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"Kovac wechsel dich" im Training des FC Bayern

12.07.2018 12:40
Robert Kovac (r.) ist Co-Trainer unter seinem Bruder Niko beim FC Bayern München (Bildquelle: Twitter)
Robert Kovac (r.) ist Co-Trainer unter seinem Bruder Niko beim FC Bayern München (Bildquelle: Twitter)

Fußball-Bundesligist FC Bayern München hat beim Training am Donnerstag auf Neu-Coach Niko Kovac verzichten müssen. Der 46-Jährige ließ die Einheit am Vormittag wegen einer Magenverstimmung aus.

An Stelle des ehemaligen Frankfurters leitete sein Bruder Robert Kovac das Training. Seit Jahren sind die Kovac-Brüder ein Trainergespann. Nach den Stationen bei Kroatiens U21 und der A-Nationalmannschaft, über deren WM-Erfolge sich die beiden sehr freuen, sowie bei Pokalsieger Eintracht Frankfurt sind sie nun beim FC Bayern zurück. Wieder gemeinsam.

"Es hat viele Vorteile. Wir kennen uns sehr gut, sind zusammen aufgewachsen. Ich kenne seine Stärken und Schwächen und er meine. Je älter wir sind, desto besser ist unsere Beziehung geworden. Ich bin froh, dass ich so einen Bruder habe", sagte der 44-jährige Robert Kovac über den zwei Jahre älteren Niko. "Wir denken ähnlich im Fußball und haben ähnliche Vorstellungen. Am Ende ist mein Bruder der Cheftrainer: Er entscheidet und hat das letzte Wort."

Seit zehn Tagen sind die Kovac-Brüder, die zwei gemeinsame Spielerjahre in München hatten, als Trainer an der Säbener Straße im Amt. Und eines ist längst klar: Es ist eine XXL-Vorbereitung, die das Bayern-Ensemble mehr fordert als das in zwei Sommern unter Carlo Ancelotti der Fall war. In der Regel trainieren die Profis zweimal täglich, unter zwei Stunden endet eigentlich keine Einheit.

Rafinha: "Brauchen noch Power"

"Die Vorbereitung ist eine harte Zeit", sagte Defensivallrounder Javi Martínez. "In dieser Periode ist es normal, dass wir viel laufen, viel arbeiten, viel trainieren." Aber so viel? "Wir haben sehr viel Qualität, wir haben Charakter, wir sind eine Sieger-Mannschaft. Das Einzige, was wir noch brauchen, ist Power", sagte Rafinha, der am Donnerstag lockere Laufrunden drehte. Das tat auch Arturo Vidal, der nach seiner Knie-OP am Comeback arbeitet.

Die harte Vorbereitungsarbeit des Meisters verdeutlicht, warum die WM-Teilnehmer nicht bei der USA-Reise vom 23. Juli an dabei sind. Sie sollen sich nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub zwei Tage später schon einmal die Grundlagen für das Trainingslager am Tegernsee erarbeiten. Dort steht vom 2. bis 9. August die wichtigste Vorbereitungsetappe auf die neue Saison an.

Hermann kehrt zurück

Als erster der im Sommer eingesetzten Nationalspieler startete Alaba das Training. Der Österreicher absolvierte am Donnerstag die Leistungsdiagnostik. Als letzter wird Corentin Tolisso, der mit Frankreich im WM-Finale steht, im August die Arbeit wieder aufnehmen. "Wenn die anderen dazustoßen, versuchen wir die Sachen, die wir jetzt taktisch machen, mit ihnen auch durchzuspielen", sagte Robert Kovac im Vereins-TV. "Wir versuchen, die Zeit zu nutzen, den Spieler viele Sachen mitzugeben. Bis jetzt passt es ganz gut."

Komplettiert wird der Trainerstab bald durch Peter Hermann, den langjährigen Heynckes-Vertrauten. Der 66-Jährige hatte sich schon in die Rente verabschiedet, kehrt aber doch zurück. Niko Kovac und Hermann kennen sich noch aus der gemeinsamen Zeit bei Bayern Leverkusen Ende der 1990er Jahre. "Aus privaten Gründen wird er erst am 1.9. dazustoßen", sagte der Bayern-Cheftrainer, der insgesamt auf einen konstanten Betreuerstab zurückgreift. Das war in der Vergangenheit anders: Ancelotti oder dessen Vorgänger Pep Guardiola hatten im Gegensatz dazu reichlich eigene Vertraute um sich geschart.

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