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"Beste Nati aller Zeiten" peilt WM-Medaille an

16.05.2018 10:38
Das Viertelfinale soll bei der WM nicht erneut das Ende eines Turniers sein
Das Viertelfinale soll bei der WM nicht erneut das Ende eines Turniers sein

Mit der "besten Nati aller Zeiten" will die Schweiz bei der WM in Dänemark eine Medaille holen und sich für das Olympia-Aus gegen Deutschland rehabilitieren.

Das Olympia-Debakel ist gerade erst zwölf Wochen her, doch bei der Eishockey-WM schwelgt die Schweiz bereits in Superlativen: Die "beste Nati aller Zeiten" soll in Dänemark "das beste Team der Geschichte" werden. Mit der Erfahrung von 1888 NHL-Spielen nehmen die Eidgenossen ganz große Ziele ins Visier. "Wir sind nicht hierher gekommen, um uns im Viertelfinale schon wieder zu verabschieden", tönte Verteidiger Roman Josi vor dem K.o.-Duell am Donnerstag (20:15 Uhr) in Herning gegen Finnland.

Bei den Winterspielen in Pyeongchang hatten sich die Schweizer bereits vor dem Viertelfinale verabschiedet: Ohne ihre NHL-Stars scheiterten sie im Ausscheidungsspiel mit 1:2 nach Verlängerung an der deutschen Nationalmannschaft, die ihren Husarenritt zu Olympia-Silber begann. Diesem Beispiel würden Josi und Co. in Dänemark nur allzu gerne folgen.

Wenn man das Viertelfinale überstehe, "ist alles möglich", meinte der Abwehrspieler der Nashville Predators. Sein NHL-Klubkollege Kevin Fiala ergänzte: "Wir wollen natürlich versuchen, eine Medaille zu holen." Das war den Schweizern zuletzt 2013 gelungen, als sie ins Finale von Stockholm stürmten und Silber gewannen.

Das "beste Team der Geschichte"?

Jetzt, da ist sich die Presse einig, ist das Team von Trainer Patrick Fischer noch besser besetzt. "Die beste Nati aller Zeiten" ist in den Gazetten längst zum allgemeingültigen Synonym für den Olympiazehnten geworden. Elf Spieler haben schon in der NHL auf dem Eis gestanden. Mit Fiala, Sven Andrighetto (Colorado Avalanche), Nino Niederreiter (Minnesota Wild) und Timo Meier (San Jose Sharks) verfügt Coach Fischer über vier torgefährliche Außenstürmer, mit Josi und Mirco Müller (New Jersey Devils) über zwei herausragende Verteidiger.

Josi, der nach dem Playoff-Aus der Predators sofort nach Dänemark nachreiste, betont jedoch noch eine andere Stärke: "Der Charakter der Mannschaft ist wirklich gut, und hoffentlich können wir daraus das beste Team der Geschichte machen." Beim bislang besten war der 27-Jährige auch schon dabei: 2013 wurde er als wertvollster Spieler der WM ausgezeichnet.

Finnland mit zwei Gesichtern

Die erste Aufgabe in der K.o.-Runde hat es allerdings in sich. Der zweimalige Champion Finnland mit seinen jungen NHL-Stürmerstars Sebastian Aho (neun Tore, acht Assist) und Teuvo Teräväinen (fünf Treffer, neun Vorlagen) hat in der Vorrunde phasenweise weltmeisterliches Eishockey geboten - als er Kanada mit 5:1 und die USA mit 6:2 vom Eis fegte. Allerdings verlor das Team auch überraschend gegen Deutschland (2:3 nach Verlängerung) und Dänemark (2:3).

Als Vorteil für die Schweiz könnte sich entpuppen, dass die erfolgreichsten WM-Teilnehmer schon im Viertelfinale aufeinandertreffen. Der 27-malige Weltmeister Russland mit 14 Olympiasiegern spielt gegen den 26-maligen Titelträger Kanada mit NHL-Superstar Connor McDavid. Einer von ihnen wäre schon aus dem Rennen, sollten die Eidgenossen weiterkommen. Auf den anderen träfen sie allerdings im Halbfinale.

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