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Vandoorne und Gasly sorgen für Furore

Tops & Flops: Gasly auf Titeljagd, Vettel in Trümmern

30.07.2018 11:36
Pierre Gasly fuhr in Ungarn das zweitbeste Resultat seiner Karriere ein
Pierre Gasly fuhr in Ungarn das zweitbeste Resultat seiner Karriere ein

Der Große Preis von Ungarn 2018 war kein Rennen, das in die Formel-1-Geschichte eingehen wird. Auf der Strecke passierte wenig, hinter den Kulissen rumorte es dafür umso mehr. Die Gewinner und Verlierer des Wochenendes:

  • Die Gewinner des Wochenendes:

Lewis Hamilton. Zum zweiten Mal in Folge gewinnt der Weltmeister ein Rennen, das er nicht hätte gewinnen dürfen. In Hockenheim spülte der Regen Hamilton zum glücklichen Sieg, in Budapest spülte ihn das Wasser auf Startplatz eins, den der WM-Führende dank einer fehlerfreien Vorstellung und tatkräftiger Unterstützung seines Teamkollegen verteidigte.

Der Mercedes war bei trockenen Bedingungen klar langsamer als der Ferrari. Hätte der Regengott Hamilton am Samstag nicht in die Karten gespielt, wäre das Rennen anders gelaufen. Auch die mehr als offensichtliche Degradierung von Valtteri Bottas zum "Bremsklotz" half der Nummer 44.

Wahr ist aber auch: Hamilton verdiente sich die Pole am Samstag und Hamilton verdiente sich den Sieg am Sonntag. In der Summe riefen der 33-Jährige und sein Team in den entscheidenden Momenten die Leistung ab, die es braucht, um am Ende Weltmeister zu werden.

Lewis Hamilton geht als WM-Führender in die Sommerpause
Lewis Hamilton geht als WM-Führender in die Sommerpause

Pierre Gasly. Jeder Fahrer, der nicht in einem Mercedes, Red Bull oder Ferrari saß, wurde beim Großen Preis von Ungarn mindestens ein Mal überrundet - außer Pierre Gasly. Der Franzose gewann in Budapest die "B-Meisterschaft" und verteidigte seinen sechsten Startplatz bis ins Ziel.

Gasly wurde in Ungarn Sechster
Gasly wurde in Ungarn Sechster

"Wenn man in einem Toro Rosso sitzt, bekommt man so eine Chance nur zwei oder drei Mal im Jahr. Deswegen bin ich sehr glücklich", freute sich der 22-Jährige darüber, dass er mit den "Stieren" seine große Chance ergriff.

Gleichzeitig beendete Gasly in Ungarn eine schwarze Serie von fünf punktlosen Rennen in Folge. Zudem ist der sechste Platz gleichbedeutend mit dem zweitbesten Resultat seiner Formel-1-Laufbahn. Viel besser geht es nicht.

Stoffel Vandoorne. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz der Saison 2018: Im Duell mit Fernando Alonso wird der Belgier Woche für Woche deklassiert. Auch in Ungarn hatte der Spanier in jeder Session die Nase vorn. Und dennoch darf sich Vandoorne als einer der Gewinner des Wochenendes fühlen. 

Nach sportlichen Horror-Wochen und sieben Rennen ohne Punkt arbeitete sich der McLaren-Pilot schon in der ersten Runde vom 15. auf den 13. Platz nach vorne. Über 40 Runden quetschte er anschließend das Maximum aus seinen Reifen heraus und macht Position um Position gut. Auf Rang neun liegend kam er nach seinem einzigen Stopp zurück auf die Strecke. Kurz danach streikte das Getriebe und machte sein bestes Rennen seit langer Zeit kaputt.


  • Die Verlierer des Wochenendes:

Sebastian Vettel. Vor den Mikrofonen sprach Sebastian Vettel von einem "gewonnenen zweiten Platz", hinter den Kulissen dürften deutlichere Worte gefallen sein. Nachdem die Scuderia im Qualifying im Duell mit Mercedes buchstäblich baden ging, lief auch im Rennen einiges schief.

Der verpatzte Boxenstopp in Runde 40 kostete Vettel die Chance, Druck auf Lewis Hamilton auszuüben. Seinen überlegenen Speed konnte der Heppenheimer nicht nutzen, weil er plötzlich hinter Bottas hing. Das Resultat eines kostspieligen und unnötigen Fehlers.

Nach 34 Runden lag Vettel 25 Sekunden vor Bottas. Hätte Ferrari ihn zum Stopp gerufen, wäre Vettel deutlich vor dem Finnen geblieben. Aber die Scuderia ließ den Heppenheimer draußen. Vettel verlor im Verkehr entscheidende Sekunden - und verspielte seine einzige Siegchance.

Es ist der bisher letzte in einer ganzen Reihe von Fehlern, die man den Roten in den letzten Wochen und Monaten ankreiden kann. Noch ein, zwei dieser Patzer und Vettels WM-Träume liegen einmal mehr in Trümmern.

Ferrari leistete sich mal wieder einen Fehler zu viel
Ferrari leistete sich mal wieder einen Fehler zu viel

Die Zuschauer. Spannung bis zum Schluss, ein Kampf um Hundertstel, ein Krimi auf der Strecke und an der Boxengasse: All das bot der Große Preis von Ungarn - am Samstag. Nach einem packenden Regen-Qualifying, in dem die Fahrer und Taktiker an ihre Grenzen gebracht wurden, lieferte das Rennen am Sonntag das Kontrastprogramm.

Zwischen der 1. und 65. Runde spulten die Fahrer ihre Kilometer ab, hingen hinter den Vorderleuten fest und verzweifelten bei dem Versuch, Positionen auf der Strecke gutzumachen. Erst das Brechstangen-Manöver von Sebastian Vettel gegen Valtteri Bottas ließ den Puls wieder steigen.

Lässt sich so ein Rennen in Zukunft verhindern? Wohl kaum. Sollte sich die Formel 1 eine Lösung für dieses Problem einfallen lassen? Unbedingt. Wird sie eine Lösung finden? Eher nicht.

Red Bull/Renault. Die Hasstirade von Max Verstappen am Funk ist nur verständlich. Erneut machte das Material dem Niederländer einen Strich durch die Rechnung und streikte. Nicht das erste Mal.

Seit vier Jahren fährt Red Bull mit dem Renault-Antrieb nun schon konsequent hinterher. Eine Weiterentwicklung ist nur sporadisch zu erkennen. In Budapest kam es deshalb zur nächsten verbalen Schlammschlacht.

Das Rennen von Max Verstappen endete vorzeitig
Das Rennen von Max Verstappen endete vorzeitig

Seit Beginn der Saison 2017 sind die Roten Bullen 20 Mal vorzeitig ausgeschieden. Manchmal selbstverschuldet, manchmal fremdverschuldet. Zu oft aber auch durch technische Probleme, die bei einem Spitzenteam nicht geschehen dürfen - zumindest nicht in dieser Häufigkeit.

 

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