fast hilflos wirkenden einstigen Giganten Mercedes.

231 zu 214: Die nackten WM-Zahlen sprechen zwar auch nach dem Belgien-GP noch für Lewis Hamilton, die rote Machtdemonstration in den Ardennen lässt die Protagonisten des packenden WM-Kampfs aber zu einem klaren Schluss kommen: Ferrari hat das schnellere Auto, genauer gesagt "eine Rakete", wie die italienische "La Stampa" am Montag schrieb.

Kommen Ferrari keine unvorhergesehenen Zwischenfälle wie Regen, Unfälle oder besonders clevere Strategie-Kniffe in die Quere, läuft damit alles auf die WM-Wende zugunsten von Sebastian Vettel hinaus.

Das weiß auch Lewis Hamilton, der sich vielleicht auch deshalb zunächst in einer emotionalen Mischung aus Frustration und Ratlosigkeit in der Unterstellung verhedderte, Ferrari würde "tricksen". Als die Gedanken sortiert waren, räumte der Brite dann ehrlich ein: "Ferrari hat einen besseren Job gemacht. Ohne den Regen hätte Seb auch in Hockenheim und Budapest schon gewonnen."

Vettel: "Der beste Ferrari, den ich je gefahren bin"

Vettel kümmerten die Probleme des Gegners nicht, er zog nach etlichen Rückschlägen in den vergangenen Wochen eine kleine Roadshow ab. Inbrünstig sang er bei der Siegerehrung die italienische Hymne mit, beantwortete Fragen in fließendem Italienisch und sprach von einem "totalen Einklang mit meinem Auto."

Später erinnerte sich der 31-Jährige an die jahrelange Überlegenheit der Mercedes, machte gedanklich einen Strich darunter und richtete mit schelmischem Grinsen aus: "Das ist der beste Ferrari, den ich je gefahren bin."

Schumacher-Vergleich: Auch Vettel ist im vierten Jahr

Italiens Medien versetzte die Dominanz in Euphorie, prompt poppten vielleicht noch zu hoch gegriffene Vergleiche mit Michael Schumacher auf.  "Wer Vettel sieht, muss an Schumacher denken", schrieb der "Corriere dello Sport".

Von Schumachers Ferrari-Erfolgen ist Vettel noch weit entfernt, ganz Unrecht haben Italiens Medien aber nicht. Schumacher brauchte einst vier Jahre, um einen emotionsgetriebenen Chaosclub aus Maranello zu einem Weltmeisterteam zu formen. Auch Vettel ist gerade in seinem vierten Ferrari-Jahr - und schafft es ganz allmählich, deutsche Gründlichkeit und Perfektion in die Ferrari-DNA zu implizieren.

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