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"Klappe aufgerissen": Ricciardo erklärt China-Manöver

27.04.2018 13:49
Daniel Ricciardo erteilte Valtteri Bottas eine Lehrstunde im Überholen
© getty, Dan Istitene
Daniel Ricciardo erteilte Valtteri Bottas eine Lehrstunde im Überholen

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo führt seinen jüngsten Sieg beim China-Grand-Prix auch auf seine vorausgegangene Kritik an Mercedes-Konkurrent Valtteri Bottas zurück.

Dass er im Vorfeld des Rennens in Schanghai kundgetan hatte, dass der Finne eine Woche zuvor in Bahrain Sebastian Vettel energischer attackieren sollen, hätte ihn unter Druck gesetzt. "Es gab eine Chance, also musste ich sie nutzen. Ich hatte die Klappe aufgerissen, da musste ich Taten folgen lassen", sagt Ricciardo.

Erschwerend kam hinzu, dass es jener Bottas war, der ihm in China als bis dato Führender im Weg stand. Aber nicht lange. "Meiner Meinung nach hatte ich keine andere Wahl", erinnert sich Ricciardo an seinen Angriff in Kurve 6, direkt nachdem er an den Silberpfeil herangefahren war - nicht die beste Überholmöglichkeit.

Er hätte locker bis zur DRS-Zone auf der langen Gegengeraden warten können, aber der Australier wollte unterstreichen, dass er nicht gewillt ist, Gefangene zu machen. Als er Bottas hinter sich gelassen hatte, begann das bange Warten. "Ich konnte nicht glauben, dass noch elf Runden zu fahren waren", sagt Ricciardo, der fortan das Auto schonte.

"Am Limit zu fahren ist viel einfacher"

"Der Rennsieg baumelte vor mir wie eine Karotte. Am Limit zu fahren ist viel einfacher", findet er. Hinzu kam, dass Ricciardo auf der Gegengeraden jedes Mal der Turboschaden vom Vortag in den Sinn kam. Er lauschte tief in das Auto, achtete auf jedes falsches Klappern und jeden schiefen Ton - vernahm aber nie etwas.

Die Angst vor einem Technikdefekt war aber auch der nervliche Höhepunkt der - zumindest von außen betrachtet - furiosen Aufholjagd. "Ich bezweifele, dass ich mehr als Puls 120 hatte, als ich von Platz sechs auf eins gefahren bin. Ich war total entspannt", sagt Ricciardo über sein Rennen.

Übrigens: Die Ricciardo-Lehrstunde hat bei Bottas Spuren hinterlassen. Im Vorfeld des Aserbaidschan-Grand-Prix darauf angesprochen, ob er aggressiver zu Werke gehen würde, wenn sich erneut eine Gelegenheit wie in Bahrain bietet, kokettiert er mit der Brechstange: "Vielleicht bin ich gewillt, mehr Risiken einzugehen als vorher", sagt Bottas, schränkt aber ein: "Es hängt von der Situation ab. Ich bin mit zweiten Plätzen nicht glücklich, andererseits war es (Bahrain; Anm. d. Red.) ein gutes Rennen."

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