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"Verdammt, du fährst ein gutes Rennen!"

Gasly feiert: Endlich blaue Flaggen für die anderen!

30.07.2018 14:10
Gasly mit jeder Menge Autos hinter sich: zuletzt eher eine Seltenheit
© getty, Mark Thompson
Gasly mit jeder Menge Autos hinter sich: zuletzt eher eine Seltenheit

Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly ist der heimliche Held des Ungarn-Grand-Prix. Nach seinem sensationellen sechsten Platz in Bahrain bestätigte der Franzose auf dem Hungaroring mit einem weiteren sechsten Rang sein enormes Talent. Und war nach dem Rennen, das er als einziger Mittelfeldpilot in der gleichen Runde mit den Fahrern der Topteams beendete, völlig aus dem Häuschen.

"Das war das erste Mal, dass den Autos vor mir blaue Flaggen gezeigt wurden", lacht der 22-Jährige. "Da wurde mir klar: Verdammt, du fährst ein gutes Rennen! Normalerweise bekomme ja ich die blauen Flaggen, wenn mich die Ferrari- oder Mercedes-Piloten überrunden. Das war ein ziemlich gutes Gefühl."

Selbst bei seiner ersten Galavorstellung in der Wüste von Sachir habe er keine anderen Autos überrundet. "Das war wirklich das erste Mal, dass ich nicht überrundet wurde, aber andere Autos überrundet habe", sagt er. Außerdem ist Gasly stolz, auf dem Hungaroring den Titel "Best oft he Rest" errungen zu haben: "Das ist ein Sieg in der B-Klasse, denn für uns ist es unmöglich, besser zu sein."

Gaslys Plan: Auf allen Toro-Rosso-Strecken zuschlagen!

Schon zu Saisonbeginn hatte sich der Franzose vorgenommen, dann aufzutrumpfen, wenn es sein Paket zulässt. Und durch die leistungsschwache Honda-Antriebseinheit handelte es sich nach Bahrain um die Rennen in Monaco (Platz sieben für Gasly; Anm. d. Red.), Ungarn und Singapur. "Wir wissen, dass wir dreimal im Jahr solche Gelegenheiten haben, bei denen das Auto besser als normal funktioniert. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, diese zu nutzen - und das ist mir in Bahrain und in Monaco gelungen. Und auch hier wusste ich, dass etwas Großes möglich ist."

Der Grund? Abgesehen davon, dass die Motorleistung nur eine untergeordnete Leistung spielt, waren hohe Temperaturen angesagt - wie in Bahrain! Der Schlüssel war es also nach dem starken Regen-Qualifying, das der Franzose ebenfalls auf Platz sechs beendete, mit den Ultrasoft-Reifen hauszuhalten.

Und niemand fuhr im ersten Stint so lange wie Gasly, der erst in der 32. Runde hereinkam. "Ich hätte sogar noch fünf Runden länger fahren können", offenbart er. "Aber der Zeitpunkt passte für den Stopp. Ich hatte weniger Probleme als die anderen." Das führt Gasly darauf zurück, dass der STR13 - wie schon in Bahrain gesehen - bei hohen Temperaturen hervorragend mit den Reifen umgeht: "Die Hitze hilft uns." Aber auch er habe Fortschritte gemacht.

32 Runden Ultrasoft: Wie Gasly zum Reifenflüsterer wurde"

Ich habe mich im Vergleich zu meiner ersten GP2-Saison, in der ich zu aggressiv mit den Reifen umgegangen bin, massiv verbessert", sagt Gasly. "Das zahlt sich jetzt aus." Nach dem guten Start, bei dem er den mit Soft-Reifen gestarteten Carlos Sainz überholte, hatte er das Rennen im Griff.

Von einer Spazierfahrt will er aber nichts wissen: "Es sah vielleicht wie ein einsames Rennen aus, aber das war wirklich harte Arbeit. Ich hatte ziemlich viel Druck von Kevin Magnussen, der hinter mir pushte. Einmal hatte ich einen Vorsprung von zehn Sekunden, und den hielt ich dann 40 Runden lang. Ich habe Vollgas geben, aber auch viel Sprit gespart, weil ich damit rechnete, dass Kevin am Ende attackieren wird, was auch der Fall war."

Auch Honda hat laut Gasly einen Anteil am großartigen Ergebnis: "Die Fahrbarkeit des Motors war sehr gut." In der Konstrukteurs-WM hat sich Toro Rosso nun wieder etwas Luft verschafft: Durch die acht Punkte des Franzosen liegt man nun zehn Zähler vor der immer stärker werdenden Sauber-Truppe, die diesmal leer ausging, auf dem achten Platz.

Topleistung wichtig im Kampf gegen Sauber

"Das war ganz wichtig, denn wir sind in einer kniffligen Lage", erklärt Gasly. "Sauber wird in Spa und in Monza sehr schnell sein, also war es entscheidend, hier viele Punkte zu machen. Wir haben unsere Erwartungen sogar übertroffen." Tatsächlich war Gasly abgesehen von einem Training in allen Sessions in den Top 10.

Hat man damit die Probleme der vergangenen Rennen - Toro Rosso holte an fünf Wochenenden nur ein mickriges Pünktchen - im Griff? "Wir haben unser Paket diese Saison sehr rasch verstanden, dann aber nicht den gewünschten Schritt gemacht", erklärt Gasly, warum sein Team etwas außer Tritt geraten war. "Uns es gibt immer noch einige Dinge, die wir nicht verstehen. Wir wissen nicht, warum wir manchmal besser sind als erwartet und dann wieder unseren Erwartungen nicht gerecht werden. Ob das gelöst ist, werden wir in Spa sehen."

Dennoch erwartet er die nächste Große Chance erst wieder in Singapur - ein weiterer Kurs, auf dem die Motorleistung nicht bestimmend ist und die Temperaturen üblicherweise hoch sind. "Darauf müssen wir uns konzentrieren", hat Gasly bereits Lunte gerochen. "Ich fahre zum ersten Mal auf dieser schwierigen Strecke."

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