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Hockey-Ass Oruz will ins WM-Halbfinale

30.07.2018 15:01
Selin Oruz  ist jung und abgezockt
© getty, Jack Thomas
Selin Oruz ist jung und abgezockt

Die Olympia-Dritte Selin Oruz gehört mit ihren 21 Jahren bereits zu der Erfahrenen im Team der deutschen Hockey-Frauen. Bei der WM in London will die Verteidigerin auf ihre eigene Art und Weise zum Halbfinaleinzug beitragen.

Selin Oruz ist eine der jüngsten Spielerinnen im Team der deutschen Hockey-Frauen - doch schon jetzt gehört die 21-Jährige mit ihrer Erfahrung zu den abgezocktesten Verteidigern der Mannschaft. Und nicht nur das: Bei der WM in London setzte Oruz auch offensiv schon den ein oder anderen entscheidenden Pass, der zum erfolgreichen Einzug der "Danas" ins Viertelfinale am Mittwoch (19:00 Uhr MESZ) führte.

"Der Gruppensieg interessiert jetzt niemanden mehr. Klar, die drei Tage Pause taten gut, aber jetzt starten wir bei Null", sagte Oruz dem "SID". Die Deutschen erspielten sich als Erste der Gruppe C das direkte Ticket für die Runde der letzten Acht, umgingen den Umweg über das Achtelfinale und hatten so deutlich mehr Zeit zur Regeneration als ihr nächster Gegner.

Denn Spanien und Belgien müssen als Dritter und Zweiter ihrer jeweiligen Gruppe noch am Montagabend gegeneinander um das Viertelfinalticket gegen die Deutschen kämpfen. "Wir haben da keine Präferenz. Wir wissen, dass wir mit einer guten Performance nahezu jeden schlagen können", sagte Oruz.

"Das ist meine Stärke"

Durch ihre "garstige Defensivarbeit", die man der zierlichen Verteidigerin zunächst gar nicht zutraut, ist das Vorbeikommen für den Gegner ziemlich ungemütlich. "Das ist meine Stärke", wenn das funktioniere, habe sie den Anspruch auch "offensiv Aktionen einzuleiten". In den bisherigen Partien gelang der gebürtigen Krefelderin beides.

Die Aufbauspielerin hat ein Auge für die langen Pässe in die Sturmspitze. So bediente sie Torjägerin Charlotte Stapenhorst mit einem Diagonalpass, den die Vollblutstürmerin zum sehenswerten Siegtreffer gegen den Topfavoriten Argentinien im zweiten Gruppenspiel (3:2) verwandelte.

Doch auch Oruz verspürt ab und zu selbst den Drang zum Tor. In der abschließenden Vorrundenpartie gegen Spanien (3:1) tauchte die Defensivspielerin plötzlich im gegnerischen Schusskreis auf und versenkte den Ball zum richtungsweisenden 2:1 - und bejubelte ihren ersten Länderspieltreffer.

Vom Küken zur Chef-Henne

Mit Anfang 20 gehört sie bereits zum festen Kader der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). War sie beim Bronzemedaillen-Triumph bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 noch ein Küken, zählt sie jetzt zu den Etablierten.

Damit ist sie keine Seltenheit im deutschen Team, der Altersdurchschnitt liegt bei 25 Jahren. Die 21 Jahre alte Innenverteidigerin Nike Lorenz bildet zusammen mit der elf Jahre älteren Kapitänin Janne Müller-Wieland die Defensivzentrale, die 23-jährige Stapenhorst mischt den Sturm auf, und Anne Schröder und Cecile Pieper gehören mit ihren 24 Jahren zu den Mittelfeldmotoren der Mannschaft. Alle waren schon in Rio mit dabei und sind seither gereift.

Dann kamen die drei Siege aus den drei Vorrundenpartien gegen Südafrika (3:1), die "Las Leonas" aus Argentinien und den möglichen Viertelfinalgegner Spanien, die der Mannschaft von Bundestrainer Xavier Reckinger zusätzlich Selbstvertrauen gaben. Auch Oruz: "Vielleicht schieße ich ja sogar noch ein Tor."

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