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DOSB fordert weitere 23 Millionen Euro

30.05.2018 10:18
Präsident Alfons Hörmann will mehr Geld für DOSB
© AFP/SID/PATRIK STOLLARZ
Präsident Alfons Hörmann will mehr Geld für DOSB

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat bei den Verhandlungen mit dem Bund um die Förderung des Spitzensports für den Haushalt 2018 noch einen Mehrbedarf von 23 Millionen Euro geltend gemacht. Die Summe macht ein Drittel von dem aus, was der Verband Anfang des Jahres gefordert hatte. Das berichtet die FAZ.

"Der DOSB hat für das laufende parlamentarische Verfahren eine Planung vorgelegt, an welchen Stellen in diesem Jahr Mittel noch zielgerichtet verausgabt werden können", sagte ein Sprecher des Verbandes der Zeitung. "Dafür hat er eine Priorisierung vorgenommen und kommt auf rund 23 Millionen Euro in den wichtigsten Positionen", hieß es weiter.

Bei der Priorisierung wurden drängende Kosten für die Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio, für Athleten und Trainer sowie für Maßnahmen im Zuge der Reform zur Spitzensportförderung berücksichtigt. Man sei in guten Gesprächen, hieß es.

Die Athleten selbst wussten von den Forderungen nichts. "Ich kenne die Zahlen nicht und weiß auch nicht, was der DOSB für die Athletenvertretung geplant und veranschlagt hat, obwohl ich gewähltes Präsidiumsmitglied bin", sagte Max Hartung, Vorsitzender der DOSB-Athletenkommission und Präsident von Athleten Deutschland, dem "SID".

Hartung kritisierte die mangelnde Transparenz. "Das ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie unzulänglich die Einbindung der Athleten in wichtige Verbandsbelange ist, die vor allem sie betreffen", meinte der Säbelfechter und stellte fest: "Wir Athleten können nicht länger auf den DOSB warten. Wir organisieren unsere Vertretung selbst."

Der Bund war im Poker um die Höhe der Spitzensportförderung dem DOSB nicht gefolgt. Bis zuletzt sah der Entwurf des Finanzministeriums für 2018 keine Aufstockung des Etats von knapp 170 Millionen Euro vor. Für die nächsten beiden Jahre soll es jeweils 30 Millionen Euro mehr geben.

Das ist deutlich weniger, als der DOSB beansprucht hatte. Für 2019 wurde ein Mehrbedarf von 110 Millionen Euro, für das Olympiajahr 2020 sogar von 134 Millionen Euro angegeben. Der Mehrbedarf für 2018 lag zunächst bei 71 Millionen Euro. Ende Juni soll der Haushalt für 2018 stehen.

Im Detail erwartet der Spitzensport für dieses Jahr einen Zuschuss von 11,2 Millionen Euro für Personalkosten, Wettkämpfe und Lehrgänge. Ein Bedarf von 915.000 Euro wurde angegeben, um Athleten und Trainern Prämien für Erfolge bei den Winterspielen im Februar in Pyeongchang/Südkorea zahlen zu können. 

Zusätzlich will der DOSB ab September eine neue Stelle einrichten, die sich um den Aufbau eines High Performance Centers während Olympia in Tokio kümmern soll. Der DOSB will für 4,5 Millionen Euro auf dem Campus der Meikai-Universität ein Trainings- und Betreuungszentrum einrichten.