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F1 nur für Reiche? Hamilton sorgt sich um Nachwuchs

08.08.2018 08:55
Lewis Hamilton schaffte es aus ärmeren Verhältnissen bis an die Spitze
Lewis Hamilton schaffte es aus ärmeren Verhältnissen bis an die Spitze

Seine Geschichte lässt sich von findigen Marketing-Managern wie pures Gold verkaufen: Von ganz unten nach ganz oben, aus der britischen Arbeiterklasse hoch zum viermaligen Formel-1-Champion und Multi-Millionär.

Mercedes-Star Lewis Hamilton bietet außer mit seinem fahrerischen Talent und seiner extrovertierten Art auch durch seine Lebensgeschichte endlosen Stoff für gute Storys. Drei Jobs oder mehr musste sein Vater teilweise gleichzeitig annehmen, um dem Jungen aus Stevenage die Anfänge im Kartsport zu finanzieren.

So ließ sich dann auch prima der Konflikt zum früheren Freund und späteren Rivalen Nico Rosberg erzählen, der zeitgleich als Sohn von Formel-1-Weltmeister Keke zwischen Glanz und Glamour in Monaco aufwuchs. Und Hamilton wäre nicht Hamilton, würde er nicht in regelmäßigen Abständen mit seiner bescheidenen Herkunft kokettieren.

Zuletzt machten Gerüchte die Runde, er wolle finanziell schwächer gestellten Talenten unter die Arme greifen, da er fürchte, dass sich künftig keiner mehr - wie er - von ganz unten durchboxen könne. Motorsport also nur noch für Reiche?

Hamilton sucht das Gespräch mit FIA-Boss Todt

Geschichten wie die von Lance Stroll, dessen Vater Lawrence dem Sprössling von klein auf alles finanzierte, später das Cockpit bei Williams "besorgte" und nun eben mal mit Force India ein neues Team als Mehrheitseigner aufkauft, taugen als Beweis für Hamiltons These.

Doch der winkt erst mal ab: "Ach, das hat wieder irgendjemand geschrieben. Macht es mir Kummer, dass es Leute aus anderen Gesellschaftsschichten nicht mehr in die Formel 1 schaffen könnten? Ist das wirklich meine Sorge? Es ist eben, wie es ist. So läuft es momentan halt."

Gleichwohl offenbart er, dass er sich tatsächlich schon Gedanken über die Thematik gemacht habe: "Daran würde ich gerne arbeiten. Ich möchte Jean (Todt; FIA-Boss; Anm. d. Red.) sprechen oder wer auch immer daran etwas ändern kann, um mit ihnen etwas zu entwickeln, wie die Situation verbessert werden kann."

Finanzielle Unterstützung nur mit einem Plan

An eine finanzielle Unterstützung - etwa in Form einer Stiftung für talentierte junge Piloten - denkt der 33-Jährige dabei nicht in erster Linie: "Wir wissen, wie die jungen Nachwuchspiloten gefördert werden können. Sollten wir in der Diskussion irgendwann an den Punkt kommen, wie man das Ganze finanziert, werde ich mich der Sache nicht verschließen", stellt er eine monetäre Beteiligung nicht grundsätzlich in Abrede.

Aber: "Aktuell werde ich ohne einen Plan nicht einfach mein Geld hinlegen. Es wäre cool, den Kids helfen zu können, aber das Wie ist jetzt erst mal die entscheidende Frage."

Dass etwas getan werden muss, darüber hat sich der Formel-1-Superstar längst ein Urteil gebildet. "Diese ganzen Klassen unter der Formel 1 gehören heute irgendwelchen Leuten. Der Kartsport ist nicht mehr wie damals, als ich jung war. Du hast heute Menschen, die den Teams Millionen und noch mehr Millionen zahlen. Und dann hast du diejenigen, die ihre Millionen zahlen, um es bis hierhin zu schaffen, aber letztlich scheitern. Es gibt einfach jede Menge Menschen mit Geld hier", zieht Hamilton ein Fazit des aktuellen Rennsport-Business.

Nächster Schritt: "Ich muss mich damit genauer auseinandersetzen. Aber es wäre cool, bei einem neuen Weg dabei zu sein..."

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