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Turner wittern Team-Medaille nach überraschender Quali

10.08.2018 14:17
Auf Andreas Toba kommt es am Samstag wieder an
Auf Andreas Toba kommt es am Samstag wieder an

Nach einem katastrophalen Abschlusstraining überraschten die deutschen Kunstturner mit Rang drei in der Qualifikation und können im Finale am Samstag sogar nach einer Medaille greifen. Die Chancen auf Einzelmedaillen am Sonntag hingegen sind gering.

Marcel Nguyen war mittendrin und doch nicht ganz dabei. Während sich seine Teamkollegen über Rang drei in der Qualifikation zum Teamfinale am Samstag (14:00 Uhr) nahezu unbeschwert freuen konnten, haderte der Routinier ein bisschen mit seinem Schicksal am Barren.

Ausgerechnet bei seinem Markenzeichen, dem Tsukahara-Abgang, stürzte der zweimalige Europameister, seine wohl beste Medaillenchance bei den European Championships in Glasgow war dahin. "Das ist natürlich nicht das, was ich mir gewünscht hatte", sagte der 31-Jährige, für den die Finalplätze am Boden und an den Ringen nur ein schwacher Trost waren: "Die hätte ich gerne eingetauscht."

Denn am Sonntag dürfte es extrem schwierig werden, die arrivierten Gerätspezialisten von den vorderen Plätzen zu verdrängen. "Ich kann meine Übungen nur noch minimal aufstocken", sagte Nguyen: "Und gerade an den Ringen sehen die anderen schon ein bisschen kräftiger aus als ich."

Bundestrainer sieht Turner im Aufwind

Doch vor den Gerätefinals kommt die Medaillenentscheidung mit der Mannschaft am Samstag, und dort ist ein Medaillengewinn gar nicht einmal unrealistisch. "Wir haben noch Luft nach oben. Klar ist: Diejenigen, die die wenigsten Fehler machen, werden vorne sein", sagte Andreas Toba.

Auch der "Hero de Janeiro" leistete sich am Reck einen Fehler, will sich davon aber nicht irritieren lassen: "Das war ein untypischer Patzer."

Die Zeiten, in denen mit Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen sogar EM-Teamgold errungen wurde - zuletzt 2010 in Birmingham - sind zwar vorbei, aber Bundestrainer Andreas Hirsch sieht seine Riege im Aufwind. "Die Chancen am Barren und am Reck haben wir liegengelassen, aber die Medaillenoption für das Team ist noch da", erklärte der Chefcoach.

Russland als großer Favorit

Daran hatte auch der erst 20 Jahre Nils Dunkel einen unerwartet großen Anteil. Der Sportsoldat aus Erfurt sprang für den gestrauchelten Nguyen in die Bresche und schlüpfte als Achter in das Finale am Barren.

Nach ganz oben zu schielen, traut sich der Thüringer aber noch nicht: "Ein bis zwei Plätze nach vorne zu kommen, wäre aber schon toll." Um den Sieg dürfte es sich nur zwischen den Turnern aus Russland ausgehen.

Die dominierten auch im Teamwettbewerb die Konkurrenz nach allen Regeln der Kunst, auch wenn Turner eigentlich keine Maschinen seien, wie Andreas Toba sagte: "Bei den Russen allerdings bin ich mir da nicht so sicher."

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Mannschaft (m) 2018

1RusslandRussland257.260
2GroßbritannienGroßbritannien253.362
3FrankreichFrankreich246.928
4DeutschlandDeutschland243.629
5SchweizSchweiz243.462
6SpanienSpanien239.461
7TürkeiTürkei239.361
8ItalienItalien222.327
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