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Sturzfestival verdirbt Turn-Assen den EM-Auftakt

02.08.2018 22:16
Kim Bui erreicht das Finale am Stufenbarren
© getty, David Ramos
Kim Bui erreicht das Finale am Stufenbarren

Ein Debakel, ein zehnter Platz und viele Tränen: Sechs Stürze vom Schwebebalken haben die deutschen Kunstturnerinnen bei den European Championships in Glasgow aus allen Finalträumen gerissen. In der Teamentscheidung am Samstag (14:00 Uhr) sind sie nur noch enttäuschte Zuschauerinnen.

Lediglich ein schwacher Trost waren drei Startplätze für die Gerätefinals am Sonntag. War das Weiterkommen von Weltmeisterin Pauline Schäfer aus Chemnitz am Schwebebalken noch zu erwarten, überraschte besonders Sarah Voss. Mit zwei exzellenten Sprüngen erreichte die Kölnerin eher unerwartet den Endkampf am Sprung. Dies gelang auch Kim Bui aus Stuttgart.

Dennoch war Voss wie auch die Karlsruherin Leah Grießer nach dem verkorksten Auftritt am Balken maßlos enttäuscht. Jeweils dreimal mussten die beiden Athletinnen das Gerät verlassen. Das kostete das Team mehr als sechs Punkte, entsprechend niedergeschlagen verließen beide das Podium.

Nach der bösen Überraschung aber waren die beiden Pechvögel relativ schnell wieder gefasst. "Natürlich bin ich frustriert und traurig, aber gut ist, dass bei uns niemand fertig gemacht wird", sagte Voss.

Cheftrainerin Ulla Koch hatte keine Erklärung für die beiden unerwarteten Aussetzer: "Es sind die aktuell besten Balkenturnerinnen, die wir haben. Nichts ließ erwarten, dass es so läuft."

Wieder Probleme am "Zitterbalken"

Eben doch nicht zu kompensieren war das verletzungsbedingte Fehlen von gleich drei Topathletinnen. Die beiden Stuttgarterinnen Elisabeth Seitz (Entzündung im Bauchraum) und Tabea Alt (Knochenödem in der Schulter) standen ebenso nicht zur Verfügung wie die Olympia-Dritte Sophie Scheder aus Chemnitz (Kapselverletzung am Finger).

Nach den ersten beiden Durchgängen schien die deutsche Riege noch klar auf Finalkurs, das halbe Dutzend Patzer am überwunden geglaubten "Zitterbalken" leitete die sportliche Talfahrt ein. Der Rückstand auf Rang acht war zu groß geworden, am Boden ließ sich das Resultat nicht mehr entscheidend korrigieren.

Das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) scheiterte aber auch am EM-Modus. Bei Weltmeisterschaften wie auch Ende Oktober in Doha/Katar wird pro Gerät und Mannschaft das schlechteste Ergebnis gestrichen. So wäre nur eine missratene Übung in die Gesamtwertung eingeflossen.

Angesichts dieser Enttäuschung ging die starke Vorstellung von Schäfer fast unter. Die 21-Jährige präsentierte den nach ihr benannten Schäfer-Salto perfekt und könnte in dieser Verfassung ihrem WM-Gold die erste Medaille bei europäischen Titelkämpfen hinzufügen.

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