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Noah Lyles: Der neue Stern am Sprinter-Himmel

12.07.2018 11:37
Auf dem Weg zum Superstar: Noah Lyles
Auf dem Weg zum Superstar: Noah Lyles

Noah Lyles wird sich auf dem Flug nach Rabat wieder den Kopf zerbrochen haben. Der neue Stern am Sprinter-Himmel überlegt sich ja vor jedem Rennen ein neues Motto für seine Jubelposen.

"Ich liebe meine Themen", sagte der US-Boy zuletzt. Sein Tänzchen nach seinem Triumph bei den US-Meisterschaften über 100 Meter - angelehnt an den Animationsfilm "Die Unglaublichen" - wurde schnell zum Hit im Internet, auch beim Videospiel "Fortnite" bediente sich Lyles schon.

Die Zuschauer beim Diamond-League-Meeting am Freitag in Marokko dürften also gespannt sein auf die nächste Show des erst 20-Jährigen. Mit seinen Bestzeiten von 9,88 Sekunden über 100 m und 19,69 Sekunden über 200 m ist Lyles schließlich nicht nur die Nummer eins in der Welt, sondern auch schneller als ein gewisser Usain Bolt im gleichen Alter (10,03 und 19,75 Sekunden). Kein Wunder, dass der Shootingstar in Rabat über 100 m selbst gegen seinen Landsmann und Vizeweltmeister Christian Coleman als Favorit gilt.

Doch Lyles will viel mehr. "Meine Lebensziele sind groß", sagte er. Sogar ziemlich groß. "Ich werde alles, was in meiner Macht steht, dafür tun, Usain Bolts Rekorde zu schlagen", sagte er vor einer Woche bei seinem Sieg in Lausanne. Seit der Abdankung des Sprinter-Königs aus Jamaika fragt sich die Leichtathletik-Welt ja: Wer setzt sich nun die Krone auf? Und mit Lyles erhebt jetzt der Erste mit kessen Sprüchen lautstark Anspruch auf den Superstar-Status. "Ich bin gekommen, meine eigene Geschichte zu schreiben", sagte er.

Lyles will "nicht dem Weg eines Anderen folgen"

An Selbstvertrauen mangelt es Lyles offenbar nicht. Allerdings hat der junge Mann aus Florida auch einiges zu bieten. Ein Idol sei Bolt für ihn aber nie gewesen, sagte Lyles: "Denn es wäre falsch, jemanden auf ein Podest zu stellen und dann zu ihm aufzuschauen."

Wie früher Bolt muss auch Lyles noch an seinem Start arbeiten, stets ist er gezwungen, auf den letzten Metern vor dem Ziel noch Rückstände aufzuholen. "Das ist normal für mich, das stresst mich auch nicht", sagte Lyles, den ohnehin nur wenig zu stressen scheint.

Ziemlich cool beginnt Lyles, der nicht unbedingt ein Kraftprotz ist und auch technisch noch Reserven hat, an seinem eigenen Vermächtnis zu arbeiten. Der Emporkömmling "will nicht dem Weg eines Anderen folgen", sagte Lyles: "Jeder sollte seinen eigenen Weg gehen."

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