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Olympiastadion: Hertha im Clinch mit der Politik

19.05.2018 12:26
Wie wird das Olympiastadion in Zukunft genutzt
Wie wird das Olympiastadion in Zukunft genutzt

Das DFB-Pokalfinale ist an keinem anderen Ort als dem Berliner Olympiastadion vorstellbar. Trotzdem ist die konkrete Zukunft der Traditions-Arena offen.

Ein volles Olympiastadion. Was sich Hertha BSC seit Urzeiten regelmäßig wünscht, wird meist nur beim DFB-Pokalfinale Realität. "Es ist optisch eines der schönsten Stadien in Deutschland oder sogar in Europa. Das Stadion muss aber voll sein, damit die Stimmung gut ist", sagte Ex-Herthaner Kevin-Prince Boateng, der an alter Wirkungsstätte mit Eintracht Frankfurt am Samstag zum Endspiel gegen Bayern München antritt.

Atmosphäre bis unter das Stadiondach, das erlebt die Hertha für gewöhnlich nur, wenn der FC Bayern in der Bundesliga vorbeischaut und die knapp 75.000 Plätze im weiten Oval gefüllt sind. Ansonsten kommen zu den Heimspielen der Berliner einfach nicht genug Zuschauer. Und ins Pokalfinale haben es seit 1985 - seit es im Olympiastadion stattfindet - nur die Berliner Amateure 1993 geschafft. Hertha ist unzufrieden, und das beeinflusst die Zukunft von Deutschlands wohl berühmtester Arena.

Senat favorisiert einen Umbau

Wenn es nach dem Tabellenzehnten der abgelaufenen Bundesliga-Saison geht, ist es ganz einfach: Ein neues, reines Fußball-Stadion muss her. Nach Ende des für das Olympiastadion geltenden Mietvertrages bis 2025 will die Hertha dann in der nagelneuen Arena ihre Heimspiele austragen. Der neue Fußball-Tempel soll unweit der bisherigen Heimstätte im Olympiapark stehen und komplett privat finanziert werden. Das Problem: Der Berliner Senat favorisiert einen Umbau des Olympiastadions.

"Neben dem Argument, dass für einen Umbau ein dreistelliger Millionenbetrag an Steuergeldern benötigt werden würde, können wir uns nicht vorstellen, wie das funktionieren soll - selbst wenn es abgesenkt wird, die Laufbahn verschwindet und nur bei Bedarf wieder eingezogen wird", sagte Hertha-Manager Michael Preetz dem Tagesspiegel: "Wir glauben nicht, dass es möglich ist, durch einen Umbau eine solche Atmosphäre herzustellen, wie wir sie brauchen. Das Olympiastadion kann man nicht steiler und kompakter bekommen"

"Wir nehmen zur Kenntnis, dass Hertha andere Vorstellungen hat"

Zum Thema Umbau gibt es mittlerweile Zahlen. Wie die "Berliner Morgenpost" berichtete, taxiert Sportsenator Andreas Geisel die Umbaukosten am Freitag bei einem Termin im Sportausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses auf rund 190 Millionen Euro. Die Summe müsste die Landesregierung komplett tragen. "Die Vorzugsvariante des Landes Berlin ist, dass Hertha weiter im Olympiastadion spielt. Wenn möglich mit einer Modernisierung, aber ohne großen Umbau", sagte Geisel: "Wir nehmen zur Kenntnis, dass Hertha andere Vorstellungen hat."

Der Senat hat Angst, dass ihm mit der Hertha der Hauptmieter und damit Einnahmen in Millionenhöhe wegbrechen. Nur noch Kulturevents, das Pokalfinale, Spiele der Nationalmannschaft und Leichtathletikevents wie das legendäre ISTAF - das ist dem Land Berlin zu wenig. Und selbst wenn es am Ende doch zum Neubau der laut Hertha 55.000 Zuschauer fassenden Fußball-Arena kommen sollte, hat der Senat bereits Wünsche hinterlegt.

"Für das letzte Pokalspiel ziehen wir gerne um"

Geisel betonte am Freitag abermals die Wichtigkeit einer Konkurrenzausschlussklausel, die Hertha verböte, dem Olympiastadion Events abzuwerben. Gleichzeitig erneuerte er seine Idee, die großen Spiele der Hertha, wie etwa gegen Bayern München und Borussia Dortmund, weiterhin im Olympiastadion abzuhalten. Dieser Vorschlag stößt bei Hertha auf taube Ohren. Auf dieses Szenario angesprochen, berief sich Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller Anfang der Woche auf die Gültigkeit des Konkurrenzausschlusses für beide Seiten.

Nur für ein Spiel, eine ganz besondere Partie, könnte sich Hertha für das Olympiastadion langfristig begeistern. "Für das letzte Pokalspiel ziehen wir gerne um", hatte Schiller am vergangenen Montag scherzhaft gesagt. Ob nun dieser Wunsch oder jener nach einem neuen Stadion realistischer ist, bleibt abzuwarten.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern29214478:294967
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund29206368:363266
3RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig29177555:223358
4Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt29157757:342352
5Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach29156848:351351
61899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim291211660:392147
7Werder BremenWerder BremenSV Werder291210752:411146
8Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen291431251:48345
9VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg291361047:44345
10Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf291141439:56-1737
11Hertha BSCHertha BSCHertha BSC29981241:48-735
121. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0529961434:50-1633
13SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg297111139:50-1132
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburg29771540:55-1528
15FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0429761630:47-1727
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart29561827:61-3421
171. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg29391724:54-3018
18Hannover 96Hannover 96Hannover 9629352125:66-4114
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