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Horner trotz Trainings-Pleite zuversichtlich

Red Bull auf der Suche nach der Pace

06.07.2018 18:47
Red Bull konnte die Top-Zeiten am Freitag nicht mitgehen
Red Bull konnte die Top-Zeiten am Freitag nicht mitgehen

Es war nicht der erhofft reibungslose Auftakt für das Red-Bull-Team beim nächsten Heimrennen, nachdem man in Österreich noch über den Sieg von Max Verstappen jubeln durfte.

Der Spielberg-Triumphator sorgte am Freitag in Silverstone gleich mehrfach für Unterbrechungen. Im ersten Freien Training ereilte ihn ein Getriebeproblem, im zweiten Freien Training crashte er den RB14 in Luffield in die Mauer. Teamkollege Daniel Ricciardo erlebte hingegen einen ruhigeren Auftakt in Großbritannien, wobei auch ihm die Pace auf Ferrari und Mercedes fehlte.

"Ich wollte einfach zu schnell sein mit dem harten Reifen. Ich habe die Kontrolle verloren", schildert Verstappen seinen Abflug am Nachmittag. Der Niederländer konnte einen Einschlag nicht mehr verhindern und krachte mit dem rechten Hinterrad in die Begrenzung. "Das ist natürlich nicht ideal, die zweite Session so zu verlieren", weiß er.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner stimmt seinem Fahrer gegenüber 'Sky Sports F1' vollkommen zu: "Es ist einfach nervig, so viel Fahrzeit auf der Strecke dadurch zu verlieren. Auf dem harten Reifen ist er gerutscht, das hat fast ausgesehen wie bei einem Motorrad-Highsider. Dann hat das Auto in die andere Richtung ausgeschlagen. Das ist wirklich ärgerlich und frustrierend."

Verstappen war zu früh am Gas und konnte das ausbrechende Heck nicht mehr einfangen. Damit war sein Training bereits nach einer Viertelstunde beendet.

Horner gibt Entwarnung: "War nicht das Renngetriebe"

"Der Schaden ist nicht so gravierend. Das war kein Renngetriebe", gibt Horner zumindest Entwarnung. Verstappen wird also keine Strafe aufgrund eines Getriebewechsels befürchten müssen.

Schon am Ende des ersten Trainings rollte Verstappen wegen eines Defekts am Getriebe aus. Horner erklärt, das ein Teil im Getriebe kaputt ging, dass die Gänge auswählt. "Womöglich durch ein Software-Problem", vermutet der Brite. "Die Gänge konnten nicht mehr sauber gewechselt werden, das ist zwar nichts Großes gewesen, aber trotzdem ist das ärgerlich."

Da der technische Defekt erst ganz am Ende des Trainings passiert ist, konnte Verstappen zumindest am Vormittag viele Daten sammeln. Insgesamt ist er im ersten Training 24 Runden gefahren, mit einer 1:28.325 Minuten reihte er sich auf Platz sechs.

Im zweiten Training schaffte er vor seinem Ausritt keine gezeitete Runde, weshalb er am Ende der Zeitentabelle zu finden ist. Mit seiner FP1-Zeit reiht sich der 20-Jährige mit acht Zehntelsekunden Rückstand insgesamt auf den sechsten Rang im Freitagsergebnis ein.

Da Verstappen auch keinen Longrun im zweiten Training fahren konnte, muss sich Red Bull auf Daniel Ricciardos Daten verlassen. "Das werden wir morgen nachholen. FP3 dauert lange genug, um das zu schaffen. Ich werde dann ein paar Informationen haben, außerdem haben wir Daniels Daten, die wir uns ansehen können", so Verstappen. Insgesamt war sein Gefühl heute im Auto nicht allzu schlecht: "Es war ganz gut. Die Balance war schon ganz okay, wir verlieren nur sehr viel Zeit auf den Geraden."

Verstappens Credo für Samstag: "Nicht in die Mauer fahren!"

