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Sportler des Monats: Hopp über "den Wahnsinn von Saarbrücken"

01.05.2018 12:25
Max Hopp holte sich am 15. April seinen ersten Sieg auf der PDC-Tour
Max Hopp holte sich am 15. April seinen ersten Sieg auf der PDC-Tour

Max Hopp gilt als größtes deutsches Talent im Darts. In der hierzulande immer beliebter werdenden Sportart gelang dem 21-Jährige im April der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere, in dem er als erster Deutscher überhaupt bei den German Darts Open einen Sieg auf der PDC-Tour feierte.

Ganz klar: Für sport.de ist der gebürtige Idsteiner, der sich mit Siegen gegen Weltmeister Rob Cross und die weiteren Weltklasse-Spieler Peter Wright und Michael Smith den Titel von Saarbrücken holte, der Sportler des Monats April. sport.de sprach exklusiv mit Hopp über seinen bislang größten Erfolg, weitere Karrierepläne und Verbesserungspotenzial im eigenen Spiel.

Herr Hopp, als erster Deutscher Dartsspieler ist Ihnen ein Sieg bei einem PDC-Event gelungen. Dann auch noch in Saarbrücken bei den German Darts Open. Beschreiben Sie bitte einmal Ihre Gefühlslage, einige Tage nach dem größten bisherigen Karriereerfolg.

Max Hopp: Ich habe ein paar Tage gebraucht, um es überhaupt fassen zu können. Das Gefühl war überwältigend und ich bin sehr glücklich. Allerdings richtet sich der Blick bereits wieder nach vorne auf die anstehenden Turniere.

Der Turnierverlauf wirkt in der Nachbetrachtung wie ein kleines Darts-Märchen mit den Siegen gegen die Weltklasse-Konkurrenz um Weltmeister Rob Cross, den Weltranglistenzweiten Peter Wright und Final-Gegner Michael Smith. Welcher Moment oder welches Match ist für Ihren ersten Tour-Sieg auf der PDC entscheidend gewesen?

Schwer zu sagen. Der Sieg gegen Peter Wright war sehr emotional. Aber das Halbfinale und Finale waren der Wahnsinn, weil die Spiele beide auch noch so eng waren und ich richtig gemerkt habe, wie das Publikum mitgeht und die ganz große Sensation plötzlich realistisch wurde.

Das letzte Checkout mit 121 Punkten bildete den Höhepunkt einer starken Vorstellung im Finale gegen Michael Smith, in dem Sie zeitweise auch deutlich hintenlagen. Wie haben Sie Ihre Performance im Finale selbst wahrgenommen?

Ich kam nicht gut ins Spiel rein. Dann habe ich mir gesagt: "Komm schon, wenn du schon im Finale stehst, tu alles dafür, es auch zu gewinnen!" Ab da war es dann ein Spiel auf Augenhöhe – mit dem besseren Ende für mich.

Sie haben bereits die wichtige Rolle des Publikums hervorgehoben, das Sie nach dem 3:6-Leg-Rückstand immer wieder aufgemuntert und motiviert hat. Was ist das für eine Beziehung zwischen Ihnen und dem Saarbrücker Publikum gewesen?

Das Wort "Beziehung" trifft es ziemlich gut, weil sich über ein Turnierwochenende tatsächlich so etwas wie eine Beziehung zum Publikum entwickelt. Speziell am Sonntag, als ich insgesamt vier Mal auf der Bühne stand. Die Anfeuerung war gigantisch und hat mit Sicherheit auch einen wichtigen Teil zum Erfolg beigetragen.

Für Ihren Debüt-Sieg gab es Lob von höchster Stelle, unter anderem hat Ihnen Phil Taylor via Twitter gratuliert. Wie waren ansonsten die Reaktionen bei Ihren Kollegen?

Es gab natürlich einige Gratulanten von allen Seiten. Nicht nur Spieler, auch Offizielle, Sponsoren, Privatpersonen. Danke an dieser Stelle für die vielen netten Worte!

Was denken Sie? Werden Sie nun anders wahrgenommen auf der Tour?

Keine Ahnung, schwer zu sagen. Möglicherweise. Aber das ist nicht entscheidend, weil ich mich nur auf mich selbst konzentrieren will.

In welchen Bereichen wollen Sie Ihr Spiel in den kommenden Wochen und Monaten noch verbessern? Wo sehen Sie für sich noch den größten Nachholbedarf?

In der Konstanz. Ich möchte in der Lage sein, die Leistung aus Saarbrücken immer wieder abrufen zu können. Natürlich gibt es immer Schwankungen, aber ich möchte diese so gering wie möglich halten.

Was sind Ihre weiteren sportlichen Ziele in diesem Jahr?

So gut wie möglich spielen und so weit wie möglich in der Weltrangliste nach oben klettern.

In der Order of Merit sind Sie bis auf den 40. Platz gestiegen. Wie weit kann es da noch nach vorne gehen?

Weiß ich nicht. Ich habe keine konkreten Zahlen im Blick. So hoch wie möglich.

Max Hopp nach seinem herausragenden Sieg in Saarbrücken
Max Hopp nach seinem herausragenden Sieg in Saarbrücken

Im Juli sind Sie nun als erster Deutscher überhaupt für das World Matchplay qualifiziert. Mit welcher Erwartungshaltung reisen Sie nach Blackpool zum wohl zweitwichtigsten Event des Jahres?

Ich freue mich einfach nur drauf. Es ist doch klar: Ich habe rein gar nichts zu verlieren! Von daher will ich das Turnier einfach nur genießen und ich bin sehr gespannt auf die Atmosphäre und wie es für mich laufen wird.

In Deutschland hat sich der Darts-Sport in den letzten Jahren ohnehin stark entwickelt und immer mehr Anhänger bekommen. Wie nehmen Sie persönlich wahr, was Ihre eigene Popularität anbelangt?

Ich werde öfter auf der Straße erkannt als noch vor ein paar Jahren. Die Hallen werden größer, es kommen mehr Zuschauer, die Medienanfragen nehmen zu. Man merkt es schon.

Sie sind außerdem in der jüngeren Vergangenheit auch als TV-Experte aufgetreten und haben dort einen guten Job gemacht. Können Sie sich eine Tätigkeit in diesem Feld auch weiter vorstellen?

Das macht mir zwar tatsächlich sehr viel Spaß, aber ich hoffe, dass ich bei den großen Turnieren in Zukunft eher selbst auf der Bühne stehe anstatt am Mikrofon zu sitzen.

Lesen Sie hier:

Sportler des Monats März 2018: Eiskönigin Aljona Savchenko
Sportler des Monats Februar 2018: Kombinierer-Superstar Eric Frenzel

Sportler des Monats Januar 2018: Tennis-Star Angelique Kerber
Sportler des Monats Dezember 2017: Skisprung-Weltcupsieger Richard Freitag
Sportler des Monats November 2017: Tischtennis-Titelsammler Dimitrij Ovtcharov
Sportler des Monats Oktober 2017: Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer

Sportler des Monats September 2017: Nationalstürmer Timo Werner
Sportler des Monats August 2017: Speer-Weltmeister Johannes Vetter
Sportler des Monats Juli 2017: Sprinterkönig Marcel Kittel

Das Gespräch führte Mats-Yannick Roth

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