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Die ersten Spiele im neuen Oberhaus

Damals: Start der Bundesliga! Aufbruch in eine neue Zeit

24.08.2020 17:36
Frankfurts Lothar Schämer (r.) gegen Kaiserslauterns Roland Kiefaber
© imago sportfotodienst
Frankfurts Lothar Schämer (r.) gegen Kaiserslauterns Roland Kiefaber

In wenigen Woche startet die Fußball-Bundesliga mit der Partie des FC Bayern München gegen den FC Schalke in ihre neue Spielzeit - ihren Geburtstag feiert die höchste deutsche Spielklasse schon jetzt! 

Auf den Tag genau vor 57 Jahren, am 24. August 1963, startete das neu gegründete deutsche Oberhaus zum ersten Mal in seinen Ligaalltag. 16 Teams spielten damals den ersten Meister der Bundesliga aus. 16 Teams, von denen sich bis heute immer noch 15 in den deutschen Profi-Ligen gehalten haben. Rekordmeister FC Bayern München gehörte übrigens nicht dazu.

Was gibt es noch zu wissen über den Start und die erste Saison der Fußball-Bundesliga?

Das erste Tor: Timo Konietzka brauchte nur wenige Sekunden, um sich mit dem ersten Tor der Bundesliga-Geschichte einen Eintrag in den Annalen zu sichern. Sein 1:0 für Borussia Dortmund bei Werder Bremen reichte am Ende übrigens nicht. Werder gewann letztlich mit 3:2 gegen den BVB. 

Die größten Namen: Gleich mehrere gealterte Weltmeister wollten es im Herbst ihrer Karriere noch einmal wissen. Darunter Bern-Held Helmut Rahn beim MSV Duisburg, Max Morlock beim 1. FC Nürnberg und der Ur-Kölner Hans Schäfer beim 1. FC. Die jüngere Generation um Uwe Seeler (Hamburger SV), Lothar Emmerich (Borussia Dortmund) und Reinhard Libuda (FC Schalke 04) war ebenfalls dabei. Und bei Hertha BSC spulte ein gewisser Otto Rehhagel seine ersten Bundesliga-Partien ab. Bis zum Ende seiner Spieler- und Trainerlaufbahn folgen noch über 1000 weitere. 

Der Dominator: Am fünften Spieltag übernahm der 1. FC Köln die Tabellenführung vom Hamburger SV. Bis zum Ende gaben die Domstädter die Spitzenposition nicht mehr her und standen schon im April '64 als erster Deutscher Meister der Bundesliga fest. Nach einer ebenfalls überragenden Rückrunde schafften es der MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt auf die ersten Verfolgerplätze.

Der höchste Sieg: Im März '64 fegte der TSV 1860 München den Hamburger SV mit 9:2 aus dem Stadion an der Grünwalder Straße. Der höchste Sieg der noch jungen Ligageschichte, welcher zwei Jahre später mit dem 9:1-Auswärtssieg bei Borussia Neunkirchen ebenfalls durch die Münchner Löwen übertroffen wurde.

Die Heimmacht: Nur eine Mannschaft blieb im ersten Bundesliga-Jahr zu Hause ohne Niederlage. Aber auch die makellose Bilanz von 15 Spielen ohne Heimpleite half dem Hamburger SV nicht über einen Mittelfeldplatz hinaus. Das Problem: Nur zwei Auswärtssiege waren einfach zu wenig. 

Der erste Torschützenkönig: Uwe Seeler. Bis heute hat keiner mehr Bundesligatore für den Hamburger SV geschossen als die Vereinslegende. Zum Torschützenkönig hat es aber nur einmal gereicht. Seinem ersten Bundesliga-Treffer am zweiten Spieltag gegen den 1. FC Saarbrücken ließ "Uns Uwe" noch 29 weitere folgen. Er schnürte unter anderem Dreierpacks gegen 1860 München, Preußen Münster und den 1. FC Kaiserslautern.

Der Star des ersten Bundesliga-Jahres! HSV-Stürmer Uwe Seeler trifft 30 Mal
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Der größte Einbruch: Zur Halbserie lag der FC Schalke 04 noch aussichtsreich im Meisterrennen und startete als Tabellenzweiter in die Rückrunde. Doch dann brechen die Königsblauen vollkommen ein. Kein Team holte in der Rückserie weniger Punkte als die Schalker, die noch bis auf den achten Platz durchgereicht werden. 

Die Zuschauerresonanz: Schon die ersten Spiele im neuen Meisterschaftsmodus erwiesen sich als echter Publikumsmagnet. Nach offiziellen Angaben strömten in der Saison 1963/1964 fast sechs Millionen Menschen zu den Spielen. Mittlerweile liegen die absoluten Zahlen übrigens bei über 13 Millionen Zuschauern - ein Schnitt von 45.000 Zuschauern pro Spiel.

Die erste Trainerentlassung: Nach dem neunten Spieltag war Schluss für Herbert Widmayer beim 1. FC Nürnberg. Nachdem der Club stark mit drei Siegen und zwei Remis in die neue Bundesliga gestartet war, kochte in Franken drei Zu-Null-Pleiten die Fanseele über. Nach dem 0:5 zu Hause gegen Kaiserslautern wurde Widmayer als "Dreckschwein" beschimpft und sogar bespuckt. Vier Tage später zog der Verein die Reißleine. Widmayer wurde durch Jeno Csaknády ersetzt, der den Club am Ende auf Platz neun führt. 

Herbert Widmayer musste als erster Trainer überhaupt vorzeitig gehen
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Die ersten Randale: Nach dem späten Ausgleichstreffer gegen Frankfurt zum 1:1 rastet ein Anhänger des 1. FC Köln aus und schlägt Schiri Herbert Lutz mit einer Fahnenstange auf den Kopf. Der DFB verhängt Wochen später eine Platzsperre, Köln muss vom Müngersdorfer Stadion ins Wuppertaler Stadion am Zoo ausweichen. Kein Problem für den FC: Auch auf fremdem Geläuf wird Eintracht Braunschweig mit 4:1 zerlegt. 

Der erste Hattrick: Der vielleicht letzte verbliebene Eintrag von Preußen Münster in den Geschichtsbüchern der Liga. Hermann Lulka netzte für seinen SCP dreimal beim 4:2-Sieg gegen die Duisburger. Der zwischenzeitliche Pausentee verbietet zwar das Prädikat "lupenrein". Den Münsteranern ist's egal.

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