Sein Selbstbewusstsein sei durch die Zwischenfälle jedenfalls nicht angeknackst worden, betont er. Sein Motto für den Qualifying-Tag? "Nicht in die Mauer fahren!", schmunzelt er. Die Reifen werden auch in Silverstone wieder eine wichtige Rolle spielen. Im ersten Training war Verstappen auf dem Medium auf der Strecke, bei seinem Unfall im zweiten hatte er den harten Pneu von Pirelli angeschraubt.

"Die harten Reifen haben sich steif angefühlt. Ich bin nur ein paar Kurven damit gefahren, es hat sich aber nicht fantastisch angefühlt", gibt er zu. Dieser blau markierte Reifen kommt in Großbritannien zum ersten Mal in dieser Saison zum Einsatz.

"Es scheint, dass wir definitiv nicht um die Pole kämpfen werden", stellt der Niederländer klar. "Morgen werde ich dennoch alles versuchen. Zumindest habe ich zwei Soft-Sätze, das ist doch positiv." Mit der weichsten Mischung ist er am Freitag noch gar nicht gefahren.

Teamkollege Ricciardo erwischte einen störfreien Freitag, insgesamt fuhr er 61 Runden. Mit einer 1:28.144 Minuten reiht er sich mit sechs Zehntelsekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit auf Gesamtrang fünf ein. Nach dem zweiten Training scherzte er: "Es war warm heute, das ist hier in Silverstone eigentlich ganz nett. Ich bringe normalerweise immer meinen Ski-Anorak mit - auch im Juli."

Power-Nachteil & Reifen-Poker

Der Australier hat sich im ersten Training auf den harten Reifen konzentriert und ist im letzten Versuch mit dem Soft auf die Strecke gegangen. Im zweiten Training wechselte er zwischen dem Medium und dem Soft ab. Seine Einschätzung nach dem ersten Tag? "Wir waren ein bisschen weg von der Pace. Ferrari und Mercedes sind stark, hoffentlich wird das nicht das gesamte Wochenende so bleiben. Wir versuchen, noch ein bisschen Speed für morgen und Sonntag zu finden."

Generell bestätigt er den Eindruck von Verstappen: Red Bull ist zumindest am Freitag in Silverstone nur dritte Kraft - das zeigt sich auch im Longrun. Das führt Ricciardo auch auf das Power-Defizit zurück: "Wir verlieren eine ganze Menge. Wir können bei den Overlays sehen, dass wir in manchen Kurven aufholen, aber dann verlieren wir diese Zeit wieder. Derzeit sind wir nicht bei ihrer Pace dabei, das ist Fakt."

"Ich erwarte nicht zu viel vom Qualifying"

Womöglich kann Red Bull am Sonntag durch eine alternative Strategie punkten. Ricciardo betont jedenfalls bereits am Freitag, dass der Samstag nicht im Fokus der Bullen steht.

"Ich erwarte nicht zu viel vom Qualifying. Wir fokussieren uns eher aufs Rennen. Wenn wir uns in der dritten Reihe qualifizieren, dann müssen wir verstehen, wie wir die Reifen länger am Leben halten können. Dann können wir auch eine Chance am Sonntag haben." Der 29-Jährige ist davon überzeugt, dass das richtige Reifenmanagement bei den heißen Bedingungen der Schlüssel zum Erfolg sein wird.

"Wenn wir das durchschauen in den längeren Runs, dann könnten die Dinge in unsere Hände spielen", glaubt Ricciardo. Teamchef Christian Horner stimmt seinen Fahrern zu. Auch der Brite weiß, dass vor allem die Samstage für Red Bull schwierig werden. "Auf dieser Strecke fährt man größtenteils Vollgas, Cops und die erste Kurve gehen voll - so viele Bereiche, die uns nicht in die Karten spielen. Da haben die leistungsstärkeren Motoren einen Vorteil." Auch er rechnet sich nur Chancen auf die dritte Startreihe aus. "Aber im Rennen sind wir meistens besser und ich bin zuversichtlich, dass das auch hier der Fall sein wird."

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