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Mexiko hofft auf das Ende des Achtelfinalfluchs

08.06.2018 00:00
Mexiko trifft in der WM-Vorrunde unter anderem auf Deutschland
© getty, Manuel Velasquez
Mexiko trifft in der WM-Vorrunde unter anderem auf Deutschland

Der Confed Cup im Sommer 2017 machte in Mexiko Lust auf mehr. Die Kicker aus dem lateinamerikanischen Land schafften sogar den Halbfinaleinzug, verloren allerdings gegen Deutschland (1:4) und unterlagen am Ende auch gegen Portugal. Doch Rang vier bei der WM-Generalprobe zeigte deutlich, dass mit den Mexikanern bei der WM 2018 in Russland zu rechnen ist.

In der WM-Qualifikation lösten die technisch versierten mexikanischen Kicker frühzeitig das Ticket nach Russland. Dabei war Cheftrainer Juan Carlos Osorio aufgrund seiner Sechs-Spiele-Sperre vom Confed Cup durch den Weltverband FIFA in der entscheidenden Phase nicht unmittelbar bei der Mannschaft dabei. Beim entscheidenden 1:0 gegen Panama saß Osorio letztmalig bei einem Spiel seines Teams auf der Tribüne.

In Russland gilt es, den Achtelfinalfluch zu bannen. Die Mexikaner überstanden bei jeder ihrer Teilnahmen die Gruppenphase, doch in der Runde der letzten 16 war sechsmal in Folge jeweils Schluss. Zweimal stand El Tri schon in einem WM-Viertelfinale, das war jeweils bei der Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 der Fall.

Einige der mexikanischen Nationalspieler sind in Deutschland bestens bekannt. Rekord-Torjäger Javier Chicharito Hernández spielte erfolgreich bei Bayer Leverkusen. Marco Fabián und Carlos Salcedo stehen bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag.

Einer der auffälligsten mexikanischen Spieler ist Héctor Herrera vom FC Porto - nicht nur wegen seiner Segelohren, seiner Sturmfrisur und seiner schiefen Nase. Der Mittelfeldspieler gehört zu den wichtigen Eckpfeilern im Team von El Tri. Er ist lauf- und zweikampfstark und kann jederzeit mit einem öffnenden Pass das mexikanische Offensivspiel ankurbeln. "Jeder kann sehen, was wir draufhaben und dass wir mit jedem Team der Welt mithalten können", sagte Herrera schon während des Confed Cups.

  • Der Star: Chicharito

Das bekannteste Gesicht im mexikanischen Team ist ohne Frage "Chicharito": Die "kleine Erbse" Javier Hernández spielte immerhin zwei Jahre (2015 bis 2017) in der Fußball-Bundesliga bei Bayer Leverkusen. In 76 Pflichtspielen gelangen ihm 39 Tore für den Werksklub.

Vor allem in seiner ersten Saison knipste der quirlige Angreifer fast nach Belieben, in der zweiten Spielzeit im Rheinland hatte Hernández mit Problemen zu kämpfen. Er wirkte häufig zu eigensinnig, versäumte es, den besser postierten Mitspieler einzusetzen und musste um seinen Stammplatz kämpfen. Der Wechsel zu West Ham United im Sommer 2017 hatte sich fast schon angedeutet.

"Ich hatte drei fantastische Jahre in Spanien und Deutschland", sagte Hernández. Allerdings sei für ihn "die Premier League die beste Liga der Welt. Als sich die Möglichkeit bot, wollte ich unbedingt bei diesem Klub, begründete Chicharito den Wechsel auf die Insel.

Bereits zwischen 2010 und 2014 hatte Hernandez für Rekordmeister Manchester United in der Premier League gespielt, ehe er zu Real Madrid ausgeliehen wurde. Es folgte der Transfer zu Bayer und der Beweis, dass er überall auf der Welt seine Tore schießt.

  • Der Trainer: Juan Carlos Osorio

Eigentlich kann Juan Carlos Osorio sehr zufrieden mit dem Erreichten sein. Der Kolumbianer wird allerdings in Mexiko sehr kritisch beurteilt. Vor allem die einstige Galionsfigur des mexikanischen Fußballs, Torjäger Hugo Sánchez, gilt als Chefkritiker des Coaches.

"Seine Ideen mögen modern und innovativ sein, aber das soll er dann mit der Nationalelf Kolumbiens machen, nicht mit der mexikanischen", echauffierte sich Sánchez, der schon seit der Verpflichtung des Südamerikaners im Oktober 2015 gegen Osorio polemisiert. "Ein so symbolträchtiges Amt wie das des Nationaltrainers sollten wir Mexikaner nicht einfach so hergeben, denn wir haben hier fähige Trainer, die das machen können", meinte der einstige Real-Madrid-Star unlängst.

Vielleicht führt die kritische Beurteilung der Arbeit Osorios in Mexiko auch dazu, dass diesem schon einmal die Sicherungen durchbrennen können. Beim Confed Cup im vergangenen Jahr war der 56-Jährige im Spiel um Platz drei gegen Portugal (1:2 nach Verlängerung) aus der Rolle gefallen, hatte die Offiziellen beschimpft und war schließlich für sechs Spiele vom Weltverband FIFA gesperrt worden.

  • Die Prognose: 

Auf dem Papier sind die Mexikaner womöglich etwas schwächer als in den vorherigen Turnieren, Erfahrung bringt das Team jedoch mit - ein nicht zu unterschätzender Faktor. Vor allem im vermeintlichen "Endspiel" gegen Schweden am letzten Gruppenspieltag könnte dies eine Rolle spielen.

Sollten die Mittelamerikaner weiterkommen, könnten im Achtelfinale die Schweiz, Costa Rica oder Serbien warten. Gegner, die auf ein Ende des Achtelfinalfluchs hoffen lassen.

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