Anzeige

Vettel wehrt sich gegen "kurzsichtige" F1-Kritiker

12.06.2018 21:30
Sebastian Vettel teilt die Kritik an der Formel 1 nicht
Sebastian Vettel teilt die Kritik an der Formel 1 nicht

Weder beim Großen Preis von Monaco noch beim Großen Preis von Kanada bekamen die Formel-1-Fans auf der Strecke viel Rennaction geboten. Die Vorwürfe, die Königsklasse entwickele sich zur "Formel Langeweile", will Ferrari-Pilot Sebastian Vettel so jedoch nicht stehen lassen.

"Ich weiß nicht, warum die Menschen so kurzsichtig sind", wehrte sich Vettel im Anschluss an das Rennen in Kanada gegen die Kritik: "Wir hatten in diesem Jahr sieben Rennen. Ich glaube, manche waren phänomenal, manche waren langweilig." Dieses Wechselspiel sei schlichtweg normal und kein reines Formel-1-Phänomen, ergänzte der Heppenheimer.

"Bald fängt die Fußball-Weltmeisterschaft an. Ich verspreche Euch, dass man viele Spiele sehen wird, die nicht besonders aufregend sind - aber die Leute werden es sich trotzdem ansehen. Andere Spiele werden dagegen unglaublich", richtete der vierfache Weltmeister sein Appell an die anwesenden Journalisten, die mangelnde Unterhaltung und folglich einen möglichen Zuschauerschwund in der Formel 1 andeuteten.

Was sagen die Zahlen?

"Wir machen unseren Job im Auto. Wenn wir gegeneinander Racen können, machen wir das natürlich. Gleichzeitig ist es aber auch unser Job, eben das zu verhindern. Verschwinden, vorne bleiben und nicht überholt werden", so der Ferrari-Pilot, der in der laufenden Saison keine Anzeichen von Langeweile erkennen kann.

Die nackten Zahlen geben dem Deutschen in seiner Einschätzung durchaus recht. Dass sich nach den ersten sieben Rennen bereits drei verschiedene Teams über einen Grand-Prix-Sieg freuen durften, war zuletzt in der Saison 2013 der Fall.

Der aktuelle Abstand in der Fahrerwertung zwischen dem ersten und vierten Platz liegt zudem bei gerade einmal 37 Punkten - knapper war es nach dem siebten Rennen des Jahres zuletzt im Jahr 2012. Einen derart einseitigen WM-Kampf wie in der jüngsten Vergangenheit wird es 2018 Stand jetzt nicht geben.

Bottas pflichtet Vettel bei

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas sprang seine Kontrahenten zur Seite und wehrte sich ebenfalls gegen den Vorwurf, die Königsklasse sei langweilig. "Es ist nicht so, dass uns zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig im Auto wird. Es gibt immer etwas zu tun, wir müssen immer zu 100 Prozent konzentriert sein", sagte der Finne.

Ohne Zweifel habe es zuletzt einige Rennen gegeben, in denen nicht viel passiert ist, "aber es gab in dieser Saison schon Rennen, die sehr aufregend waren. Und ich bin mir sicher, dass davon noch einige kommen werden", ist Bottas überzeugt.

Alonso stellt die Formel 1 infrage

Einer der wenigen Piloten, die die Kritik an der Königsklasse teilen, ist Fernando Alonso. "Die Formel 1 ist eben eine Konstrukteurs-WM, keine Fahrer-WM." Hier könne er nicht zeigen, wozu er im Stande ist, alles sei zu vorhersehbar geworden: "Es gibt 21 Rennen im Jahr, und wir alle wissen, was passieren wird."

In wieweit die Aussagen des Spaniers ernst zu nehmen sind, steht auf einem anderen Blatt. Zum einen ist die Formel 1 in diesem Jahr eben nicht "vorhersehbar". Zum anderen würde sich Alonsos Sicht der Dinge wohl ändern, wenn er in einem Auto sitzen würde, das ebenfalls in der Lage wäre, ganz vorne mitzufahren.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige