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Ovechkin warnt die Caps: "Es ist noch nicht vorbei"

05.06.2018 12:51
Alex Ovechkin: Es ist noch nicht vorbei
Alex Ovechkin: "Es ist noch nicht vorbei"

Völlig ausgelaugt saß Alexander Ovechkin in der Kabine. Kein Lächeln kam ihm über die Lippen, es war dem russischen Superstar nicht anzusehen, dass er in der Eishockey-Profiliga NHL nur einen Sieg von seinem ersten Stanley-Cup-Sieg entfernt ist.

"Es fühlt sich gut an, aber es ist noch nicht vorbei", warnte der Stürmer der Washington Capitals nach dem so wichtigen 6:2 gegen die Vegas Golden Knights.

Mit 3:1 führen die Caps jetzt in der best-of-seven-Finalserie, die Belohnung sind drei Matchbälle. Schon in der Nacht zu Freitag (02:00 Uhr) könnte mit einem weiteren Sieg fast genau 44 Jahre nach der Klubgründung am 11. Juni 1974 das lange Warten in der US-Hauptstadt auf den ersten Titel ein Ende haben.

"Wir haben jetzt ein paar Tage Zeit, um uns das Spiel nochmal anzuschauen", sagte Ovechkin, "wir haben nicht unser bestes Eishockey gezeigt, aber die Ergebnisse stimmen." Für den Gegner muss das wie eine Drohung klingen. "Hart und klug" will Ovechkin mit seinem Team spielen, damit der Titeltraum fast 13 Jahre nach seinem NHL-Debüt Wirklichkeit wird.

Ovechkin war in den vergangenen Jahren immer wieder früh in den Playoffs gescheitert - zuletzt dreimal nacheinander in der zweiten Runde. Meist reiste der 32-Jährige zur Weltmeisterschaft nach und verstärkte dort die Russen, mittlerweile ist das WM-Finale zweieinhalb Wochen her - und "Ovi" steht immer noch in den USA auf dem Eis.

Washington hofft auf Erfolgsgarant Kusnetsov

Das fünfte Finalduell mit dem Überraschungsteam findet in der Spielermetropole Las Vegas statt. Die Capitals werden alles daran setzen, die märchenhafte Saison des Gegners, der es als erste Franchise in der Premierensaison so weit gebracht hat, schnellstmöglich zu beenden.

Bauen wird Washington auch auswärts auf seine Balance - sechs verschiedene Spieler trafen am Montag - und auf Evgeny Kusnetsov. Dem Russen gelangen in Spiel vier vier Vorlagen, mit 31 Punkten (12 Tore, 19 Assists) ist er vor dem besten Torjäger Ovechkin (26/14+12) der derzeit erfolgreichste Spieler der Playoffs.

"Alle vier Reihen spielen gutes Eishockey", lobte Kusnetsov die Teamleistung und bedankte sich für die Unterstützung von den Tribünen: "Wir haben in dieser Saison dafür gesorgt, dass das Publikum glücklich ist. Das ist wichtig für uns. Wir fühlen die Energie."

Knights trauern um ihre Chancen

Die Golden Knights trauerten ihren Chancen nach. Beim Stand von 0:0 traf James Neal den Pfosten, dabei war das Tor komplett leer. "Das ist hart. Diese Chance hätte ich gerne nochmal. Aber man darf sich nicht selbst bemitleiden", sagte Neal. Las Vegas hat erstmals seit Ende Februar drei Spiele in Serie verloren.

Vieles spricht bei der ersten Finalteilnahme seit 20 Jahren für Washington. Nationaltorhüter Philipp Grubauer, der erneut Braden Holtby den Vortritt lassen musste, bleibt dennoch auf dem Boden. "Wir dürfen uns jetzt nicht in die Irre treiben lassen, nur weil wir näher am Cup sind als Vegas. Es kann noch viel passieren", sagte der Rosenheimer dem "SID": "Wir müssen richtig Gas geben. Und dann schauen wir, was passiert."

Zuletzt hat im Stanley-Cup-Finale vor 76 Jahren eine Mannschaft ein 3:1 verspielt. 1942 scheiterten die Detroit Red Wings an den Toronto Maple Leafs.

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