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Scuderia-Boss wütet - Hamilton rudert zurück

09.07.2018 14:29
Maurizio Arrivabene empfand die Anschuldigungen als Frechheit.
Maurizio Arrivabene empfand die Anschuldigungen als Frechheit.

Die Abräumaktion von Kimi Räikkönen gegen seinen Mercedes-Schützling Lewis Hamilton unmittelbar nach dem Start des Großbritannien-GP hat Niki Lauda in Wallung gebracht.

"Der Unfall war einfach unfair, das ist jetzt das zweite Mal, dass uns ein Ferrari in der ersten Kurve abschießt. Das ist nicht lustig", grantelte der Silberpfeil-Häuptling nach dem Formel-1-Spektakel in Silverstone. "Man sollte wissen, wie man verliert", entgegnete die Scuderia genervt.

Schon beim Großen Preis von Frankreich in Le Castellet hatte Sebastian Vettel Mercedes-Pilot Valtteri Bottas direkt nach dem Start unsanft von der Strecke bugsiert. In Silverstone machte Räikkönen das gleiche mit Hamilton. "Immerhin hat Kimi eine 10-Sekunden-Strafe bekommen. Die Stewards sehen, was hier abgeht", sagte Lauda. Vettel war in Frankreich mit einer 5-Sekunden-Strafe noch deutlich glimpflicher davon gekommen.

"Es sollte heute nicht sein für Lewis", orakelte der Österreicher, lobte den Weltmeister aber ausdrücklich für dessen famose Aufholjagd von Platz 20 auf 2. "Das zeigt, was für eine Performance er hier drauf hatte. Ich sage: Ohne den Crash hätte Lewis gewonnen", so Lauda. 

"Absicht oder Dummheit"?

Auch Hamilton witterte in den jüngsten Rammstößen der Scuderia-Piloten zunächst Kalkül. "Das ist eine interessante Strategie von Ferrari. Ferrari hat nichts verloren in den letzten beiden Rennen. Zum zweiten Mal hintereinander haben sie Fehler gemacht, aber wir haben als Team verloren. Etwa 25 Punkte, was signifikant ist in der Konstrukteurs-WM. Wenn wir diese Aktionen vorher schon kennen würden, dann hätten wir etwas dagegen tun können", schimpfte der Brite.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zitierte - allerdings mit einem Augenzwinkern - die Frage seines Technikchefs James Allison, ob es sich bei den Zwischenfällen "um Absicht oder Dummheit" handele? "Jetzt müssen wir uns ein Urteil bilden", betonte der 46-Jährige. Wirkliche Bedenken habe er aber nicht, ergänzte Wolff später.

Arrivabene schnaubt vor Wut - Hamilton rudert zurück

Bei der Scuderia traute man dennoch seinen Ohren nicht. "Man sollte anständig sein, man sollte wissen, wie man verliert", schnaubte Teamchef Maurizio Arrivabene. "Wenn er das wirklich so gesagt hat, dann sollte er sich was schämen", so Arrivabene in Richtung seines früheren Mitarbeiters Allison: "Wir sind doch hier in England, da kann man lernen, wie sich ein Gentleman verhält. Er sollte damit anfangen." Vettel schüttelte angesichts der Andeutungen nur den Kopf. "Albern" und "unnötig" sei es, überhaupt darüber nachzudenken. 

Mit einem Tag Abstand rückte Hamilton dann von seinen Vorwürfen ab. "Kimi hat sich entschuldigt und ich akzeptiere das. Es war ein Rennunfall und nicht mehr. Manchmal sagen wir dummen Mist und lernen daraus", schrieb der Engländer bei Instagram.

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