Anzeige

Angelique Kerber erfüllt sich mit dem Wimbledon-Sieg ihren Kindheitstraum

Sportler des Monats: Kerbers "unbeschreibliche Momente"

07.08.2018 11:21
Angelique Kerber triumphierte zum ersten Mal in Wimbledon
Angelique Kerber triumphierte zum ersten Mal in Wimbledon

Was kann ein Sportler mehr erreichen, als sich seinen jahrzehntealten Kindheitstraum zu erfüllen? Genau das hat Deutschlands beste Tennis-Spielerin Angelique Kerber mit dem Triumph in Wimbledon geschafft. Eine sagenhafte Leistung, die gleichzeitig das Erreichen des wichtigsten und größten Karriereziels bedeutet.

Ganz klar: Für sport.de ist die erste deutsche Siegerin des bekanntesten Tennis-Turniers der Welt seit Steffi Graf die Sportlerin des Monats Juli! 

Es sind diese Momente, die sowohl der Protagonistin selbst als auch den Tausenden Besuchern auf dem Centre Court in Wimbledon und den Millionen Fernsehzuschauern ewig in Erinnerung bleiben werden. Gerade hatte die 30-Jährige in einem überraschend einseitigen Match die Tennis-Ikone und zurückgekehrte Turnierfavoritin Serena Williams in nur 65 Minuten vom Platz gefegt, da hielt es Angelique Kerber nicht mehr auf den Beinen.

Nach ihrem insgesamt dritten Sieg bei einem der Grand-Slam-Turniere fiel die Kielerin auf den grün-braunen Rasen der prall gefüllten Tennis-Arena an der Church Road und brauchte erst einmal ein paar Sekunden, um den ersten Moment des größten Erfolgs für sich zu haben. 

Der Moment des Triumphes: Angelique Kerber hält es nicht mehr auf den Beinen
Der Moment des Triumphes: Angelique Kerber hält es nicht mehr auf den Beinen

"Ich habe jetzt das erreicht, was ich mir immer vorgenommen habe!", jubelte die Linkshänderin kurz nach dem siegreichen Finale. An diesem Samstagnachmittag passte dabei alles so zusammen, wie es für die nächste große Sternstunde in der Karriere der gebürtigen Bremerin nötig war. 

Immer wieder trieb Kerber ihre Kontrahentin mit herausragendem Defensivspiel in eigene Fehler, ließ sich zu keinem Zeitpunkt der Partie aus der Ruhe bringen. Ihr Spiel von der Grundlinie war ebenso laufintensiv und konsequent wie präzise. Am Ende des zweiten Satzes hatte Kerber die siebenfache Wimbledonsiegerin Serena Williams in 24 Unforced Errors getrieben - fast fünfmal so viele, wie sie selbst produzierte.

Der US-Amerikanerin blieb nichts anderes übrig, als ihre verdiente Niederlage sportlich fair anzuerkennen und anschließend von einer "großartigen Leistung" ihrer deutschen Kontrahentin zu sprechen.

Nur einmal wurde es eng

Schon in den Tagen zuvor hatte Kerber mit unwiderstehlichen Grundlinien-Tennis überzeugt. Nur einmal wurde es eng, als die einstige Nummer eins der Welt in der zweiten Runde gegen Claire Liu (USA) den ersten Satz abgab. Ansonsten waren es überzeugende Auftritte, vor allen nach der Rückkehr auf den Centre Court gegen Darya Kasatkina (6:3, 7:5) und Jelena Ostapenko (6:3, 6:3) im Viertel- und Halbfinale. 

"In diesen zwei Wochen war ich auf einer Mission. Ich habe mich von Tag zu Tag nur auf mich konzentriert", sprach Kerber über ihr Erfolgsrezept in diesem Jahr. Über die enorme Bedeutung der erlebten Momente ist sich die Top-Ten-Spielerin sehr wohl bewusst: "Der Moment, in dem ich diese Schale hochgehalten habe, davon habe ich fast 30 Jahre geträumt! Diese Emotionen sind unbeschreiblich, die kann man nicht in Worte fassen!"

View this post on Instagram

😍🏆 @wimbledon 2018

A post shared by Angelique Kerber (@angie.kerber) on

Kerber: "Der Höhepunkt meiner Karriere"

Dass dieser dritte Grand-Slam-Titel ihr noch mehr bedeutet als vor zwei Jahren die Siege bei den Australian und den US Open, daraus macht Kerber erst gar kein Geheimnis: "Es ist ein Unterschied! Den dritten Titel zu holen, und dann auch noch Wimbledon, ist noch einmal was anderes. Es ist der Höhepunkt in meiner Karriere!", so die deutsche Nummer eins kurz nach ihrer Rückkehr in die Heimat. 

Für sich selbst stellte Kerber dann auch direkt klar: "Ich werde den Erfolg so genießen, wie noch nie zuvor. Das ist meine Belohnung." Mit neu gewonnener Leichtigkeit blickt der Sportstar nach der Erfüllung seines großen Karriereziels den kommenden sportlichen Jahren entgegen: "Ich werde mich in den nächsten Wochen und Jahren jetzt auf die großen Turniere konzentrieren! Das sind die Momente, für die man aufsteht!" 

Und ein letztes Grand-Slam-Turnier fehlt ja auch noch in der elitären Titelsammlung der besten deutschen Tennisspielerin des 21. Jahrhunderts. Die French Open seien "kein unrealistisches Ziel! Ich habe auch auf Sand bewiesen, dass ich die Freude auf Sand bekommen habe", meinte der Champion, bevor es in den wohlverdienten Urlaub ging. 

In dieser Woche schlägt Kerber nach ihrer Auszeit zum ersten Mal wieder auf - beim Rogers Cup im kanadischen Montreal steigt sie in der zweiten Runde ins Turniergeschehen ein. 

Lesen Sie hier:

Sportler des Monats Juni 2018: Tennis-Fighterin Tatjana Maria
Sportler des Monats Mai 2018: Frankfurts Pokal-Held Ante Rebic
Sportler des Monats April 2018: Darts-Aufsteiger Max Hopp

Sportler des Monats März 2018: Eiskönigin Aljona Savchenko
Sportler des Monats Februar 2018: Kombinierer-Superstar Eric Frenzel

Sportler des Monats Januar 2018: Tennis-Star Angelique Kerber
Sportler des Monats Dezember 2017: Skisprung-Weltcupsieger Richard Freitag
Sportler des Monats November 2017: Tischtennis-Titelsammler Dimitrij Ovtcharov
Sportler des Monats Oktober 2017: Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer

Sportler des Monats September 2017: Nationalstürmer Timo Werner
Sportler des Monats August 2017: Speer-Weltmeister Johannes Vetter
Sportler des Monats Juli 2017: Sprinterkönig Marcel Kittel

Mats-Yannick Roth

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige