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Die 6. Etappe der Tour de France

Martin holt den Tagessieg - Van Avermaet bleibt in Gelb

12.07.2018 17:41
Daniel Martin (l.) kann sich über den Etappensieg freuen
Daniel Martin (l.) kann sich über den Etappensieg freuen

Radprofi Daniel Martin hat die sechste Etappe der 105. Tour de France gewonnen. Der 31 Jahre Ire aus der Emirates-Mannschaft konnte sich nach 181 Kilometern von Brest zur Mûr-de-Bretagne mit einer Sekunde Vorsprung auf den Franzosen Pierre Latour durchsetzen.

"Das war heute mein Tag. Es war die einzige Chance gegen Alaphilippe, Sagan oder Valverde so zu gewinnen - ich hatte nichts zu verlieren", sagte Martin als Sieger der sechsten Etappe.

Alejandro Valverde aus Spanien wurde mit drei Sekunden Rückstand auf Martin Dritter. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden konnte der Belgier Greg Van Avermaet erneut verteidigen. Der Slowake Peter Sagan bleibt im Grünen Trikot.

Am Freitag steht die mit 231 Kilometer längste Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt auf dem Programm. Die Strecke von Fougères nach Chartres weist außer einer Bergwertung der vierten Kategorie keinerlei topographische Schwierigkeiten auf. 

Dumoulin und Bardet im Pech

Chris Froome ist unterdessen noch nicht der Herrscher der 105. Tour de France: Der umstrittene Titelverteidiger hat bei der ersten "Mini-Bergankunft" leicht geschwächelt und beim Sieg von Martin an der berüchtigten Mur de Bretagne auf den letzten Metern abreißen lassen. Sky-Kapitän Froome konnte nach 181 km im entscheidenden Moment nicht mehr folgen und kam mit acht Sekunden Rückstand auf Platz 18 - dennoch war es für ihn ein Teilerfolg.

Denn Froomes Top-Rivalen Tom Dumoulin und Romain Bardet verloren nach Defekten kurz vor Schluss deutlich mehr Zeit. Dumoulin, niederländischer Kapitän des deutschen Sunweb-Teams, schaffte nicht mehr den Anschluss an die Spitzengruppe und verlor 53 Sekunden auf Martin, 45 auf Froome. Die große französische Hoffnung Bardet (AG2R) erreichte das Ziel mit 31 Sekunden Rückstand, verlor somit 23 auf Froome.

Deutsche Profis ohne Chance

Erst beim zweiten der beiden Anstiege zur "Mur", zwei Kilometer lang und bis zu 10 Prozent steil, ließen es die Topfavoriten richtig krachen, für Froome war der Anstieg aber anscheinend zu kurz, um seine Stärken auszuspielen. Er hatte bereits am Mittwoch im schweren Finale nach Quimper seine Form angetestet und das Rennen unter den Besten beendet.

Olympiasieger Greg Van Avermaet (Belgien/BMC) verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich. Für Vortagessieger Peter Sagan (Bora-hansgrohe) war das Finale ein wenig zu schwierig, der Weltmeister wurde respektabler Achter. "Man muss auch Mal mit den kleinen Dingen zufrieden sein. Es war schwer, im Finale den Schnellsten zu folgen", so Sagan hinterher.

Die deutschen Profis hatten wie am Vortag nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Die Topsprinter Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) und André Greipel (Lotto-Soudal) waren schon frühzeitig zurückgefallen, auch Klassiker-Ass John Degenkolb (Trek-Segafredo) kam weit abgeschlagen ins Ziel.

Kittel und Greipel freuen sich auf Freitag

In einem zunächst unspektakulären Rennen riss das Feld nach 80 Kilometern an einer Windkante auseinander. Quick-Step um den zweimaligen Etappensieger Fernando Gaviria (Kolumbien) machte mächtig Tempo - das Team hatte im Belgier Philippe Gilbert (3. vor Etappenstart), dem Franzosen Julian Alaphilippe (5.) und dem Luxemburger Bob Jungels (6.) gleich drei heiße Anwärter auf das Gelbe Trikot. Die Attacke blieb aber letztlich ohne große Auswirkungen, die Abgehängten schlossen auf dem Weg zur ersten Überquerung der Mur de Bretagne wieder auf.

Nach zwei harten Tagen auf den Hinterbänken des Feldes winkt den Sprintspezialisten Kittel und Greipel am Freitag wieder ein erfreulicherer Arbeitstag. Nach den 231 Kilometern der längsten Tour-Etappe 2018 zwischen Fougeres und Chartres ist ein Massenspurt sehr wahrscheinlich - vor der ersten Kletterpartie in den Alpen am kommenden Dienstag dürfte es für die Sprinter die vorletzte Chance sein.

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