Anzeige
Anzeige

"Lohnte sich": Ex-Radprofi Lieuwe Westra gesteht Doping

29.04.2018 09:26
Lieuwe Westra sieht sich nicht als Dopingsünder
Lieuwe Westra sieht sich nicht als Dopingsünder

Der ehemalige niederländische Radprofi Lieuwe Westra hat nur fünf Tage nach seinem Landsmann Karsten Kroon ebenfalls die Einnahme von Dopingmitteln gestanden. Als einen Grund gab Westra Depressionen an, an denen er noch heute leide. Der 35-Jährige hatte seine Karriere 2017 nach elf Jahren beendet.

Westra stand unter anderem bei Vacansoleil-DCM und Astana unter Vertrag. Der zweimalige niederländische Zeitfahrmeister startete fünfmal bei der Tour de France, 2014 war er Helfer des Tour-Siegers Vincenzo Nibali (Astana).

In seiner Biographie "Das Tier" berichtet Westra, er habe von seinem jeweiligen Teamarzt Rezepte erhalten. "Das medizinische Attest erhielt ich oft mit erfundenen Verletzungen, beispielsweise mit einer Knieentzündung. Es lohnte sich in den Jahren. So konnte ich vor den Saisonhöhepunkten mit einer Kortisonkur beginnen", schreibt er.

Westra: "Teamleitung wusste Bescheid"

Westra gewann in seiner Karriere auch mehrere Etappen bei den Klassikern Paris-Nizza und Dauphine. "In meinem ersten Profi-Jahr wurde mir bewusst, dass man alleine mit hartem Training nicht gewinnen kann", so Westra.

Er sei davon ausgegangen, dass die Teamleitung Bescheid wusste. "Wir mussten Leistung bringen, und es machte ihr nichts aus - wenn wir nicht erwischt wurden", schrieb Westra, der nie positiv auf Doping getestet wurde. Wegen der ärztlichen Atteste hält er sich auch nicht für einen Dopingsünder.

Herman Ram, Direktor der niederländischen Anti-Doping-Agentur "Dopingautoriteit", will wie nach dem Dopinggeständnis von Kroon auch im Fall Westra eine Untersuchung einleiten. "Die Fälle sind noch nicht verjährt. Wir verfolgen auch zurückgetretene Sportler. So können wir uns ein besseres Bild vom Doping-Puzzle im Radsport machen", erklärte Ram gegenüber dem TV-Sender "NOS".

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige