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Perfekte Welle auf Knopfdruck - auch bei Olympia 2020?

09.05.2018 11:58
Kelly Slater ist stolzer Besitzer einer Surf-Arena
© getty, Buda Mendes
Kelly Slater ist stolzer Besitzer einer Surf-Arena

Welle auf Bestellung: Surf-Legende Kelly Slater hat in den USA einen großen Abenteuerspielplatz für Wellenreiter geschaffen. Das Stadionsurfen könnte auch mit Blick auf die Sommerspiele in Tokio 2020 ein Thema werden.

Die Sehnsucht eines jeden Surfers erfüllt sich in Lemoore, Kalifornien. Immer und immer wieder rauscht die perfekte Welle heran. Dabei liegt die Kleinstadt rund 160 Kilometer entfernt vom Meer.

In einem gigantischen Swimmingpool hat der legendäre elfmalige Weltmeister Kelly Slater auf seiner Surf Ranch im Sonnenstaat ein künstliches Paradies für die Brettsportler geschaffen. Und damit womöglich die Zukunft der Sportart eingeläutet. Auch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio könnte das Stadionsurfen zum Thema werden, denn dann wird Wellenreiten im Programm stehen.

"Ich habe schon immer gedacht, dass Surfen nur in einer kontrollierbaren Umwelt wachsen kann", sagte Slater der Nachrichtenagentur "AFP". Die von ihm mitgestaltete Arena ist 640 Meter lang, die Bewegung von Tragflächen löst die Wellen aus. "Mir gefällt die Vorstellung, dass dies Teil der Zukunft ist", meint Slater. Am vergangenen Wochenende beherbergte er einen Team-Wettbewerb der World Surfing League, die 2016 als Investor in Slaters Projekt eingestiegen ist und auch in Japan eine ähnliche Arena rechtzeitig vor den Sommerspielen fertigstellen will.

"Der Ozean wird immer unser Zuhause sein"

Fünf neue Sportarten - Baseball/Softball, Sportklettern, Karate, Skateboard und eben Wellenreiten - rücken in zwei Jahren ins Programm und sollen dem Weltevent einen jugendlicheren Touch geben. Das Surfen ist weltweit verbreitet und gilt als "sexy". Auch in Deutschland gibt es bereits kleinere künstliche Wellen wie in Langenfeld bei Düsseldorf oder im Münchner Eisbach. Auch in Nürnberg soll eine Anlage entstehen.

Die ursprünglichen Olympia-Planungen sahen jedoch vor, dass die Eventpremiere an der natürlichen Küste südlich der Stadt stattfindet. Und auch Slater, der Schöpfer der künstlichen Welle, betonte stets, dass er auf das Erlebnis im Meer nicht verzichten will. "Der Ozean wird immer unser Zuhause sein, und in der Mutter Natur liegt ein großer Teil unserer Liebe für das Surfen", sagte der 46-Jährige.

Überzeugt die künstliche Welle das IOC?

Doch in Sachen Planbarkeit hat die künstliche Welle durchaus Vorteile und die WSL sieht offenbar auch eine Chance, dass das Surfen in dem überdimensionierten Pool das Internationale Olympische Komitee überzeugen könnte.

"Wenn die Anlage rechtzeitig fertig gebaut und getestet ist, hoffen wir, dass die Olympia-Veranstalter über ihren Einsatz nachdenken, denn die Wellen sind ansonsten zu der Jahreszeit nicht die besten", sagte WSL-Chefin Sophie Goldschmidt: "Am Ende ist es aber nicht unsere Entscheidung."