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Ogier kommt mit blauem Auge davon

20.08.2018 08:44
Sebastien Ogier lag bis zum Reifenschaden auf Rang zwei
© Motorsport-Total.com
Sebastien Ogier lag bis zum Reifenschaden auf Rang zwei

Am Samstagnachmittag schien bei der Rallye Deutschland, neunter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2018, nach der 13. Wertungsprüfung für Sebastien Ogier (Ford) schon fast alles gelaufen zu sein. Nachdem er eineinhalb Tage lang mit Ott Tänak (Toyota) um den Sieg gekämpft hatte, streifte Ogier beim zweiten Durchgang der Wertungsprüfung "Panzerplatte" mit dem linken Hinterrad einen Stein und fing sich einen Plattfuß ein.

Durch den fälligen Radwechsel verlor der Franzose mehr als 1:40 Minuten und fiel auf Rang neun zurück. Doch im Endeffekt sollte Ogier am Ende der Rallye in der WM-Wertung nur zwei Punkte auf Spitzenreiter Thierry Neuville (Hyundai) verlieren.

Dabei spielten die Ausfälle von Dani Sordo (Hyundai) und Jari-Matti Latvala (Toyota) am Schlusstag allerdings keine Rolle. Dadurch machte Ogier zwar zwei Positionen gut, aber das galt auch für Neuville. Wären Sordo und Latvala auf den Plätzen zwei und drei und Neuville und Ogier somit realistisch betrachtet auf den Positionen vier und sieben ins Ziel gekommen, hätte der Franzose ebenfalls sechs Punkte weniger als der Belgier bekommen.

Ogier dreht nach dem Reifenschaden auf

In die Karten spielte Ogier da schon eher der Abflug von Craig Breen (Citroen) am Samstagnachmittag. Vor allem aber drehte Ogier nach seinem Reifenschaden in dem Bewusstsein, dass er nicht mehr viel verlieren kann, richtig auf. So fuhr er an seinem Teamkollegen Teemu Suninen vorbei und auch am schwachen Andreas Mikkelsen (Hyundai).

Die eigentliche Rettung in Sachen WM-Wertung gelang Ogier bei der Powerstage, die er gewann, während Neuville nach einem Fahrfehler nur Fünfter wurde. So kassierte der fünfmalige Weltmeister unter dem Strich in Deutschland nur zwei Punkte weniger als der WM-Spitzenreiter und hat bei noch vier Rallyes mit 23 Punkten weiterhin intakte Titelchancen.

Doch das konnte den ehrgeizigen Franzosen nicht so recht trösten. "Wir hätten dieses Wochenende mehr verdient gehabt, also kann ich nicht sagen, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Aber das ist Rallye und wir müssen es einfach akzeptieren", sagt Ogier. "Wir haben den Tag gerettet, indem wir die Powerstage gewonnen haben, und jetzt müssen wir uns nur noch auf die nächste Rallye konzentrieren."

Kampf gegen Toyota aktuell schwierig

Allerdings zeigte sich bei der Rallye Deutschland auch, dass Ogiers Ford Fiesta WRC dem Toyota Yaris WRC von Tänak momentan nicht ganz das Wasser reichen kann. "Immer sind die Toyotas vorne. Bei denen unter der Motorhaube scheint etwas richtig gut zu funktionieren", erkennt Ogier einen Leistungsvorteil bei der japanisch-finnischen Konkurrenz.

Und auch Teamchef Malcolm Wilson gibt zu: "Es wäre schwierig gewesen, Ott zu schlagen", sagt er, findet aber: "Sebastien war direkt hinter ihm und hatte das Tempo, um den Sieg zu kämpfen. Der Reifenschaden hat ihm und Julien (Ingrassia, Beifahrer; Anm. d. Red.) ein gutes Punkteergebnis verwehrt, das den Abstand in der Meisterschaft verringert hätte, aber der vierte Platz und ein Sieg in der Powerstage ist eine gute Schadensbegrenzung."

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