Mercedes hat seine Abschiedssaison in der DTM mit einem Doppelsieg eröffnet. Der britische Routinier Gary Paffett gewann den Auftakt am Samstag in Hockenheim vor Lucas Auer aus Österreich.
"So zu starten, ist hervorragend", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sat.1: "Die Pole Position und ein Doppelsieg, damit war nicht zu rechnen."
Der langjährige Formel-1-Pilot Timo Glock fuhr in seinem BMW auf den dritten Rang. Pascal Wehrlein im Mercedes holte im ersten Rennen nach seinem unfreiwilligen Abstieg aus der Königsklasse den achtbaren fünften Rang.
Titelverteidiger Rene Rast wurde als bester Ingolstädter Neunter und fuhr damit zwei Punkte ein. "Wir haben noch das Maximale herausgeholt", sagte Rast. Das neue Aerodynamik-Reglement mit reduziertem Abtrieb ist wohl Audis Problem, im zweiten Rennen des Wochenendes am Sonntag (13:30 Uhr) droht ein ähnliches Debakel.
Taktischer Kniff verhilft Paffett zum Erfolg
Im Qualifying hatte Paffett sich überraschend souverän die Pole gesichert, insgesamt machten Mercedes und BMW mit vier beziehungsweise fünf Fahrzeugen in den Top 10 einen starken Eindruck. Der Rennbeginn gehörte dann vor allem Mercedes. Paffett hielt zunächst seine Führung, dahinter arbeitete sich sein Markenkollege Auer vor, ohne Rücksicht auf große Namen: Vom vierten Startrang überholte er zunächst Glock, dann ging er an Ex-Meister Marco Wittmann (BMW) vorbei. Schon nach vier Runden konnte auch Paffett den Österreicher nicht mehr halten, Auer ging in Führung.
Doch dann hatte Paffett Erfolg mit einem taktischen Kniff: Der Engländer ging früher an die Box und setzte Auer unter Druck, der Österreicher zog eine Runde später nach. Auer kam zwar knapp vor Paffett zurück auf die Strecke, hatte aber keine Chance: Mit deutlich kälteren Reifen und damit geringerem Grip musste er Paffett wieder ziehen lassen.
Audi spielte indes durchgehend kaum eine Rolle und war nach schwachem Qualifying auch im Rennen nicht in der Lage, Druck aufzubauen. Die Ingolstädter galten im Vorfeld schon als das größte Opfer des vereinfachten Aerodynamik-Reglements, diese Vermutung scheint sich nun zu bestätigen. Der Abtrieb der DTM-Boliden wurde zu dieser Saison um etwa ein Drittel reduziert, zudem wurden die Radkästen vereinheitlicht. Audi war in den vergangenen Jahren in diesem Sektor besonders gut unterwegs.

